Bisingen Gewerbesteuer sprudelt nur so

Im Bisinger Industriegebiet Nord an der B 27 ist kein Plätzchen mehr frei. Die Gemeinde ist mit Nachdruck dabei, das Gebiet in östliche Richtung zu erweitern.
Im Bisinger Industriegebiet Nord an der B 27 ist kein Plätzchen mehr frei. Die Gemeinde ist mit Nachdruck dabei, das Gebiet in östliche Richtung zu erweitern. © Foto: Stephanie Apelt
Bisingen / Stephanie Apelt 10.08.2018
Der Trend hält erfreulicherweise an: Die Bisinger Betriebe bringen Geld in die Kasse der Gemeinde.

Bisingens Kämmerer Thomas Neher macht Mitte des Jahres gerne einmal Kassensturz. Liegt die Gemeinde mit ihren Haushaltsplanungen für 2018 – die ja schon wieder einige Monate zurückliegen – richtig? Was fiel weg, was kam hinzu? Vor Überraschungen ist auch eine Gemeinde nicht gefeit.

2018 hat die Gemeinde mit gut 30,5 Millionen Euro einen Rekordhaushalt vorgelegt. Wie viel auch investiert werden soll und muss, es soll erneut ohne Schulden gehen. Davon hat Bisingen schließlich genügend.

Für die gesamtwirtschaftliche Lage sieht Neher die Ampel weiterhin schön auf grün stehen. Doch wie sieht es in Bisingen ganz konkret aus? Im Verwaltungshaushalt sticht vor allem heraus: Die Gewerbesteuereinnahmen sprudeln. 4,1 Millionen waren bereits vorsichtig auf der Habenseite eingeplant worden. Stand jetzt: Es werden sogar noch einmal 290 000 Euro mehr sein. Umgekehrt muss die Gemeinde dafür natürlich mehr Gewerbesteuerumlage entrichten (plus 58 000 Euro).

Damit bestätigt sich der Trend der vergangenen Jahre. Allein nach dem vorläufigen Ergebnis gingen 2017 bei der Gemeinde Bisingen rund 4,05 Millionen Gewerbesteuer ein. Das war Rekord. Bisingens Bürgermeister Roman Waizenegger stellte erfreut fest: „Das spricht unter anderem für eine zunehmende und anhaltende Vitalität unseres Gewerbestandorts.“

Bisingen hat gerade in jüngster Zeit einiges an Gewerbeflächen verkauft. Das Bisinger Industriegebiet Nord entwickelte sich regelrecht zum Verkaufsschlager. Nun soll es schleunigst an die Erweiterung gehen. In östlicher Richtung ist Platz, den sich die Gemeinde allerdings noch endgültig sichern muss.

Die Mehrausgaben im Verwaltungshaushalt kommen dem Investitionshaushalt zugute. Statt 2,4 Millionen Euro fließen 2,65 Millionen Euro.

Finanzlücke durch Maute-Areal

Im besagten Investitionshaushalt klafft dagegen eine dicke Lücke. Das liegt am Maute-Areal. Für 950 000 Euro hatte sich die Gemeinde das Fabrikareal Ende vergangenen Jahres im Zuge einer Zwangsversteigerung gesichert. War während der Haushaltsberatung für 2018 noch optimistisch gerechnet worden, dass 1,6 Hektar große Areal komplett und zügig an einen vertrauenswürdigen Investor, zum Beispiel eine Bausparkasse, wiederum für 950 000 Euro weiter zu verkaufen, wird nach der Klausurtagung zum Maute-Areal anders geplant. Noch vor den Sommerferien hat sich die Gemeinde die „Steg“ Stadtentwicklung GmbH, Stuttgart, als professionellen Partner für das Entwicklungskonzept an die Seite geholt.

Das Geld, das wegen der kurzfristig nicht realisierbaren Verkaufserlöse aus dem Maute-Areal im Investitionshaushalt fehlt, wird aus den Rücklagen entnommen. Da sind 4,2 Millionen Euro drin.

Arbeit am ersten doppischen Haushalt

Bisingen stellt um (wie alle anderen Kommunen auch): vom bisherigen kameralistischen Haushalt mit einfacher  Buchführung mit Einnahmen- und Ausgabenrechnung auf einen künftig doppischen Haushalt mit, wie im kaufmännischen Bereich üblich, doppelter Buchführung. Vorteil ist eine bessere Darstellung sämtlicher Vermögenswerte einer Kommune – und deren Schulden.

Doppik ist ein Kunstwort und steht für Doppelte Buchführung in Kommunen/Körperschaften.

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