Bisingen Freude übers neue Altarinventar

Die Nikolauskirche in Bisingen erstrahlt innen wie außen in neuem Glanz.
Die Nikolauskirche in Bisingen erstrahlt innen wie außen in neuem Glanz. © Foto: Jörg Wahl
Bisingen / Jörg Wahl 11.10.2018
Weihbischof Dr. Birkhofer kommt am Sonntag zur Weihe des Altarinventars in die St. Nikolauskirche nach Bisingen.

Weihbischof Dr. Peter Birkhofer wird am kommenden Sonntag, 14. Oktober, um 9.30 Uhr im Gottesdienst in der St. Nikolauskirche die Altargegenstände und den Taufstein weihen. Im Anschluss besteht bei einem Stehempfang im kleinen Saal der Hohenzollernhalle Gelegenheit, miteinander und mit den Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen. Außerdem gibt eine Fotoausstellung Aufschluss über die vergangenen zwei Jahrzehnte Kirchengeschichte.

„Die Freude ist groß, es war nicht immer so“, sagt Egbert Zäh, der Vorsitzende des Fördervereins zur Erneuerung und Umgestaltung der katholischen Kirche St. Nikolaus. In den letzten Tagen wurden im Gotteshaus die Muster der Altargegenstände wie Altar, Ambo, Priestersitz und Tabernakel durch künstlerisch und handwerklich gut gelungenes, dauerhaftes Inventar ersetzt.

In den Jahren 2014/2015 wurde die St. Nikolauskirche nach über 100 Jahren grundlegend  umgestaltet und renoviert. Nahezu zehn Jahre hatte die Pfarrgemeinde für die Erneuerung gekämpft. Das Erzbischöfliche Bauamt hatte bereits 2006 einen ersten Entwurf und Kostenvoranschlag für die Erneuerung der Kirche erarbeitet, der die Vorschläge des Zweiten Vatikanischen Konzils berücksichtigte. Die Finanzierung der geschätzten Kosten von 900 000 Euro schien undenkbar.

Nach der Gründung eines Fördervereins 2012 wuchs die Hoffnung auf ein würdiges Inneres des Gotteshauses wieder. Trotzdem musste die Pfarrgemeinde noch über ein Jahr kämpfen, bis sie die Genehmigung vom Erzbischöflichen Ordinariat Freiburg erhielt, einen Architekten mit der Planung und einer neuen Kostenberechnung zu beauftragen.

Im Büro Löffler Architekten und Ingenieure aus Sigmaringen fand die Pfarrgemeinde einen passenden Projektplaner. Die Kosten wurden auf 830 000 Euro geschätzt. Weitere zwei Jahre gingen ins Land, bis das Okay aus Freiburg kam. Dann konnte mit der Neugestaltung begonnen werden.

Dank des großen Einsatzes des Fördervereins mit seinen 84 Mitgliedern sowie vielen tatkräftigen und spendenfreudigen Pfarrgemeindemitgliedern war diese große Aufgabe zu bewältigen. Aus einer Erbschaft kamen zirka 100 000 Euro dazu, die Vogtsche Stiftung versprach 50 000 Euro, die politische Gemeinde  weitere 30 000 Euro und der Förderverein sammelte 131 000 Euro in Bar. 777 Arbeitsstunden entsprachen einem Wert von 34 000 Euro. Das Altarinventar hat einen Gegenwert von 22 000 Euro. Auch den dringend notwendigen WC-Anbau finanzierte der Förderverein.

Die Kirche St. Nikolaus hat 1902 die Form eines Kreuzes erhalten. Das war die Chance, die Altarinsel in die Mitte der Kirche zu verlegen, um während des Gottesdienstes eine größere Nähe zwischen Gemeinde und Priester zu schaffen. Der Altar bildet nun die Mitte der Gemeinschaft. Über dem Altar schwebt ein Ringleuchter, der jeweils in den Farben der Liturgie erstrahlt. Auch die Kirchenbänke wurden um den Altar herum angeordnet. Dafür musste der Mittelgang geschlossen werden, womit die Kreuzwegstationen wieder zugänglich wurden. Das Taufbecken steht nun im hinteren Teil der Kirche, sinnvoller Weise im Eingangsbereich, dem Altar gegenüber.

Am 6. Dezember 2015 weihte der frühere Pfarrer von Bisingen, heute Domdekan Andreas Möhrle, die Kirche. Die tatkräftige Mitarbeit bei der Renovierung hat viele Mitglieder zusammengeführt. Darauf darf die Pfarrgemeinde stolz sein. Leider hat sich das Erzbischöfliche Ordinariat mit einem neuen Altar, Ambo, Priestersitz und Tabernakel nicht anfreunden können. Die Verrechnungsstelle Hechingen sah keine Möglichkeit zur Finanzierung.

Architekt Löffler löste das Problem mit einem Gestaltungsentwurf für die Altarinsel – passend zu seinem Erneuerungskonzept für die Kirche. Damit sich die Pfarrgemeinde seinen Entwurf besser vorstellen konnte, wurden Muster angefertigt. Den Kirchenbesuchern gefielen die Muster, und auch der neue Pfarrgemeinderat der Seelsorgeeinheit Bisingen-Grosselfingen-Rangendingen gab für diese Altargegenstände grünes Licht. So entschied sich der Förderverein, die Altargegenstände zu beschaffen, zu finanzieren und sie der Pfarrgemeinde zu schenken. Nach drei Monaten wurde die Schenkung vom Erzbischöflichen Ordinariat genehmigt. Nun findet am Sonntag ihre feierliche Weihe statt.

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