Bisingen / Stephanie Apelt  Uhr
Die Gemeinde Bisingen hat einen privaten Sicherheitsdienst engagiert, um gegen Vandalismus und Ruhestörung vorzugehen. Die Präsenz vor Ort bringt tatsächlich viel.

Irgendwann reichte es. Wieder war eine Lampe am Schulzentrum eingeschlagen worden, wieder war das Parkdeck mit Farbe beschmiert worden, wieder lag nach einer nächtlichen Feier der Müll gefühlt tonnenweise auf dem Sportplatz herum. So sollte es nicht weitergehen: Die Gemeinde Bisingen – Verwaltung und Gemeinderat – handelte: Sie engagierte einen privaten Sicherheitsdienst. 2018 erst einmal versuchsweise, seit diesem Frühjahr läuft die Security Group Hallas stundenweise Streife.

Vandalismus und Ruhestörung, die Gemeinde kam mit der Schadensbehebung einfach nicht mehr nach. „Es ist wirklich in den vergangenen zwei, drei Jahren so extrem geworden“, meint Michael Breimesser, Leiter des Ordnungsamtes in Bisingen.

Wilde Partys auf dem Bisinger Schulgelände

Damian Hallas erinnert sich noch genau an den ersten Tag, als seine Mitarbeiter und er in Bisingen im Einsatz waren. In der Nacht zum 1. Mai wurde das Schulgelände zur ausufernden Partyzone, mit Grill auf dem Sportplatz, Flaschen und Müll in allen Ecken. „Wir haben erst einmal fast 70 Platzverweise ausgesprochen.“ Seine Leute seien nur noch am Laufen gewesen.

Doch die Präsenz des Sicherheitsdienstes zeigt inzwischen deutlich Wirkung. Immer im Zweierteam machen die Mitarbeiter der Security Group Hallas ihre Runden. Und immer mit dabei: ein gut ausgebildeter Hund. Da wird manch aufgebrachter Zeitgenosse schnell „lieber“.

Unentweg Randale auch im Bisinger Floriansweg

Strecken und Zeiten wechseln, doch es gibt Krisenpunkte, die die City-Streife im Blick hat: Dazu gehören der Bisinger Bahnhof und das Parkdeck, das Schulgelände, der Grillplatz oben Richtung Burg und das Freizeitgelände „Kuhloch“, der Bereich beim Feuerwehrhaus. Gerade Anwohner des dortigen Floriansweges hatten sich über nächtliche Randale beschwert, wenn Jugendliche mal wieder allzu wild feierten. „Da wurden sogar einbetonierte Steine heraus gerissen und die Böschung herunter geschmissen“, schüttelt Breimesser fassungslos den Kopf.

Damian Hallas ist seit 18 Jahren in der Sicherheitsbranche tätig. „Man glaubt immer, es kann einen nichts mehr überraschen, und dann wird man es doch wieder.“ Auch in Bisingen gibt es den 15-Jährigen, der mit 1,8 Promille aufgegriffen wird, fast noch Kinder, die mit Drogen erwischt werden. „Was wir selbst regeln können, regeln wir.“ Wenn es hart wird, muss die Polizei hinzugezogen werden. „Die Kooperation klappt hervorragend“, sagt Hallas.

Es seien auch gar nicht unbedingt die Bisinger Jugendlichen, die Schwierigkeiten im Ort machen. Gerne wird von auswärts „angereist“, um sich im Kirchspiel auszuleben. Bisingen ist mit dem Zug gut erreichbar.

Auch der Hausmeister ist mit dem Ergebnis zufrieden

„Brüllen bringt gar nichts“, weiß Hallas aus Erfahrung. „Wir reden mit den Jugendlichen in einem vernünftigen Ton.“ Ausraster von Jugendseite gäbe es natürlich.

„Es geht ja nicht darum, die Jugendlichen von überall zu verjagen, aber die Zustände waren eben unhaltbar“, betont Breimesser. „Wir sind offen für Vorschläge von Seiten der Jugendlichen, wo sie sich denn treffen könnten.“ Das Angebot steht: Sie können gerne auf die Gemeinde zukommen.

Nach den ersten Monaten der City-Streife im Einsatz lautet das Fazit: „Es bewährt sich wirklich gut“, so Breimesser. Größere Schäden habe es seitdem nicht mehr gegeben, die Anwohner zum Beispiel des Floriansweges können ruhiger schlafen; Breimesser hat extra nachgefragt. Es zeige sich: „Wir investieren hier auch in das Sicherheitsgefühl der Bürger.“

Der Hausmeister des Schulzentrums, Benjamin Beck, freut sich, nach einem Wochenende nicht erst Müll aufräumen zu müssen. Und wenn die Security-Mitarbeiter unterwegs sind, gibt es gerade von älteren Bisingern schon mal ein „Danke“ mit auf den Weg.

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Ingo Appelt ist bekannt für seinen tiefschwarzen Humor. Am 27. Oktober tritt er in der Hohenzollernhalle in Bisingen auf.