Grosselfingen Die Ferkelchen sind prima drauf

Grosselfingen / Von Elisabeth Wolf 30.07.2018
Die Gläserne Produktion gewährte informative Einblicke in den Lindenhof der Familie Karsch in Grosselfingen.

Seit einigen Jahren gewähren  Landwirte im Zol­lernalbkreis immer wieder Einblick in ihre Betriebe. Diese Veranstaltungen werden in Zusammenarbeit des Landwirtschaftsamtes, des Kreisbauernverbandes und des Kreislandfrauenverbandes Zollernalb organisiert. Ob modere Milchkuh-, Schweine-, Rinder-, Schaf-, Ziegen- oder Hühnerhaltung, ­Ackerbau oder Saatzucht – die Gläsernen Produktionen geben Interessierten Gelegenheit, die Vielfalt der landwirtschaftlichen Produktion im Zollernalbkreis zu erleben.

Seit Juni öffneten acht landwirtschaftliche Betriebe ihre Ställe für Betriebsführungen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten. Am Freitag nun hieß die Familie Karsch vom Grosselfinger Lindenhof die Besucher willkommen. Dort erhielten sie Einblick in die Muttersauenhaltung nach den sogenannten „Hofglück“-Kriterien, die für den Verkauf an Edeka Grundvoraussetzung sind.

Diese umfassen die artgerechte Tierhaltung, die Dokumentation des Gesundheitszustands der Schweine, höchste Lebensmittelsicherheit, nachvollziehbare Herkunft, ausreichendes Tageslicht im Stall mit direktem Kontakt zum Außenklima durch einen Auslauf oder Offenfrontstall, Transportwege von maximal 200 Kilometer oder vier Stunden Fahrzeit, den Erhalt der regionalen Landwirtschaft, keine vorbeugenden Antibiotika zur Mast, keine gentechnisch veränderten Futtermittel, ausgezeichnete Qualität – und als Resultat frisches, saftiges und zartes Fleisch.

Sibylle Roller-Karsch und Ihr Ehemann Christian begrüßten die Gäste. Franz Keßler vom Landwirtschaftsamt bedankte sich bei ihnen für ihre Bereitschaft, den Lindenhof öffentlich vorzustellen.

Während der folgenden Führung über das Hofgelände und durch die Ställe erklärte Sibylle Roller-Karsch die Betriebsabläufe. Das Thema Tierschutz werde bei ihnen sehr groß geschrieben. Von der Aufzucht bis zur Mast würden die Ferkel optimal versorgt.

Die ersten vier Wochen seien sie mit ihren Müttern gemeinsam in einem Stall untergebracht. Dort bekämen die jungen Tiere neben der Muttermilch auch schon spezielles Ferkelfutter. So lernten sie allmählich das Fressen. Anschließend würden die Ferkel in Gruppen in den sogenannten Aufzuchtstall verlagert.

Zur Beschäftigung stehe den Ferkeln spezielles Spielzeug wie Bälle, Beißringe, Stroh und Wühlerde zur Verfügung. Wenn die Schweine drei Monate alt sind, würden sie zum letzten Mal umgestallt. In großen Buchten hätten sie genügend Platz, um in artgerechter Gruppenhaltung aufzuwachsen.

Im Anschluss an den Hofrundgang gab es Wurstsalat oder Rote Wurst sowie Kostproben aus dem hofeigenen Wurstsortiment.

Aufwachsen möglichst ohne Stress

Während der Mast nehmen die Tiere um die 750 Gramm pro Tag zu. Im Alter von sechs bis sieben Monaten und einem Gewicht von rund 115 Kilogramm sind die Schweine schlachtreif. Während der kompletten Mastzeit bis zur Schlachtung ist man auf dem Lindenhof darum bemüht, den Stress für die Tiere besonders gering zu halten.

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