Schwabenalter Freizeitclub Bisingen wird 40 Jahre alt

Beste Freunde sind in langen Jahren und vielen Projekten die Schüler der Astrid-Lindgren-Schule und die Mitglieder des Freizeitclubs geworden. Für die Jubiläumsfeierlichkeiten fertigten die Schüler im Unterricht künstlerisch und handwerklich hochwertige Wikingerschach-Figuren und ein Hausschild für das benachbarte Clubheim.
Beste Freunde sind in langen Jahren und vielen Projekten die Schüler der Astrid-Lindgren-Schule und die Mitglieder des Freizeitclubs geworden. Für die Jubiläumsfeierlichkeiten fertigten die Schüler im Unterricht künstlerisch und handwerklich hochwertige Wikingerschach-Figuren und ein Hausschild für das benachbarte Clubheim. © Foto: Björn Hodler
KONRAD FLEGR 22.07.2016
Der Bisinger Freizeitclub von Behinderten und Nichtbehinderten kommt ins Schwabenalter. Das soll natürlich entsprechend gefeiert werden.

Mit einem bunten Programm aus bester Unterhaltung und vielen Möglichkeiten, gemeinsam mit anderen Festgästen selbst aktiv zu werden, feiert der Freizeitclub von Behinderten und Nichtbehinderten, Bisingen, e.V., am Wochenende 23. und 24. Juli in sein 40-jähriges Bestehen. Aus der Taufe gehoben wird dabei das „Bisinger Wikingerschach-Turnier“.

Als waschechter Schwabe müsste der Freizeitclub in diesem Jahr „gscheit“ werden. Viel ändern wird sich aber nach den Jubiläumsfeierlichkeiten nicht. Denn was der Freundeskreis seit vier Jahrzehnten praktiziert, empfindet er schon immer als „die normalste Sache der Welt“ – und das soll so bleiben.

Was seit der Verabschiedung der Behindertenrechts-Konvention der UN als „Inklusion“ bezeichnet wird, lebt der Club seit 1976. Er gestaltet die gleichwertige Teilhabe von Menschen mit und ohne Behinderung an einem abwechslungsreichen Freizeitprogramm. Anfangs noch gegen viele Widerstände und Anfeindungen. Zuletzt jedoch immer häufiger als Mut machendes Beispiel, das andere Zeitgenossen damit infizierte, die Vielfalt und Unterschiedlichkeit von Menschen als Reichtum und Befreiung zu begreifen.

So steht auch das Programm der Jubiläumsfeier ganz im Zeichen der zwanglosen Begegnung mit Freunden und Bekannten und denen, die es noch werden können. Unterhaltung ist angesagt, Spaß und gemeinsame Aktivität in freier Zeit. Dass rund um das am Lehrerparkplatz im Bisinger Schulzentrum gelegene Clubheim für die leiblichen Bedürfnisse gesorgt ist, versteht sich von selbst. Musikalisch unterhalten drei Combos, mit denen der Club schon länger angenehme zwischenmenschliche Beziehungen pflegt. Den Beginn macht „Goldfinger“, die hochtalentierte Schulband der Astrid-Lindgren-Schule. Sie stellt bei dieser Gelegenheit auch die eben produzierte CD vor.

Danach betreten „Kim & Jones“ die Bühne, zwei Vertreter der Dark-Metal-Szene, die sich aber rein akustisch mit Evergreens der Rockgeschichte präsentieren. Als guter Schluss ziert die Lehrerband um Karlheinz Merz das musikalische Live-Programm.

Kinder und Jugendliche haben die Möglichkeit, sich einen attraktiven Gewinn zu ermalen. Denn der Club sucht ein Motiv für ein neues T-Shirt, das er über einen Malwettbewerb ermitteln möchte.

Gelegenheit, selbst zum Kunstwerk zu werden, besteht beim Kinderschminkstand des Kinder- und Jugendbüros, das sich als Nachbar des Clubs gerne in das Geschehen einbringt.

Faulere Zeitgenossen werden dagegen das Glücksrad beobachten, das sich ab und zu bewegt und die reichhaltigen Spenden der großzügigen Bisinger Geschäftswelt unter die Leute bringt.

Als roter Faden durch das Jubiläumsgeschehen bewegt sich das „Bisinger Wikingerschach-Turnier“, das erstmals ausgerichtet wird, mit Pokalen und attraktiven Preisen lockt und zur alljährlichen Tradition werden soll.

Ermöglicht wurde das Jubiläumsprogramm, das Teil einer ganzjährigen Veranstaltungsreihe zur Förderung der Inklusion ist, durch einen Zuschuss aus dem Programm „Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Kinder- und Jugendarbeit“ des „Zukunftsplan Jugend“ des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg.