Bisingen Aus Kress-Elektrik wird AMB-Elektrik

Am Tag der Kaufvertragszeichnung (v. l.): Ulrich Adam, Marc Beutelspacher, Jürgen März, Christoph Michailidis und Michael Michailidis.
Am Tag der Kaufvertragszeichnung (v. l.): Ulrich Adam, Marc Beutelspacher, Jürgen März, Christoph Michailidis und Michael Michailidis. © Foto: Firmenfoto
Bisingen / Andrea Spatzal 04.05.2018
AMB-Elektrik führt Teile der Produktion des insolventen Elektrowerkzeugherstellers Kress in Bisingen weiter.

Die AMB-Elektrik GmbH übernimmt den Teilbereich Fräsmotoren und Sondergeräte der insolventen Kress-Elektrowerkzeuge. „Langjährige Mitarbeiter werden übernommen und sichern die Qualität und das Know-How“, heißt es in einer Pressemitteilung der AMB-Elektrik GmbH.

Produziert werde weiterhin auf dem Gelände der ehemaligen Kress-Elektrik GmbH in Bisingen – „zur lokalen Unterstützung und Festigung, vor allem aber auch, um weiterhin regionaler Arbeitgeber im Zollernalbkreis zu sein“.

Auch die Ersatzteilversorgung sei gesichert – mit etwas Zeitversatz nach dem Umzug der Produktion ab Juli/August dieses Jahres.

AMB steht für die Namen der drei Gesellschafter Ulrich Adam, Familie Michailidis und Marc Beutelspacher. Familie Michailidis ist in Bisingen mit ihrer CM-Gruppe seit vielen Jahren bekannt und war zuvor langjähriger Lieferant für die Elektronikkomponenten der Firma Kress-Elektrik. Renommierte Firmen aus der Elektrogerätebranche schätzen das Elektronik-Wissen und die Fertigungsqualität der CM-Gruppe, die auch Spezialist auf den Gebieten Sicherheitstechnik und Brandschutz ist.

„Die Markenrechte von Kress wurden zwar international verkauft, AMB jedoch erwirbt die Produktionswerkzeuge und das Fertigungsknowhow des Traditionsherstellers Kress“, so die drei Unternehmer, die zusammen über 80 Jahre Erfahrung in Werkzeug-, Sondermaschinenbau und Elektronikbranche auf die Waage bringen.

Gleich zum Firmenstart macht AMB mit einer Neuentwicklung aufmerksam: dem weltweit ersten Universal-Fräsmotor mit digitaler Ansteuermöglichkeit und integriertem Werkzeugwechselsystem. Was bisher der industriellen Anwendung im CNC-Bereich vorbehalten war, halte damit Einzug in Anwendungen aus der Einzel-, Nullserien und Kleinserienfertigung. Als einziger Anbieter garantiere AMB-Elektrik, wie zuvor Kress-Elektrik, extreme Toleranzhaltigkeit schon bei den kleinsten Antrieben ab 500 Watt. Dies werde belegt durch ein Zertifikat, das jeder Maschine beiliege

Neben Fräsmotoren runden Winkelschleifer, Trockenbauschrauber und Bohrmaschinen die Produktpalette ab.

„Handwerker weltweit schätzen seit Jahrzehnten die Qualität, die hinter dem Logo aus dem Hohenzollerischen steht. Mit AMB-Elektrik werden wir viele dieser Kunden weiterhin versorgen und im Laufe der nächsten Jahre durch Neuentwicklungen und kontinuierliche Produktverbesserungen überraschen“, stellen die neuen Inhaber fest. Wo andere Hersteller längst günstig in Fernost produzieren lassen oder nur zukaufen, stütze AMB-Elektrik den deutschen Mittelstand und werde das lokal gewachsene Know-How weiter ausbauen. .„Auf die Werte kommt es an – die stecken unter dem Maschinengehäuse“, lautet der einhellige Tenor der drei neuen Inhaber.

Unternehmen mit langer Tradition

Die Firma Kress-Elektrik wurde 1928 in Tübingen gegründet. In den letzten Jahren erfuhr das Unternehmen eine wechselhafte Geschichte: Im Mai 2016 musste Kress beim Amtsgericht in Hechingen Insolvenz beantragen. Ein Insolvenzverwalter wurde eingesetzt und suchte nach Investoren für den angeschlagenen Elektrowerkzeugehersteller.

Die Produktion wurde verkleinert, die Mitarbeiterzahl, die in Spitzenzeiten die 200er-Marke überstiegen hatte, von damals noch 80 auf zuletzt 37 reduziert. Im Februar 2017 wurde zwar ein Investor gefunden, aber die Unternehmenssanierung scheiterte an steuerrechtlichen Hürden. Im Oktober 2017 war die sogenannte Ausproduktion angefahren worden.