Grosselfingen Entsorgung und Recycling made in Germany

Ohne Sicherheitswesten dürfen auch brasilianische Bürgermeister nicht auf das Betriebsgelände in Grosselfingen.
Ohne Sicherheitswesten dürfen auch brasilianische Bürgermeister nicht auf das Betriebsgelände in Grosselfingen. © Foto: Jörg Wahl
Grosselfingen / Jörg Wahl 04.07.2018
Bürgermeister und Brasilien schauten sich auf der Kläranlage in Haigerloch und bei der Firma Bogenschütz in Grosselfingen um.

Diesen Besuch gibt es auch nicht alle Tage: Zur Betriebsbesichtigung beim Entsorgungs- und Recyclingunternehmen Bogenschütz in Grosselfingen hatten sich sieben Bürgermeister aus Brasilien angesagt: Jorge Luiz Stolf aus Rio dos Cedros, Jose Luiz Colombi aus Botuvera (die Stadt ist berühmt für ihre Tropfsteinhöhlen), Paulo Roberto Weiss aus Rodeio, Fernando Tomaselli aus Rio dos Cedros, Jean Michel Grundmann aus Benedito Novo, Jorge Augusto Krüger aus Timbo und Matias Kohler aus Guabiruba. Alle diese Städte liegen im brasilianischen Bundesstaat Santa Catarina.

Die Bürgermeistern aus Südamerika wollen sehen, wie die Bereiche Abwasser und Abfallwirtschaft in Deutschland funktionieren. Und so schauten sie sich interessiert die Kläranlage in Haigerloch an. Über den Betriebs­leiter der Haigerlocher Kläranlage, Gerd Hölle, war der Kontakt überhaupt erst zustande gekommen. Hölles Frau stammt aus Brasilien. Die Hölles fungierten bei dem Besuch als Dolmetscher.

Von Haigerloch aus ging es nach Grosselfingen zu Bogenschütz. Dort lernten die Gäste aus Brasilien die fünfstufige „Abfallhierarchie“ kennen, die da lautet: Vermeidung, Wiederverwendung, Recycling, Verwertung, Beseitigung. Geschäftsführer Uwe Bogenschütz und sein Team erläuterten, welch großer Wert in Deutschland auf die Abfalltrennung gelegt werde. Der gesammelte Abfall soll eben zum größten Teil wieder verwertet und in den Produktkreislauf zurückgeführt werden.

Fünfstufige Abfallhierarchie

Diskutiert wurde darüber, dass Brasilien zwar weltweit führend im Recyclen von Aluminiumdosen und PET-Flaschen sei, andererseits jedoch auch als das Land mit der größten Müllhalde Südamerikas gelte. Wenn es um die Entsorgung von Abfällen geht, sei Brasilien teilweise auf dem Stand von Deutschland von vor 30 Jahren. Vieles wandere einfach ungetrennt auf die Deponien. Sehr angetan zeigten sich die Gäste aus Südamerika vom hohen Stand der Entsorgungs- und Recyclingtechnik bei Bogenschütz. Wenn ein Großteil der wertvollen Rohstoffe, die im Abfall stecken, nach der Trennung wieder in den Kreislauf einfließen, werden wichtige Ressourcen für die Nachwelt gespart.

Ob Blaue Tonne oder Gelber Sack, Glascontainer oder Abfallkalender: Die brasilianischen Bürgermeister nahmen so manche Idee mit in ihre Städte.

Mittelstand im Zollernalbkreis

Bogenschütz-Entsorgung und Recycling ist nach eigenen Angaben das zentrale Abfallwirtschaftsunternehmen im Zollernalbkreis, das seit 1965 auf dem Gebiet der Entsorgung von kommunalen, gewerblichen, industriellen und privaten Abfällen in den Landkreisen Zollernalb, Rottweil, Tübingen und Freudenstadt tätig ist.

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