Bisingen Fröbelstraße - wer bietet?

MATTHIAS BADURA 27.04.2013
Die Gemeinde Bisingen verkauft ihr Haus und das angrenzende Grundstück in der Fröbelstraße 3. Das Rennen für jegliche Bieter ist eröffnet. Aber Geld allein genügt nicht, um den Zuschlag zu bekommen.

Es ist ein markantes und äußerlich durchaus ansprechendes Gebäude. Und es besitzt eine ehrwürdige Geschichte. Das rund 100 Jahre alte Haus in der Bisinger Fröbelstraße 3 beherbergte seit 1952 einen der Bisinger Kindergärten. Nachdem die Zahlen schrumpften, gab die Gemeinde den Betrieb vor geraumer Zeit auf.

Dass die Stätte jemals wieder zur Unterbringung von Kinder gebraucht würde? Kaum. Ein Babyboom ist nicht in Sicht und im übrigen hat Bisingen anderweitig vorgesorgt, investiert und ausgebaut. An Kindergartenplätzen fehlt es im Kirchspiel nicht.

Weil es ungenutzt daliegt und sich der Zustand alter Gebäude dadurch bekanntermaßen nicht verbessert, hat der Gemeinderat nun beschlossen, das Haus mit dem angrenzenden Grundstück zu veräußern. (Im Kataster ist der Platz, auf dem sich der Spielplatz des Kindergartens befand, als "Untere Koppenhalde 4" eingetragen.) Den Verkaufsbeschluss teilte gestern Hauptamtsleiter Georg Lohmüller der HZ mit.

Wie er anmerkte, geht es der Gemeinde "primär" ums Haus. Heißt: Wer das Gebäude kaufen will, kann den bebauungsfähigen Garten (rund 700 Quadratmeter) mit erwerben. Aber er muss nicht! Umgekehrt ist das ausgeschlossen. Der Garten wird erst hergegeben, wenn das Haus definitiv einen Käufer gefunden hat. Wer käme in Frage, hat die Gemeinde bestimmte Vorstellungen? Nein, so Lohmüller, der Kreis der Interessenten sei grundsätzlich offen. "Wenn Sie wollen, können auch Sie das kaufen?", ulkte er und bot sogleich eine Führung an.

Andererseits sei es aber doch so, dass derjenige Bieter den Zuschlag erhält, der nicht nur Geld, sondern auch ein schlüssiges Konzept auf den Tisch legt. Man könnte, schwebt dem Amtsleiter vor, das Haus gewerbsmäßig ausbauen, darin Büros oder Ateliers unterbringen, möglich wäre es aber auch, dort Wohnraum zu schaffen. Die Lage in Ortsnähe und doch idyllisch von der Hauptstraße abgerückt, würde sich für mancherlei Projekte anbieten. Theoretisch könnte man das Gebäude auch abreißen und etwas vollkommen anderes an seiner Stelle errichten. Aber das, meint Lohmüller, wäre aufgrund der guten Bausubstanz schade. "Es ist auf jeden Fall ein interessantes Objekt", fasst er zusammen. Nicht ganz so offenherzig gab sich Lohmüller allerdings bei der Frage, was Haus und Garten kosten sollen? Man habe da keine ganz konkreten Vorstellungen, erklärte er unverbindlich. Die Gemeinde nenne keinen Preis sondern warte ab, was ihr an Gebote zugeht. In der kommenden Woche wird das Areal offiziell zum Verkauf ausgeschrieben. Investoren können es sich bis zum 21. Juni überlegen, ob sie sich melden wollen. Anschließend wird der Gemeinderat über die Gebote beraten und eine Entscheidung treffen.