Serie Berufe Ziel: Ein schöner Aufenthalt

Bietigheim-Bissingen / Von Carolin Domke 06.08.2018

Seit Wochen versteckt sich die Sonne im Landkreis Ludwigsburg nur selten hinter dicken Wolken. Perfekt für die Menschen, die ihre Sommerferien zuhause verbringen. Doch bei den heißen Temperaturen, die dazu herrschen, lechzen die Leute geradezu nach einer Abkühlung. Statt ans Meer, treibt es jetzt viele der Daheimgebliebenen ins Freibad. Grund genug für Redakteurin Carolin Domke sich einmal die Aufgaben eines Schwimmmeisters im Ellental Freibad anzusehen.

Früh morgens, um 6 Uhr, beginnt bereits der Alltag der Frühschicht im Schwimmbad. Bevor noch die ersten Gäste ihre Bahnen schwimmen können, heißt es für Gruppenleiter Falk Pätzold und seine Kollegen den kompletten Badebereich auf Vordermann zu bringen. Das heißt für das Tagesprotokoll: die Liegen ordentlich hinstellen, Müll, der liegengeblieben ist, einsammeln, die Beckenböden absaugen, mit dem Hochdruckstrahler Flächen säubern, Wasserproben entnehmen und die Rutsche auf Schmutz überprüfen. Die Plane für das Wärmebecken kommt erst zum Schluss runter, es soll ja nicht zu viel unnötige Energie verbraucht werden, in dem die Wärme entweicht, ohne, dass jemand sich im Becken befindet. Die Aufgaben eines Fachangestellten für Bäderbetriebe, wie der Ausbildungsberuf offiziell heißt, teilen sich demnach auf zwei Bereiche auf, wie Frank Pätzold erklärt. „Zum einen stehen wir in der Aufsichtspflicht, zum anderen müssen wir alles in Ordnung halten.“

Schmutzsauger im Einsatz

Ein Schmutzsauger ist bereits in der Nacht automatisch am Beckenboden unterwegs, sammelt Sand, Haare und Haargummis auf. In der Frühe werden dann die gröberen Schmutzreste und der Rand noch einmal bei allen Becken manuell mit einer Fernbedienung angefahren. Bevor die Attraktionen angeschaltet werden, und das Wasser die lange Rutsche runter saust, klettert der Auszubildende Kevin Sauer die geschwungene Röhre nach oben und prüft auch hier, ob sich jeglicher Schmutz angesammelt hat.

Auch die Wasserqualität wird im Sekundentakt über einen Sensor gemessen, der bei Bedarf den Rückspüler der Filter einleitet. Dazu entnehmen die Schwimmmeister zweimal täglich Wasserproben, prüfen den pH-Wert und den Chlorgehalt. „Es ist unser oberstes Ziel den Besuchern einen schönen Aufenthalt zu ermöglichen“,  sagt der Schwimmmeister, der 1997 seine Ausbildung absolvierte.

Damit sich die Gäste wohlfühlen, zählt es auch zu den Aufgaben Baderegeln aufzustellen. So darf das Wasser aus hygienischen Gründen nur mit entsprechender Badebekleidung betreten werden. Oder: Wer pöbelt, dabei zum Beispiel von der Rutsche spuckt, der wird sofort aus dem Freibad verwiesen. Mit der geltenden Datenschutzverordnung wird auch im Freibad auf die Einhaltung hingewiesen: So ist nur das Fotografieren von Angehörigen gestattet. Sind weitere Personen im Bild zu sehen, müssen sie erst um Erlaubnis gefragt werden, so Pätzold.

Während des Badebetriebs pendeln die Schwimmmeister zwischen den Becken und haben stets ein Auge auf ihre Besucher. Trotzdem gilt: Eltern haften für ihre Kinder. Die Schwimmmeister sind mehr präventiv unterwegs. Rettungsaktionen sind sehr selten, meint auch Falk Pätzold. Aber gerade, weil eine Mutter nicht genau aufpasste, kam es einmal zum Ernstfall, erzählt er.

Kurz bevor die ersten Besucher eintreffen, werden die Attraktionen angestellt. Und schon strömen, kurz nach acht Uhr, die ersten Gäste ins Freibad.

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