Bietigheim-Bissingen Zwei Bietigheimer Schulen erhalten Zertifikat "Fahrradfreundliche Schule"

Schüler zeigen stolz die Zertifikate für die Ellental-Gymnasien und die Bissinger Realschule.
Schüler zeigen stolz die Zertifikate für die Ellental-Gymnasien und die Bissinger Realschule. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / JULIA SCHWEIZER 07.12.2015
Elf Schulen in Baden-Württemberg sind als fahrradfreundlich zertifiziert worden. Das Land würdigt damit den vorbildlichen Einsatz dafür, dass mehr Menschen das Rad als alltägliches Verkehrsmittel entdecken.

Die Stadt Bietigheim-Bissingen ist der Nabel der Welt - zumindest der Fahrradwelt Baden-Württembergs. Und zu dieser Einschätzung kam Kultusminister Andreas Stoch bei seinem Besuch nicht ohne Grund. Denn er überreichte am Freitag bei einer Feier elf Schulen aus dem ganzen Land das Zertifikat als "fahrradfreundliche Schule" - und mit den gastgebenden Ellental-Gymnasien und der Bissinger Realschule kommen gleich drei davon aus der Stadt an Enz und Metter. Das Ministerium würdigte mit der zentralen Veranstaltung den Einsatz für das Rad als Verkehrsmittel im Alltag.

Stoch hob vor allem die Radschulwegpläne hervor, in denen Gefahrenstellen gekennzeichnet werden. Hier hätten vor allem die Ellental-Gymnasien mit einer Arbeitsgemeinschaft eine landesweite Vorreiterrolle eingenommen, wofür sie schon vom Verkehrsministerium ausgezeichnet wurden, und sich in ein ähnliches Projekt der Realschule eingebracht. Und die Entwicklung geht weiter: Mit einem entsprechenden Programm ließen sich künftig die Pläne digital leicht erstellen, sagte Stoch. In absehbarer Zeit könnten alle Schulen und Kommunen darauf zugreifen.

Bis dahin war es aber ein langer Weg, machten die Leiter der Gymnasien, Gerda Grawunder und Lutz Kretschmer, deutlich. Dieser sei ohne das "beispielhafte Zusammenwirken aller am Schulleben beteiligten Gruppen" nicht möglich gewesen. Und es war auch "richtig viel Arbeit", die nötigen Formulare auszufüllen, sagte der dafür zuständige Klaus Walter.

Dabei war es für die Gymnasien nicht das erste Mal. Denn weil bei ihrer früheren Auszeichung Verkehrsminister Winfried Hermann die Idee der Zertifizierung aufbrachte, hätten sie die Initiative ergriffen und wollten eine erste Bewerbung einreichen. "Wir haben gesagt, wir gehen in Vorleistung." Doch als die Unterlagen fertig waren, habe das Ministerium das neue Programm ins Leben gerufen und die Anforderungen für das für drei Jahre vergebene Zertifikat veröffentlicht.

Zu denen gehörte, dass das Radfahren im Schulcurriculum verankert ist und alle Radfahrer einer Schule einen Abstellort, eine Reparaturmöglichkeit und eine Station zum Luftaufpumpen haben. Einige der zertifizierten Schulen haben zusätzlich Radwerkstätten und Leihservices initiiert oder bieten besondere Sicherheitstrainings. Bei all diesen Projekten habe ihn "die Begeisterung und das Engagement von Eltern, Schülern und Lehrer beeindruckt", lobte Stoch.

Die Auszeichnung habe aber noch mehr Aspekte, sagte er und betonte seine Zuständigkeit nicht nur für Kultus und Jugend, sondern auch für Sport. Das spätere Mobilitätsverhalten werde schon in jungen Jahren gelegt, sagte er und gab eine Anekdote preis, wie er bei einem Besuch in den USA Staus vor den Collegeeingängen beobachtet habe. Im Gegensatz dazu leisteten die nun zertifizierten Schulen auch einen "wichtigen Beitrag zu Nachhaltigkeit und Klimaschutz".

Einen weiteren Aspekt brachte Oberbürgermeister Jürgen Kessing ein, der zuvor das Engagement der Schule und der Eltern wie auch des Fahrradclubs ADFC gelobt hatte. Obwohl er in einer Großstadt aufgewachsen sei, sei in seiner eigenen Schulzeit das Fahrrad das Verkehrsmittel schlechthin gewesen, denn einen Busverkehr wie heutzutage habe es noch nicht gegeben, sagte Kessing. "Und man konnte sich auch dem einen oder anderen Erwachsenen flugs entziehen."

Fahrradfreundliche Schulen

Zertifikate gingen an: Zeppelin Gewerbeschule (Konstanz), Albrecht-Berblinger-Gemeinschaftsschule (Ulm), Realschule Bissingen, Lothar-von-Kübel Realschule (Sinzheim), Internationale Gesamtschule Heidelberg, Gymnasium I und II im Ellental, Grundschule Gamshurst (Achern), Engelbert-Bohn-Schule sowie Alb-Schule für Geistigbehinderte (beide Karlsruhe) und Andreae-Gymnasium (Herrenberg).

 

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