Hobby 40 000 fleißige „Mädels“ sammeln für Hobbyimker

Ohne Schutzanzug bei der Ernte: Bernhard Hauser hat seine „Mädels“ eben bestens im Griff.
Ohne Schutzanzug bei der Ernte: Bernhard Hauser hat seine „Mädels“ eben bestens im Griff. © Foto: Jörg Wahl
Bisingen / Jörg Wahl 07.09.2017

Bernhard Hauser aus Bisingen hat sich der Imkerei verschrieben. Mit drei Bienenvölkern hat er vor zwei Jahren angefangen,  heute betreut er neun mit etwa 40 000 Bienen. Sein Hobby sieht er als Ausgleich zum üblichen Alltagsstress.

Die Imkerei kostet nicht nur viel Zeit, sondern durchaus auch Geld. Rund 7000 Euro habe er mittlerweile investiert, erzählt Hauser. Regelmäßig besucht er seine „Mädels“, wie er die Bienen liebevoll nennt, und schaut nach dem Rechten. Beim Umgang mit den Bienen zeigt er wahre Seelenruhe. Ohne Schutzanzug und -maske, lediglich mit dem rauchenden Smoker, macht er sich an die Arbeit, zieht mit bloßen Händen die einzelnen Waben aus dem Magazin. Der Rauch aus der Pfeife beruhige die „nahezu zahmen Mädels“, versichert der Bisinger.  „Hin und wieder ein kleiner Stich macht nichts aus“, das akzeptiere er großzügig.

Die Ernte ist eingefahren

Hausers Bienenstöcke stehen an unterschiedlichen Orten, ein paar im eigenen Garten in Bisingen, andere in Zimmern, Weilheim oder Pfullingen. Je nachdem, wo die Bienen die Pollen sammeln, variiert der Geschmack des Honigs.

Bernhards Ehefrau Sieglinde hat inzwischen ebenfalls Gefallen an der Imkerei gefunden, hat  mehrere Kurse besucht, alles über Bienen und das Honigmachen gelernt. Nun darf sie sich sogar „Fachberaterin für Bienenprodukte“ nennen. Auch ihr Großvater war übrigens Imker.  Sieglinde Hauser organisiert Informationsveranstaltungen, bei denen es vom Honig als Nahrungsmittel über Honig und Kosmetik bis hin zu Wellnessanwendungen geht.

Um Wärme zu speichern und auszutauschen, verbringen die Bienen die kalte Jahreszeit in der Wintertraube. Sobald es wieder über zehn Grad warm wird, machen sie sich auf zu den ersten Flügen. Die ersten Pollen und der Nektar der Frühjahrsblüher werden gesammelt.

Mit Rahmen müsse der Imker dann ausreichend Platz schaffen für die Brutzellen des stetig anwachsenden Volkes und ebenso für Wasser und Futter sorgen, berichtet Hauser. Die Aufzucht der Jungbienen ist dann im April und im Mai.

Hochsaison in der Honigernte  ist im Juni und Juli. Die Honigwaben müssen geschleudert werden. Ein Magazin wiege immerhin 20 bis 30 Kilogramm, sagt Hauser. Danach werde es etwas ruhiger in der Imkerei. Die Völker werden kleiner, schlüpfende Winterbienen bauen ein starkes Volk auf. Ab Mitte August erhalten die Bienen Zuckerlösung als Ersatz für die entnommenen Honigvorräte.

Gefürchtet von jedem Imker ist  die blutsaugende Varroamilbe, die zu hohen Verlusten führen kann. Hauser weiß: Vorsorge ist hier besonders wichtig.

Züchter Bernhard Hauser hat seine Bienenvölker nun mittlerweile winterfest gemacht. Deshalb reicht es auch aus, wenn er pro Woche zwei- bis dreimal bei seinen „Mädels“ vorbeischaut. Während der Erntezeit muss er ihnen deutlich mehr Zeit einräumen.

Wer sich für die Imkerei interessiert, das Ehepaar Hauser hilft gerne mit Rat und Tat weiter. Einfach anrufen, Telefon 07476/4491485, oder per E-Mail Kontakt aufnehmen, zollerbiene@gmail.com.

360

Kilogramm Honig haben Sieglinde und Bernhard Hauser in diesem Jahr eingebracht. Honig schmeckt dabei nicht gleich Honig, der Standort des Bienenvolks ist entscheidend.

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