Bogenviertel Ziel: Je zur Hälfte Wohnungen zum Kaufen und zur Miete

Das Bogenviertel und der nördlich angrenzende Bigpark aus der Luft. Der Wettbewerb geht in die zweite Runde.
Das Bogenviertel und der nördlich angrenzende Bigpark aus der Luft. Der Wettbewerb geht in die zweite Runde. © Foto: Werner Kuhnle
Am 10 / Uwe Mollenkopf 17.07.2018

Im April dieses Jahres hatte ein Preisgericht sechs Plan­entwürfe ausgewählt, deren Arbeiten in die zweite Wettbewerbsrunde zur Neugestaltung des Bogenviertels kommen. Dazu wurde jetzt der Auslobungstext aus der ersten Wettbewerbsrunde um die durch Wettbewerb und Bürgerbeteiligung gewonnen Erkenntnisse ergänzt. An diesem Dienstag soll der Gemeinderat die Auslobung der zweiten Runde beschließen.

Auch im zweiten Wettbewerb, den die Stadt gemeinsam mit der Unternehmensgruppe Oswa plant, ist von einer angestrebten Mischung aus 50 Prozent Wohnungen und 50 Prozent gewerbliche Flächen und Freiflächen die Rede, wobei das Verhältnis um plus/minus 10 Prozent variieren kann. Allerdings wird nun im Auslobungstext betont, dass insbesondere die Wohnbauflächen zur Wirtschaftlichkeit des Gesamtprojekts beitragen würden.

40 Prozent Mietwohnungen

Da die Vermarktung gemischt genutzter Gebäude in der Regel auf weniger Nachfrage stoße, sei zu überprüfen, wo diese sinnvoll seien und wo die Nutzungen von Wohnen und Arbeiten zwar in räumlicher Nähe aber als getrennte Gebäude angesiedelt werden sollten. „Da die Kombination von Wohnen und Arbeiten in einem Gebäudekomplex sich oftmals immer noch als große Herausforderung erweist, sind die Teilnehmer aufgefordert, sich diesem Thema eingehend zu widmen“, heißt es dazu.

Eingeflossen ist auch der Beschluss des Gemeinderats, bei Neubauvorhaben 20 Prozent der Wohnfläche für vergünstigte Mietwohnungen zu reservieren. Im neuen Auslobungstext heißt es, es werde – nach derzeitigem Stand – ein „in etwa gleicher Anteil von Eigentumswohnungen und Mietwohnungen angestrebt“. 40 Prozent aller Mietwohnungen sollten „im bezahlbaren Segment“ geschaffen werden, was einem Anteil von 20 Prozent an der Gesamtfläche entspricht.

Als Orientierungswert wird folgender Wohnungsmix angestrebt: 20 Prozent Ein- bis Zweizimmerwohnungen, 20 Prozent Zwei- bis Dreizimmerwohnungen, 20 Prozent Zwei- bis Dreizimmerwohnungen für Senioren, 30 Prozent Drei- bis Fünfzimmerwohnungen für Familien und 10 Prozent Sonstiges, wie zum Beispiel Wohnungsgemeinschaften oder betreutes Wohnen.

Wert legen Stadt und Oswa darauf, dass die Büros eine „kluge räumliche Strategie“ entwickeln, wie das Gelände abschnittsweise zu erschließen sei. Sie sollen dazu ein Konzept vorlegen. Mit Blick auf die Freiraumgestaltung heißt es, der Qualität öffentlicher Freiflächen sei „größte Aufmerksamkeit“ zu schenken. Verlangt wird eine landschaftsarchitektonische Ausarbeitung mit präzisen Aussagen zu Gestaltung, Pflanzungen, Materialien und so weiter.

Einer der schwierigsten Punkte dürfte der Verkehr sein. Der Nachweis der Leistungsfähigkeit der Verkehrsanlagen im Gebiet und an den Anschlussknoten des bestehenden Straßennetzes sei für die maßgebende Spitzenstunde vormittags und nachmittags anzugeben, so der Auslobungstext. Angenommen wird, dass die Bewohner 40 Prozent aller Wege mit dem Auto zurücklegen.

Für eine optimale Anbindung an den Bahnhof sei eine „störungsfreie Querung der B 27 für den Rad- und Fußverkehr“ gewünscht. Zur Verbesserung des Busliniennetzes soll die bestehende Bushaltestelle nördlich des Bogenviertels (auf Höhe der Autowaschanlage auf dem Bigpark-Areal) in den Bereich des ehemaligen DLW-Verwaltungsgebäudes verlegt werden.

Zur Frage des Parkens wird festgestellt, dass nur die Stellplätze für Eigentumswohnungen nach Möglichkeit in Tiefgaragen untergebracht werden sollen. Letztere dürfen höchstens eingeschossig sein. Der öffentliche Straßenraum sei nicht für die private Parkierung vorzusehen.

Problem Lärmschutz

Die Frage des Lärmschutzes ist weiter präzisiert worden: Der geplante durchgehende bauliche Lärmschutz soll entweder aus einem Gebäuderiegel oder einer Kombination von Lärmschutzwall und Lärmschutzwand bestehen. Generell sollen sich die Büros den Anforderungen zum Lärmschutz besonders widmen.

Nach dem Beschluss des Gemeinderats kann das Wettbewerbsverfahren in die Wege geleitet werden. Nach der Auslobung haben die Büros bis zum Herbst Zeit, ihre Entwürfe zu überarbeiten. Das Preisgericht soll dann am 7. November über den endgültigen Wettbewerbssieger entscheiden.

14 Punkte auf der Tagesordnung

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause an diesem Dienstag, 18 Uhr, im Bietigheimer Rathaus befasst sich der Gemeinderat mit einem ganzen Strauß von Themen. Zunächst geht es in Punkt 1 der Tagesordnung um einen Nachtragshaushaltsplan für 2018. Punkt 2 sind Jahresabschlüsse: der Kliniken, der Wohnbau, der Stadtwerke, der Spillmann GmbH, der Städtischen Holding und des Zweckverbands Eichwald. Unter Punkt 3 geht es um ein Wechselladerfahrzeug-Konzept des Landkreises für die Feuerwehr. Es folgen die Kindertagesstättenausbauplanung (4) und Beschlüsse zum Ausbau der Kindertageseinrichtung Metterzimmern (5) sowie über einen Neubau der Kindertagesstätte Gerokstraße (6). Die weiteren Themen: Erweiterung Hillerschule (7), Antrag der Gustav-Schönleber-Schule auf Einrichtung einer Ganztagsschule (8), Nachnutzung DLW-Areal (9, siehe Bericht), Bebauungsplan „Buchzentrum, 3. Änderung“ (10), Umgestaltung der Holzgartenstraße (11), Grundstücksangelegenheiten, unter anderem zum 1. Abschnitt Lothar-Späth-Carré und Verkauf einer Teilfläche der Grundstücke Flurstück 3452 und 3459/3 in der Metterzimmerer Straße an die Paulus Wohnbau, (12), nichtöffentlich gefasste Beschlüsse (13) und Verschiedenes (14). bz

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel