Themen in diesem Artikel

BZ Wir lesen
Bietigheim-Bissingen / Von Gabriele Szczegulski  Uhr

Wer darf auf dem Foto neben BZ-Redakteurin Rena Weiss sitzen? Für die Mädchen der Klassen 4a und b der Bissinger Waldschule war das ein Aufreger beim Redakteursbesuch im Rahmen von Wir lesen junior. Zum ersten Mal findet das Zeitungsprojekt auch in den dritten und vierten Klassen statt. Seit drei Wochen bekommen die Schulen täglich Klassensätze der Bietigheimer Zeitung.

Nachdem Rena Weiss, in der BZ-Redaktion für Bietigheim-Bissingen zuständig, die einzelnen Ressorts und die Strukturen der Zeitung erklärt hatte, beantwortete sie die Fragen der Grundschüler. Die erste: „Was war das Schlimmste, über das sie je berichten mussten?“ Rena Weiss erklärte, dass sie zu Anfang ihrer Tätigkeit über eine Ludwigsburger Familie, die beim Skifahren in den Südtiroler Alpen in eine Lawine gerieten, schreiben musste. Eine Mutter und deren Tochter waren dabei ums Leben gekommen. Sie recherchierte bei dem Ludwigsburger Verein, dem die beiden angehörten. „Das war schwer, alle waren so betroffen, hatten geliebte Menschen verloren“, sagte die 30-Jährige.

Wissen wollten die Schüler aber auch Privates: „Was machen Sie in Ihrer Freizeit?“, fragte Nina. Sie singe in einer Band, nehme Gesangsunterricht und jogge gern, so Weiss. Die privaten Fragen, so Lehrerin Dürrstein, nehmen die Distanz und machten die Redakteurin zu einer „normalen“ Person. Aber es war nicht nur Privates, was die Kinder wissen wollten. Sie interessierte auch die Reportage, in der BZ Samstagsthema genannt. Wie oft sie erscheine, wie lange man für diese Seite brauche und wie viel Geld Rena Weiss dafür bekomme? Die Redakteurin erklärte, dass sie nicht nach Artikeln bezahlt werde, sondern ein Festgehalt bekomme, aber freie Mitarbeiter würden nach Zeilen bezahlt.

Zeitung gehört nicht der Stadt

„Was zahlt denn die Stadt für die Zeitung?“, fragte ein Junge. Rena Weiss erklärte, dass die Zeitung nicht der Stadt gehöre, sondern eigenständig sei und von Verleger Stefan Gläser geleitet werde. Sie erklärte auf Nachfrage auch, was ein Verleger ist.

Ein Team macht die Zeitung

„Machen Sie alles alleine in der Zeitung?“ wollte Era wissen. „Nein, wir sind in der Redaktion ein Team und arbeiten zusammen und zudem arbeiten noch viel mehr Menschen im Verlag, um die Zeitung herzustellen“, sagte Weiss. Era wollte auch wissen, was Rena Weiss studiert habe: Internationale Literatur und Englisch in Tübingen. Natürlich war für die Schüler auch interessant, welche Lieblingsfächer sie in der Schule hatte: Technik und Deutsch.

Sehr interessiert zeigten sich vor allem die Jungs am Druck der Zeitung. Die Klassen haben den im Rahmen des Projekts möglichen Verlagsbesuch noch nicht unternommen, deswegen erklärte ihnen Rena Weiss, wie sich die Druckmaschine einer Zeitung von einem Drucker zu Hause unterscheidet. „Was kostet so ein Drucker, viel mehr als 1000 Euro?“, fragte ein Junge. „Ich glaube schon,“ sagte Rena Weiss.

Wie in anderen Klassen kam beim Gespräch mit der Redakteurin auch wieder die Frage nach dem Umweltbewusstsein: „Sie benötigen so viel Papier, dafür müssen sehr viele Bäume abgeholzt werden, kann man das nicht vermeiden?“ fragte eine Schülerin. Rena Weiss erklärte, dass die BZ auf recyceltem Papier gedruckt wird und dass die Alternative, die Zeitung auf dem Tablet zu lesen, noch nicht für alle Leser in Frage käme, dass aber derzeit eine App getestet werde, mit der man die Zeitung dann auch lesen kann.