Bisingen Bisinger Verwaltung denkt an Alternative für Jugendgemeinderat.

Der Jugendgemeinderat Bisingen.
Der Jugendgemeinderat Bisingen. © Foto: Jörg Wahl
STEPHANIE APELT 19.07.2016
19 Bewerber für 18 Sitze? Eine echte Wahl sieht anders aus. Die Bisinger Verwaltung denkt an eine Alternative für den Jugendgemeinderat.

Wohin man auch schaut, es fehlt an Kandidaten für den Jugendgemeinderat, und auch die Wahlbeteiligung ist nicht besonders hoch. Das sieht in Bisingen nicht anders aus als in anderen Städten und Gemeinden in der Umgebung. Bei der Wahl 2013 gab es 19 Bewerber bei 18 Sitzen. Die Wahlbeteiligung lag bei mageren knapp 27 Prozent

Dabei war Bisingen eine der ersten Gemeinden in Baden-Württemberg, in der überhaupt ein Jugendgemeinderat gewählt wurde. Das war 1989. Und eines muss man ihm lassen: Der Bisinger Jugendgemeinderat hat in all den Jahren seines Bestehens doch einiges bewegt. So hat sich der Jugendgemeinderat lange für die Einrichtung eines Jugendtreffs eingesetzt – der inzwischen längst, unter der Obhut des Kinder- und Jugendbüros, zu einer festen Anlaufstelle geworden ist.

Doch inzwischen ist nicht nur das Interesse der Jugendlichen am Jugendgemeinderat erkennbar gesunken, auch vom Gremium selbst ist nicht allzu viel mehr zu hören. Ausnahme zuletzt: In Zimmern wurden die Stromkästen bunt bemalt.

Jetzt im Herbst stünde die nächste Wahl eines Bisinger Jugendgemeinderates an. Doch passt das „starre“ Gremium, für drei Jahre festgelegt, überhaupt noch zur heutigen jungen Generation? Das zumindest fragt sich die Bisinger Gemeindeverwaltung und bringt in der Gemeinderatssitzung am heutigen Dienstag den Vorschlag auf den Tisch, den Jugendgemeinderat in seiner jetzigen Form abzuschaffen, stattdessen auf Jugendforen – in durchaus wechselnder Zusammensetzung – zu setzen. Einzelne Foren könnten sich dann bestimmten, zeitlich begrenzten, Projekten widmen.

Da auch diese Art der Jugendbeteiligung natürlich Hand und Fuß haben soll, könnte die Jugendhilfeeinrichtung Haus Nazareth als Partner mit hinein genommen werden. Die Zusammenarbeit im Rahmen der Kinder- und Jugendarbeit besteht ja schon seit Jahren.

5000 Euro hat der Bisinger Gemeinderat bislang pro Jahr für den Jugendgemeinderat zur Verfügung gestellt. Die Kosten für eine Zusammenarbeit mit dem Haus Nazareth veranschlagt die Gemeindeverwaltung bei rund 6200 Euro pro Jahr. Ob es möglicherweise auch noch Zuschüsse für die Jugendforen gibt, müsste geprüft werden.

Am heutigen Dienstag will der Bisinger Gemeinderat darüber diskutieren, ob die Möglichkeit der Jugendforen – zunächst einmal vielleicht über einen Zeitraum von zwei Jahren – ausprobiert wird.

Was sonst noch auf der Tagesordnung des heutigen Abends steht: die Bekanntgabe von Beschlüssen aus nicht öffentlicher Sitzung, eine Bürgerfragestunde, Aktuelles zur Regio-Stadt-Bahn Neckar-Alb, der Finanzzwischenbericht für das Haushaltsjahr 2016, die Beschlussfassung über die Annahme von Spenden, die Übernahme einer Ausfallbürgschaft für die Finanzierung der Erschließungsmaßnahmen im Neubaugebiet „Fronwiesen-Raubrühl, der Wohnpark „Zollerblick“ (hier geht es um die Vergabe des Planungsauftrages für den zweiten Bauabschnitt, mit Ausbau der Zollerstraße), die weitere energetische Sanierung des Kindergartens „Zwergenland“ in Thanheim, die Außenanlage des Kindergartens „Humboldt“ in Bisingen, der Austausch der Brandmeldeanlage im Altenpflegeheim „Haus im Park“ in Bisingen, eine Änderung des Bebauungsplanes „Brühl“ sowie eine ganze Reihe von Baugesuchen.

Info Die Gemeinderatssitzung beginnt am Dienstag, 19. Juli, um 19.30 Uhr im Rathaus (Sitzungssaal, 1. Stock).