Was vor 20 Jahren noch völlig normal und selbstverständlich war, ist heutzutage eher die Ausnahme. Immer weniger Kinder gehen zu Fuß oder fahren mit dem Fahrrad zur Schule. Viel zu viele Kinder werden mit dem Auto direkt an die Schule gefahren.

Dies liegt einerseits an dem stetig zunehmenden Verkehr, andererseits an der damit verbundenen Angst der Eltern, dass etwas auf dem Schulweg passieren könnte. Wenn man aber genauer darüber nachdenkt, stellt man fest, dass die größte Gefahrenstelle für die Kinder direkt beim Schulgelände ist. Denn genau die vielen Eltern-Taxis, die alle direkt zur Schule fahren, dort ein- und ausparken, verursachen das größte Gefahrenpotenzial.

Ein extra Plan für den Schulweg

Schon seit Jahren ist dieser Sachverhalt bekannt und allen Beteiligten ein Dorn im Auge. Es wurde bereits sehr viel getan, umgesetzt und wesentlich verbessert. Schon die ehemalige Rektorin der Grund- und Werkrealschule Bisingen, Andrea Jetter, hat die Erarbeitung eines Schulwegeplans in Zusammenarbeit mit dem Landratsamt, der Polizei, der Gemeindeverwaltung, Eltern und Schülern sowie dem Humboldt-Kindergarten in die Wege geleitet. Dieser überarbeitete Schulwegeplan ist mit Beginn des neuen Schuljahres gültig und wird ausgeteilt.

Dieser Plan gibt Empfehlungen für die richtige Auswahl des Schulweges und zeigt empfehlenswerte Stellen auf, bei denen eine Straße sicher überquert werden kann.

All diese Maßnahmen und Ratschläge können aber nur wirksam werden, wenn die allermeisten Kinder zu Fuß oder mit dem Bus zur Schule kommen. Dieser Punkt war in den Elternbeiratssitzungen ein wichtiges Thema und ein großes Anliegen der Eltern.

An der Steinäcker-Schule in Bodelshausen gibt es seit gut acht Jahren ein ähnliches Projekt, das gut funktioniert. Von diesem Konzept waren alle Bisinger Elternbeiräte überzeugt und gewillt, dieses für die Grundschulen Bisingen in abgewandelter Form zu übernehmen. Sofort wurde ein fünfköpfiger Arbeitskreis gefunden.

Für den Arbeitskreis – namentlich Tina Ratzke, Tanja Scherer, Manuela Skodda, Nicole Welzel und Christine Ertelt – war besonders wichtig, dass die Kinder Spaß und Freude daran haben sollen, Laufgemeinschaften zu bilden und gemeinsam zur Schule zu laufen. Denn so kommen sie fit, munter und fröhlich in der Schule an. In der ersten Zeit werden sie – besonders die Erstlässler – begleitet.

Acht bunte Figuren

Schnell war klar: Die „Schulweghelden“ sollen die neuen Symbolfiguren für das Schulweg-Konzept in Bisingen werden. Insgesamt wurden acht unterschiedliche Schulweghelden-Figuren ausgestaltet, die an verschiedenen Treffpunkten in kurzer Entfernung zur Grundschule beziehungsweise an der Bushaltestelle auf dem Schulgelände und am gemeinsamen Ziel, dem Schulhof, aufgestellt wurden. Von dort laufen die Kinder gemeinsam um 7.50 Uhr los. Wenn die Kinder in gemütlichem Tempo zur Schule laufen, dann sind sie gegen 8 Uhr im Schulhof, pünktlich für den Unterrichtsbeginn um 8.05 Uhr.

Gesperrter Schulweg

Die Treffpunkte der Schulweghelden sind im Schulwegeplan der Gemeinde eingezeichnet: in der Hegelstraße (Steinhofen), am Feuerwehrhaus Bisingen (Achtung, der Schulweg ist dort bis zum 27. September gesperrt!), am Rathaus, beim Zebrastreifen am Beginn des Schulweges über die Fußgängerbrücke, am Marktplatz bei der Ampel vor der Hohenzollernhalle und an der Ecke Laiblache/Humboldtstraße.

Die Standorte der Schulweghelden wurden so ausgewählt, dass Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto fahren müssen, die Schüler dort problemlos ein- beziehungsweise aussteigen lassen können. Allerdings ist es so gedacht, dass die meisten Kinder von zuhause aus los laufen und sich bei einem Schulweghelden treffen, um das letzte Stück zur Schule gemeinsam gehen zu können. Es soll nicht so sein, dass alle Kinder mit dem Auto dorthin gefahren werden.

Finanziert wurden die standfesten Figuren von dem Elternbeirat der Grundschule Bisingen und dem Förderverein der Grundschule Bisingen. Dabei mussten diese Institutionen nicht tief in die Tasche greifen, denn von den Gestaltern der Figuren wurden lediglich die Materialkosten in Rechnung gestellt.

Dank an Ipek und Schieber

Ihre zahlreichen Arbeitsstunden haben Ahmet Ipek für den Bau der Pfosten aus Edelstahl und Michael Schieber von S-Tec Werbetechnik für den Entwurf und die Beklebung der Schilder sowie die Gestaltung der Informationsflyer und der Stempelkarten den Kindern zuliebe gespendet.

Bürgermeister Roman Waizenegger war bei der Vorstellung des Schulweghelden-Konzeptes sofort vom Gelingen überzeugt und sicherte zu, dass die Gemeinde den Aufwand für das Anbringen der Bodenhülsen für die Pfosten übernimmt. Michael Breimesser vom Ordnungsamt, der federführend für die Entwicklung des Schulwegeplans zuständig ist, legte zusammen mit der Arbeitsgruppe und Rektorin Heyder bei einem Rundgang durch Bisingen die Standpunkte der „Schulweghelden“ fest.

Die Grundschule Bisingen sucht nun möglichst viele Schulweghelden.

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Montag geht es los! Alle Schüler und Schülerinnen erhalten in der ersten Schulwoche eine Schulweghelden-Stempelkarte mit acht Stempelfeldern. Ein Stempelfeld entspricht einer Schulwoche. Gestempelt wird einmal wöchentlich am Freitag. Man bekommt einen Stempel, wenn man fünf Mal in der Woche zur Schule oder nach Hause gelaufen beziehungsweise mit dem Bus gefahren ist. Sobald man acht Stempel gesammelt hat (frühestens nach acht Wochen), kann man sich eine Belohnung abholen.

Wer holt sich die Belohnung? Als Belohnung können sich die Kinder pro Stempelkarte mit acht Stempeln einen Schulweghelden-Aufkleber zum Sammeln oder eine Kugel Eis in der Rialto Eis Boutique oder eine Brezel bei der Bäckerei Koch oder der Bäckerei Schweizer abholen.