Bisingen Theaterspieler des MV Steinhofen begeistern

Turbulent ging’s nicht nur am Stammtisch in der Wirtschaft der Eheleute Steinberger zu, weil die sich dauernd streiten. Tohuwabohu herrschte erst recht in der darauf folgenden – fast – sündigen Nacht. Das Publikum des Musikvereins Steinhofen in der Hohenzollernhalle klatschte sich vor Vergnügen auf die Schenkel.
Turbulent ging’s nicht nur am Stammtisch in der Wirtschaft der Eheleute Steinberger zu, weil die sich dauernd streiten. Tohuwabohu herrschte erst recht in der darauf folgenden – fast – sündigen Nacht. Das Publikum des Musikvereins Steinhofen in der Hohenzollernhalle klatschte sich vor Vergnügen auf die Schenkel. © Foto: Elisabeth Wolf
Bisingen / Elisabeth Wolf 07.05.2018
Mit dem Stück „Eine fast sündige Nacht“ begeisterte das Theaterensemble des Musikvereins Steinhofen sein Publikum restlos.

In der Hohenzollernhalle wurde am Wochenende viel und herzlich gelacht.  Die Magie des Theaters hatte Einzug gehalten. Zur Aufführung kam am Samstag und am Sonntag der Dreiakter „Eine fast sündige Nacht“ von Hans Gnade.

Die Theatergruppe des Musikvereins Steinhofen hatte das Stück in den vergangenen Monaten einstudiert. Die Theatergruppe besitzt eine lange Tradition, bereits zum 38. Mal stand sie auf der Bühne.

Am ersten Abend war die Hohenzollernhalle fast bis auf den letzten Platz belegt. Vor dem Programm, in den Pausen und nach dem Theater unterhielt der Musikverein Bad Imnau die Gäste. Die Vereinsküche hatte dazu Schweinebraten oder Maultaschen mit Kartoffelsalat vorbereitet. Auch für kühle Getränke war ausreichend gesorgt.

Die Stimmung im Saal war ausgezeichnet. Mit viel Witz und großem schauspielerischem Talent zeigten die Schauspieler auf der Bühne ihr Können. Auch in diesem Jahr war das Spiel eine Strapaze für die Lachmuskeln. In dem Lustspiel ging es um das Gastwirts-Paar Steinberger, bei dem die Liebe nach fast 25 Ehejahren einfach am Nullpunkt angelangt ist.

Roland Ströher als Alois Steinberger und Heike Bitzer als Walli Steinberger hatten sich nichts mehr zu sagen und wenn, dann gab jedes Wort Anlass zum Streit. Auch das Verhältnis von Tochter Rosi, dargestellt von Olivia Krupinski, mit Stefan, gespielt von Tobias Hasenpusch, sorgte für Verstimmung im Familienalltag.  Unter dem frostigen Klima litten auch die beiden Dienstboten Bertha (Sabine Büschgen) und Schorsch (Ole Ahrens).

Um das Eheleben der Steinbergers wieder in Schwung zu bringen, schaltete sich mit Hochzeitslader Toni Kraxer (Michael Nill) ein Heiratsvermittler ein, der mit Hilfe der Eifersucht wieder Feuer in das Eheleben bringen wollte.

Das Publikum brachte er immer wieder mit gereimten Lebensweisheiten wie „Gehorchen ist Liebespflicht, wer nicht gehorcht, der liebt auch nicht“ zum Lachen. Mit viel „flüssigem Geist“, gemeint war Schnaps, betrachtete er das Ganze und kam zu dem Schluss: „Dauert die Ehe lange, wird das Weib zur Schlange“ oder „Erst vertreibt die Liebe die Zeit, dann die Zeit die Liebe“.

Mit Einladungen zu angeblichen Schäferstündchen und einem Verwirrspiel, wer denn nun mit wem die Nacht im Ehebett der Steinbergers verbracht hat, sorgte Toni für Verwirrungen und Verwechslungen,  nur Susi-Tante (Silke Ufermann), die verstockte Schwester von Alois und erklärte Männerfeindin, schien in dieser turbulenten Nacht frei von jeglicher Sünde zu sein. Vor allem Küchenhilfe Bertha und Hausdiener Schorsch waren sich lange nicht darüber klar, mit wem sie sich eigentlich im Ehebett ihrer Arbeitgeber befunden haben.

Nach heftigem und deftigem Schlagabtausch und der Aufklärung der Missverständnisse mit lustigen und auch handfesten Dialogen, vor allem zwischen Alois und Berta, konnte Toni zum Schluss guten Gewissens doch noch zusammen mit dem begeisterten Publikum sagen: „Ehekrise beendet, Liebe erneuert und das in einer, aber fast sündigen Nacht.“ Als Souffleuse agierte Siglinde Ruf und für die Maske war Christa Ramminger verantwortlich.

Am Sonntag war die Halle ebenfalls gut gefüllt. Die Gastgeber vom Musikverein Steinhofen hatten ein reichhaltiges Kuchenbüffet aufgebaut, die musikalische Umrahmung lag bei der Polkabesetzung des Musikvereins Bisingen. Wieder wurde während und am Schluss des Stückes laut gelacht und applaudiert.

Den Verantwortlichen ist es gelungen, zwei tolle Theatervorstellungen zu organisieren. Die treibende Kraft beim Musikverein Steinhofen war einmal mehr Roland Ströher.

Alte Schauspieler bei der Stange zu halten oder neue Talente zu entdecken, das ist ihm auch in diesem Jahr wieder gelungen. Hierfür dankte ihm Vorsitzende Petra Hasenpusch am Ende der Veranstaltung.

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