Bisingen Kläranlage bekommt neue Presse

Je besser der Klärschlamm abgepresst ist, ums günstiger fällt seine Entsorgung aus.
Je besser der Klärschlamm abgepresst ist, ums günstiger fällt seine Entsorgung aus. © Foto: Archiv
Bisingen / Sabine Hegele 11.05.2018
Auf der Bisinger Kläranlage wird die Kammerfilterpresse durch eine Zentrifugenpresse ersetzt.

Schneckenpresse oder Zentrifugenpresse? Mit dieser Frage beschäftigte sich am Mittwochabend der Bisinger Gemeinderat. Und entschied sich schließlich für die von Gernot Molitor vom Ingenieurbüro Götzelmann empfohlene Zentrifugenpresse.

Auf der Sammelkläranlage in Bisingen wird der anfallende Klärschlamm mit einer Kammerfilterpresse, Jahrgang 1977!, entwässert. Letztmals grundsaniert wurde sie in den Jahren 1999/2000 – seither geschah nichts mehr. Die Folge: Die Kammerfilterpresse zeigt deutliche Verschleißerscheinungen auf. Überhaupt, erläuterte Gernot Molitor dem Gemeinderat, würden solche Kammerfilterpressen heute gar nicht mehr eingebaut. Auf dem „Markt“ habe man heute die Wahl zwischen Schnecken- oder Zentrifugenpresse.

Beide wurden im Sommer 2016 auf der Bisinger Kläranlage getestet, denn: „Jeder Schlamm verhält sich anders“, weiß der Fachmann aus dem Büro Götzelmann. Das Ergebnis der Versuchsreihe: Mit beiden Pressen wurden sehr gute Entwässerungsergebnisse erzielt. Das bestätigte dem Gemeinderat in der Sitzung am Mittwochabend auch Betriebsleiter Jürgen Lepold.

Nach Abwägen aller Vor- und Nachteile aber gelangten Molitor und Lepold zu der Überzeugung, dass die Zentrifugenpresse für die Bisinger Kläranlage besser geeignet ist. Die „minimal teurere“ der beiden Pressen. Warum? Jürgen Lepold nannte sie flexibler – und: Die Schneckenpresse bedürfe häufiger der Reinigung.

Nach der Versuchsphase im Sommer 2016 war von den beiden Fachmännern noch die Schneckenpresse favorisiert worden – weshalb sie nun doch die Zentrifugenpresse empfahlen, wollten am Mittwochabend sowohl die Gemeinderäte Gisela Birr, SPD, Pius Mayer, CDU, und Klaus Ertl, Freie Wähler, wissen. Weil sie, führte Gernot Molitor aus, „nach einer weiteren Überprüfung des Betriebsablaufs besser zur Bisinger Kläranlage passt“.

Derselben Meinung ist der verantwortliche Mann vor Ort Jürgen Lepold.

Aber, hakte Dr. Axel Güntner, CDU, nach, die Schneckenpresse verursache doch deutlich weniger Betriebskosten. Dazu erklärte Bürgermeister Roman Waizenegger: „Je schlechter das abgepresste Schlammmaterial, umso teurer die Entsorgung.“ Und bei der Entwässerung habe die Zentrifugenpresse einfach noch ein bisschen besser abgeschnitten.

Was leistet die Sammelkläranlage?

In der Sammelkläranlage in Bisingen wird das anfallende Abwasser aus Bisingen, Steinhofen, Thanheim, Wessingen und Zimmern behandelt. Erst seit der Stilllegung der Teichanlage Wessingen im Dezember 2014 wird auch das Abwasser aus Wessingen und Zimmern auf der Kläranlage Bisingen gereinigt.

Wie funktioniert eine Zentrifugenpresse?

Durch hohe Drehzahlen wird in einem zylindrischen Behälter der Klärschlamm an die Trommelaußenwand gedrückt, die flüssigen Bestandteile können innen abfließen, die festen Bestandteile setzen sich an der Behälterwand ab und werden zur Klärschlammverwertung entnommen.

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