Die Hechinger Tore blieben für Bisingen geschlossen. Aus der Gemeinde Bisingen wird der Bodenaushub ab 2020 nicht mehr wie all die Jahre nach Hechingen gebracht, sondern auf eine der beiden Erddeponien des Landkreises in Albstadt oder Balingen. Die Stadt Hechingen möchte sich ihre Deponie noch etwas erhalten, ein großes Baugebiet steht an (wir berichteten).

So ganz verstehen es die Bisinger Gemeinderäte nicht. Klaus Ertl (Freie Wähler) wollte da, bei all der guten Zusammenarbeit zwischen Bisingen und Hechingen, in der Sitzung am Dienstag ein „ernstes Wort unter zollerischen Brüdern“ anfügen: Denn den Bisinger Bürgermeister zu einem Gespräch über die Erddeponie einzuladen, um ihm dann zu eröffnen, alles sei ohnehin schon entschieden, gehe ja nun gar nicht.

Stutzig macht Ertl noch etwas anderes. Die Stadt Hechingen hatte ja als Kündigungsgrund angeführt, Bisingen habe nicht, wie vereinbart, irgendwann selbst eine Erddeponie eingerichtet. 2006 hatte die Gemeinde Bisingen allerdings die Genehmigung vorliegen, ihre Erddeponie Kleinsteinitz zu erweitern. Trotzdem wurde weiter nach Hechingen geliefert. „Wurde damals etwas vereinbart?“, fragt sich Ertl. 2011 lief die Genehmigung, nachdem sie nicht genutzt wurde, aus.

Sehr zufrieden zeigten sich die Gemeinderäte dagegen mit der Bündelausschreibung des Gemeindetages Baden-Württemberg  für die Stromlieferungen. Größte öffentliche Abnehmer in der Gemeinde sind das Schulzentrum, die Hohenzollernhalle und die Kläranlage. Und weil 100 Prozent Ökostrom, also aus erneuerbaren Energien, nur ein paar Cent mehr kosten als „Normalstrom“, stimmten alle Gemeinderäte bis auf zwei dafür. 7500 bis 10 000 Euro müssen pro Jahr mehr gezahlt werden.