Wenn alles zügig läuft, könnte der Grosselfinger Gemeinderat noch vor der Sommerpause über den Bürgerentscheid in Sachen Ortsmitte entscheiden. Nach Paragraph 21, Absatz 4 der Gemeindeordnung muss letztendlich der Gemeinderat über die Zulässigkeit eines Bürgerentscheids entscheiden. Darauf verweist das Kommunalamt des Landratsamtes Zollernalbkreis. Aber die gesetzlichen Voraussetzungen für die Zulässigkeit des Bürgerbegehrens seien von der Gemeinde in Abstimmung mit dem Kommunalamt geprüft worden. "Wir wollen auf Nummer sicher gehen", erklärt Grosselfingens Hauptamtsleiterin Sabrina Lorch.

Grosselfingen betritt schließlich Neuland. Zu einem Bürgerentscheid kommt es ja wahrlich nicht alle Tage. Dabei gibt es viele Faktoren und Details zu berücksichtigen, etwa wie die Frage gestellt werden muss oder die Benennung der verantwortlichen Personen.

Einen Haken hat die Gemeindeverwaltung bereits hinter das Bürgerbegehren gemacht, das Voraussetzung für den Bürgerentscheid ist. Die 343 Unterschriften, die von den Initiatoren Berthold Lenz und Petra Reichert-Kötzle gesammelt wurden, seien geprüft worden, sagt die Hauptamtsleiterin. Mit positivem Ergebnis. Die Mindestzahl von 172 Unterschriften wurde weit überschritten.

In einer der nächsten Gemeinderatssitzungen am 18. Mai oder 24. Juni könnte das Thema "Bürgerentscheid" also bereits auf der Tagesordnung stehen. Der wird allerdings nicht den neuesten Vorschlag der "Bürger für Grosselfingen" beinhalten. Die Gemeinderatsfraktion hätte die Grosselfinger gern gleich über die bauliche Zukunft ihrer Ortsmitte entscheiden lassen. Berthold Lenz und Petra Reichert-Kötzle hingegen geht zunächst nur darum, einen Schnellschuss zu verhindern und den Gemeinderat dazu zu verpflichten, vor einer endgültigen Entscheidung über die heiß diskutierten Varianten für Rathaussanierung, Bauhof-Festhalle, Gesellenhaus, "Lamm" und Co. drei tragfähige Gesamtkonzepte erarbeiten zu lassen und diese öffentlich vorzustellen.