Wessingen Aus der alten Schmiede wird ein Atelier

Marita Sickinger hat sich in Wessingen ein Atelier eingerichtet. In knapp zwei Wochen feiert sie darin mit Gästen die offizielle Eröffnung. Tisch und Stühle stammen noch aus der früheren Näherei, die dort untergebracht war.
Marita Sickinger hat sich in Wessingen ein Atelier eingerichtet. In knapp zwei Wochen feiert sie darin mit Gästen die offizielle Eröffnung. Tisch und Stühle stammen noch aus der früheren Näherei, die dort untergebracht war. © Foto: Jörg Wahl
Wessingen / Jörg Wahl 12.09.2018
In der Kirchgasse 9 in Wessingen schuf sich Künstlerin Marita Sickinger ein produktives Umfeld.

Immerhin 64 Jahre war die Stadt Bremen Marita Sickingers Lebensmittelpunkt. Dort wurde sie geboren, hat studiert und gearbeitet. 1998 heiratete sie den aus Wessingen stammenden Fridolin Sickinger, der seit 1980 in Bremen tätig war.

Nach ersten autodidaktischen Versuchen begann ihr künstlerischer Weg 2004 mit dem Besuch einer Malschule in Bremen sowie der Teilnahme an unterschiedlichen Kursen und Workshops. Vor zehn Jahren wagte Marita Sickinger dann den großen Schritt: den Beginn eines nebenberuflichen Kunststudiums an der Hochschule für Künste (Uni Bremen). Dieses Studium, das Malerei, Zeichnen, Bildhauerei und Fotografie umfasste, schloss sie 2013 mit Erfolg ab. Schon damals präsentierte sie  ihre Kunstwerke in verschiedenen Einzel- und Gruppenausstellungen.

Ihre Exponate sind meist großformatig und mit Acryl, teils auch in Öl gestaltet. Im Lauf der Jahre hat sich das Malkonzept erwartungsgemäß verändert. Vom eher gegenständlichen Bild zur Gestaltung von halbgegenständlichen Landschaften, Stillleben und Figuren. Zwischenzeitlich entstehen auch starkfarbige Bilder in reiner Abstraktion.

Ihr neues Atelier in Wessingen, Kirchgasse 9, war ursprünglich die Wessinger Schmiedewerkstatt der Familie Albert Sickinger. In den 80er- und 90er-Jahren  war dann dort eine kleine Textilnäherei für Frauen des Dorfes untergebracht. „Dies ist ein historischer und produktiver Ort, den ich mit meiner Kunst beleben darf“, sagt Marita Sickinger, die vor Jahren auch schon einmal in Bisingen ausgestellt hat. „Hier werde ich zukünftig auch anderen Menschen die Möglichkeit geben, in Kursen oder im Rahmen des ,offenen Ateliers’ die eigenen künstlerischen Quellen zu entdecken oder auszugestalten.“

Guter Platz für Kleinkunstszene

Ohnehin eignet sich das schmucke Atelier auch für die Kleinkunstszene, können dort kleinere kulturelle Veranstaltungen stattfinden. Die Räumlichkeiten hat sie vom Eigentümer gemietet. Einzige Bedingung war, das Lager auszuräumen. Dabei ist sie auf viele alte Gegenstände gestoßen, die sie in ihr Atelier integriert hat. So zum Beispiel den gut fünf Meter langen Zuschneidetisch. Rund 50 Bilder Marita Sickingers füllen die Wände.

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