Mit dem Dienstantritt von Marc-Oliver Dambrowski hat in der Bücherei eine neue Ära begonnen. Als Nachfolger von Antonie Göhl, die die Bisinger Institution über 30 Jahre lang geleitet hat, betreut er rund 8000 Nutzer, für die 16 000 Medien bereit stehen.

Zu seinem Beruf hat der 42-Jährige aus Hechingen erst vor wenigen Jahren gefunden. "Ich war schon immer ein enthusiastischer Büchereinutzer und wusste, entweder will ich in diesem Bereich arbeiten oder in der Pädagogik." Zunächst entschied er sich allerdings für Letzteres. Nach dem Abschluss einer Fachschule für Pädagogik arbeitete er zehn Jahre als Erzieher in der Jugendhilfe. Dann bewegte ihn der Wunsch nach einer beruflichen Veränderung dazu, sich für eine Umschulung zu entscheiden. Im Nordschwarzwald absolvierte er eine zweijährige Ausbildung zum Fachangestellten für Medien und Informationsdienste, Fachrichtung Bibliothekswesen.

Erste Erfahrungen in diesem Beruf sammelte er während seiner Ausbildung unter anderem in der Dußlinger "Mediothek". "Da habe ich viel gelernt", erinnert sich Dambrowski gerne an diese Zeit zurück. Nach Abschluss der Ausbildung arbeitete er ein Jahr lang in der Stadtbibliothek Reutlingen. "Das war meine Feuertaufe, gleich nach der Ausbildung in so einem großen Betrieb", erzählt er. "Die Aufgaben dort waren sehr genau festgelegt und klar strukturiert, auf Dauer wollte ich einfach mehr machen", nennt er den Beweggrund, warum er sich anschließend für eine kleine Gemeindebücherei entschieden hat. Hier hat er gestalterische Freiräume, auch die familiäre Atmosphäre in Bisingen weiß der 42-Jährige zu schätzen.

Eingelebt hat er sich in seinem neuen Wirkungsbereich mittlerweile gut. "Natürlich muss man erst mal ankommen, sich orientieren und im Alltagsgeschäft zurechtfinden", beschreibt Dambrowski die ersten Wochen. Mit Marina Haas, die seit über 13 Jahren in der Bücherei tätig ist, hat er eine erfahrene Kollegin an seiner Seite. Gemeinsam führen sie die Marktsicht durch und entscheiden über Neuerwerbungen von Büchern, um das Angebot stets "topaktuell" zu halten. "Wir ergänzen uns sehr gut", sind sich beide einig.

Derzeit stecken sie mitten in der Planungsphase für Projekte, die in den nächsten Monaten umgesetzt werden sollen. Dabei haben sie sich vorgenommen, Bewährtes zu erhalten, aber auch offen für neue Ideen zu sein. Autorenlesungen, Abendveranstaltungen und das Bücherei-Frühstück im Oktober soll es auch weiterhin geben. Bald wird die Bücherei auch mit einem Maskottchen, einer Eule, aufwarten können.

Besonders am Herzen liegt es dem Zweierteam, junge Menschen für die Welt der Bücher zu begeistern. Leseförderung und Kooperationen mit Kindergärten und Schulen sind dabei von zentraler Bedeutung. Auch mit dem Bisinger Jugendtreff will der neue Büchereileiter in Kontakt treten. "Die Jugendlichen sollen uns kennenlernen und feststellen, dass es auch cool sein kann, mal in der Bücherei abzuhängen", spricht der Pädagoge aus Erfahrung.

Neben der bereits bestehenden Homepage feilt Dambrowski deshalb auch an der Präsenz in sozialen Netzwerken wie etwa Facebook, durch die noch mehr Menschen erreicht werden sollen. "Unser Ziel ist es, neue Leser zu gewinnen und die Stammkunden zu halten."

Die Bücherei solle als Ort der Begegnung wahrgenommen werden, an dem man sich wohlfühle: "Wir wollen dafür sorgen, dass hier Harmonie und eine positive Stimmung herrschen", beschreibt Marina Haas die Atmosphäre. Als Oase der Ruhe im immer stressiger werdenden Alltag soll hier Entschleunigung möglich sein. Und die Besucher danken es den beiden, schauen manchmal ganz spontan vorbei, um ein Schwätzchen zu halten. Auch dafür ist das Büchereiteam da.

Info Geöffnet ist die Bisinger Gemeindebücherei dienstags von 16 bis 19 Uhr, mittwochs von 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 12.30 Uhr, freitags von 15 bis 18 Uhr.