Die Gemeinde Bisingen hat das Kleemann-Areal für den angebotenen Preis von 510 000 Euro gekauft. Bürgermeister Roman Waizenegger freut sich über den Zugriff auf ein Grundstück mit großem Entwicklungspotential.

Gespräche liefen seit 2017

Bereits Anfang 2017 hatte es erste persönliche Gespräche zwischen der Eigentümerfamilie und Waizenegger gegeben. Allerdings war die Familie damals noch nicht bereit, das Areal zu verkaufen. Diese Haltung hat sich im Laufe der Zeit geändert, weshalb die Gemeinde nun gehandelt hat.

Bauträger stellte Konzept vor und zog zurück

Die Volksbank Hohenzollern-Balingen wurde von der Eigentümerfamilie im vergangenen Jahr beauftragt, das Grundstück zu verkaufen. Die Gemeindeverwaltung hat der Volksbank daraufhin mitgeteilt, dass eine Entwicklung nur in Absprache mit der Gemeinde in Frage kommt. Eine vielversprechende innerörtliche Entwicklung durch einen Bauträger scheiterte allerdings. Dieser stellte sein Konzept dem Gemeinderat Anfang dieses Jahres in einer nicht öffentlichen Sitzung vor. Er machte dabei deutlich, dass ein solches Projekt mit Grundstückskauf, Entsorgung und Herrichtung wirtschaftlich nur mit einer großen Anzahl an Wohneinheiten realisierbar sei. Aufgrund dieser Mindestanzahl an Wohneinheiten, verbunden mit dem erhöhten Verkehrsaufkommen in der einzigen Erschließungsstraße „In der Barr“, kam dieses Konzept nicht in Frage.

Der Gemeinderat gab der Verwaltung daraufhin grünes Licht, das Grundstück für die Gemeinde zu erwerben.

Das ist das Kleemann-Areal

Das Kleemann-Areal besteht aus dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei Kleemann und dem Wohngebäude der Eigentümerfamilie. Das Areal ist zirka 6600 Quadratmeter groß und liegt relativ zentral in Bisingen an der Bahnlinie, hinter der „Sonnen-Apotheke“. Zudem grenzt das Grundstück an den Klingenbach. „Zusammen mit den beiden südlich gelegenen Grundstücken (weitere zirka 4300 Quadratmeter), die noch in Privatbesitz sind, entfaltet sich für die Gemeinde so ein unermessliches Entwicklungspotential, das es für die Zukunft zu sichern gilt“, sagt Bürgermeister Waizenegger.

Waizenegger: Keine dichte Bebauung

„Eine verdichtete Wohnbebauung wird es hier nicht geben, gerade mit Blick auf die schlechte Straßenanbindung und die vorhandene Natur“, so Waizenegger weiter. „Gut vorstellbar ist eine parkähnliche Anlage für Jung und Alt, ein Platz zum Spielen und Erholen, ein Platz mit viel Wasser am angrenzenden Bachufer unseres Klingenbachs mit viel Natur, mitten in Bisingen.“

Chance für Geh- und Radweg nach Steinhofen

Zudem eröffne sich mit dem Kauf des Kleemann-Areals die Möglichkeit eines gefahrenfreien Geh- und Radweges von Steinhofen nach Bisingen. Dieser könnte vom Feuerwehrhaus kommend am Züchterheim vorbei unter der Bahnlinie entlang des Klingenbaches hindurch über das Kleemann-Areal ins Zentrum führen, so der Bürgermeister. Die Bahnlinie trennt den Ortsteil Steinhofen mit dem Zentrum von Bisingen. Aktuell besteht eine Möglichkeit entlang der vielbefahrenen Steinhofener Straße, diese ist aber gefährlich und unattraktiv.

Zusammen mit der bereits unter Bürgermeister a. D. Egbert Zäh erfolgten Renaturierung des Klingenbachs samt Uferweg nördlich der Bahnlinie und dem angrenzenden Gebiet Hölzle (weitere zirka 5300 Quadratmeter Grünfläche, von denen bereits 70 Prozent der Gemeinde gehören) ließe sich eine große, durchgehende „grüne Lunge“ bis in den Ortskern von Bisingen gestalten.

„Es ist vieles vorstell- und denkbar“, meint Roman Waizenegger, „aber eines ist schon jetzt sicher: Wir nehmen auch bei diesem Zukunftsprojekt unsere Bevölkerung mit und binden diese ein.“

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