Der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen, seit Herbst 2011 Mitglied im Freundeskreis Yad Vashem Deutschland e.V., hatte im März 2013 beschlossen, die Wanderausstellung "Besa - Eine Sache der Ehre" von Yad Vashem, Jerusalem, nach Bisingen zu holen. Die Gemeinde Bisingen stellte dazu das Foyer der Hohenzollernhalle zur Verfügung.

Unter den Gästen bei der Ausstellungseröffnung waren auch Vertreter der Gedenkinitiativen Haigerloch, Eckerwald und Rexingen. Bisingens Bürgermeister Joachim Krüger übernahm persönlich die Begrüßung.

Uta Hentsch, Vorsitzende des Gedenkstättenvereins, gab einen kurzen Überriss über die weltweit bedeutenste Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem, die vor fast genau 60 Jahren auf Beschluss des israelischen Parlaments gegründet worden war. Der Bezeichnung - "Yad", Denkmal, und "Vashem", Name, liegt ein Text aus Jesaja 56,6 zu Grunde: "Ihnen allen errichte ich in meinem Haus und in meinen Mauern ein Denkmal, ich gebe ihnen einen Namen, der mehr wert ist als Söhne und Töchter: Einen ewigen Namen gebe ich ihnen, der niemals getilgt wird."

Von Anbeginn mit der Aufgabe betraut, die Geschichte der sechs Millionen jüdischen Opfer während der Zeit der Shoa/des Holocaust zu dokumentieren und der Menschen zu gedenken, die in dieser Zeit ihr eigenes Leben riskierten, um jüdische Menschen zu retten, umfasst das Areal von Yad Vashem heute eine Vielzahl von Denkmälern, Skulpturen Museen, Gedenkstätten, Archiven, ein internationales Institut und eine internationale Schule für Holocaust-Forschung und Holocaust Studien. Seit 1963 und 1996 gibt es die Allee und den Garten der Gerechten der Völker (mit 24 460 Namen aus den Nationen). Diverse Wanderausstellungen wurden in den letzten Jahren hinzugefügt, um ein noch breiteres Publikum zu erreichen. Es gibt inzwischen sogar eine Online-Ausstellung in deutscher Sprache.

Besa - wörtlich: ein Versprechen halten - ist ein Ehrenkodex, der noch heute in Albanien als höchster ethischer Wert gilt. Diyar Demirok von der Werkrealschule Bisingen - er wird übrigens demnächst Aufsicht im Heimatmuseum Bisingen übernehmen - und Martin Schrenk, jüngstes Mitglied des Vereins und in der Jugendguide-Ausbildung, lasen im Wechsel die Geschichte der albanischen Muslime. Und sie stellten den Fotografen Norman Gershman vor, der wunderbare und bewegende Aufnahmen der Familien während seines vier Jahre währenden Aufenthalts in Albanien gemacht hat. Musikalisch umrahmt wurden die einzelnen Redebeiträge von fünf jungen Schülerinnen der Musikschule Steinemer, Bisingen, und Jannik Bitzer, Mitglied des Vereins und Jugendguide für Bisingen, sowie Sinan Yurtalan. Ingrid Wöhr, stellvertretende Vorsitzende des Vereins, lud zu einem Rundgang durch die Ausstellung ein. Noch am Abend der Eröffnung erhielt die Ausstellung von den Gästen ein durchgehend positives Echo. Der Eintritt ist frei. Zu sehen ist die Ausstellung bis zum 17. Juli, jeweils dienstags von 16 bis 19 Uhr, mittwochs von 15 bis 17 Uhr, donnerstags von 10 bis 12.30 Uhr , freitags von 15 bis 18 Uhr sowie am Sonntag, 14. Juli, von 14 bis 17 Uhr.

Info Besuche außerhalb der Öffnungszeiten und für Schulen können unter Telefon: 07471/3898 angemeldet werden.