Spektakel Falknerwochenende auf der Burg – ein Stück Weltkulturerbe

Falkner Wolfgang Weller und seine imposanten Tiere sind gern gesehene Gäste auf der Burg Hohenzollern. Die Show zog auch am Wochenende die Besucher wieder in Scharen an.
Falkner Wolfgang Weller und seine imposanten Tiere sind gern gesehene Gäste auf der Burg Hohenzollern. Die Show zog auch am Wochenende die Besucher wieder in Scharen an. © Foto: Carola Lenski
Burg Hohenzollern / Carola Lenski 19.09.2017

Stolz recken sich die im Sonnenlicht wie Blei glänzenden Türme der Burg Hohenzollern in den Himmel. Im Burghof breiten vier Harris Hawks ihre Schwingen aus und erheben sich majestätisch in die Lüfte. Mit großen Augen verfolgen zahlreiche Zuschauer das grandiose Schauspiel. Faszination pur! Auf dem Stammsitz des preußischen Königshauses und der Fürsten von Hohenzollern ist zwei Tage mittelalterliches Falknerspektakel.

Einige Besucher ziehen die Köpfe ein, als die Wüstenbussarde von Falkner Wolfgang Weller und seinem Team in geringer Höhe dicht über sie hinweg fliegen, um auf Vorsprüngen der Burgmauern auf ihren Rückruf durch die Falkner zu warten. Derweil beginnt der erfahrene Falkner aus Gschwend mit der Theorie um die hohe Kunst der Falknerei. Um mit Greifvögeln richtig umgehen zu können, benötigt man viel Wissen um diese. Und, möchte man Falkner werden, braucht man einen Jagd- und Falknerschein. Mit großer Sachkenntnis, gepaart mit viel Witz, klärt Weller über die Greife, deren Jagdstrategien und Beutefangtechniken sowie die Utensilien, die für die Falknerei benötigt werden, auf, während die Falkner und Vögel dies hautnah inmitten des Publikums demonstrieren.

Wüstenbussard Fridolin

Bei jeder Vorstellung, drei sind es pro Tag, darf ein Kind in die Rolle des auszubildenden Falkners schlüpfen. Um sich wie ein echter Falkner zu fühlen, darf der direkte Kontakt zu den Greifen dabei natürlich nicht fehlen. So schwebt dann auch schon Wüstenbussard Fridolin galant im Tiefflug über den Burghof, um sich auf dem Falknerhandschuh der neu ernannten Kindfalknerin niederzulassen. Falkner Wolfgang Weller steht daneben. Die Augen des Kindes leuchten bei dem beeindruckenden Erlebnis, das es wohl so schnell nicht vergessen wird.

Nun wird es spannend, der Höhepunkt der Flugschau steht bevor, die spektakulären Angriffe der geflügelten Jäger auf das Federspiel. Mit etwa 100 Stundenkilometern stürzt sich Gerfalke Attila in waghalsigem Flug auf die Beuteattrappe, die Weller inmitten der Zuschauer in Windeseile kreisen lässt. Und prompt stellt der gefiederte Jäger sein Jagdgeschick unter Beweis und greift die Beuteattrappe am dünnen Seil im Flug. Das Publikum ist begeistert.

Am Ende der Vorstellung geht es für die Zuschauer in direkten Kontakt mit den Vögeln. Die große Uhudame Susi präsentiert ihre Respekt einflößenden Krallenfüße direkt neben dem kleinen und seltenen afrikanischen Perlkauz namens Schorsch. Steinadler Ketan beeindruckt mit seinen ausgebreiteten Schwingen und einer Flügelspannweite von etwa zwei Metern. Plüschige Käuze sorgen für Verzückung. Wer möchte, kann sich noch mit einem Vogel seiner Wahl fotografieren lassen.

Offizier Fritz von Tafelspitz

Zwischen den Shows konnte man in der Burg flanieren oder beim Wildbret-Schütz im Kutschenhof Spezialitäten aus heimischer Jagd genießen. Regionale Spezialitäten wurden im Burgrestaurant serviert und im Biergarten der Burg konnte man unter Königslinden und Sonnenschirmen ausruhen. Am Burgtor standen der preußische Offizier Fritz von Tafelspitz vom Preußischen Garnison-Regiment Nr. 10 und seinen Soldaten in historischen Uniformen Wache.

Die Falknerei gehört zum Weltkulturerbe

Die hohe Kunst der Falknerei ist übrigens seit 2014 zum Weltkulturerbe ernannt worden.

Wolfgang Weller und sein Team präsentieren das Falknerspektakel von April bis November auch auf der Burg Hohen Neuffen.