Fortbewegung Wie man sicher mobil bleibt

Renate Wendt, die Vorsitzende der Aktiven Senioren, und Daniel Rottinger (eMovements GmbH) begutachten einen elektrischen Rollator.
Renate Wendt, die Vorsitzende der Aktiven Senioren, und Daniel Rottinger (eMovements GmbH) begutachten einen elektrischen Rollator. © Foto: Helmut Pangerl
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 23.02.2018

Es gibt sie als Standard-Ausführungen, als Outdoor-Varianten, starr oder einklappbar und seit Neuestem auch mit unterstützendem Elektroantrieb: Rollatoren gewinnen als Mittel, um älteren und gehbehinderten Menschen selbstständige Mobilität zu ermöglichen, zunehmend an Bedeutung. Im Straßenverkehr sehen sich die Nutzer aber häufig unerwarteten Schwierigkeiten gegenüber, die zu gefährlichen Situationen führen können, weiß Axel Feuchtner, der zweite Vorsitzende der Kreisverkehrswacht Ludwigsburg. Erst vor wenigen Wochen ist eine Seniorin tödlich verunglückt, als sie in Kirchheim mit ihrem Rollator die B 27 überqueren wollte. Um aufzuklären, wie man sich mit dem Rollator sicher im Straßenverkehr bewegen kann, veranstalten die Aktiven Senioren im Enzpavillon am Samstag, 24. März, 10 bis 16 Uhr, einen Verkehrssicherheitstag.

Die Idee entstand bei einem Gespräch zwischen Feuchtner und Renate Wendt, der Vorsitzenden der Aktiven Senioren, beim Seniorentag im vergangenen Herbst. Auch das Verkehrsministerium unterstütze solche Veranstaltungen, so Feuchtner, bei derjenigen in Bietigheim-Bissingen handle es sich um ein Pilotprojekt in Baden-Württemberg.

Ohne Mobilität gebe es keine Teilnahme am öffentlichen Leben, beschreibt Renate Wendt das Grundproblem. Die Scheu von Senioren, einen Rollator als Hilfsmittel zu benutzen, um diese Beweglichkeit zu erhalten, lasse zunehmend nach, so ihre Erfahrung. Der Rollator werde positiv gesehen, doch man müsse auch üben, damit umzugehen. Dazu soll der Verkehrssicherheitstag einen Beitrag leisten. Etwa bei einem Parcours, bei dem man die Fortbewegung auf verschiedenen Belägen testen und an einer variablen Bordsteinkante üben kann.

Tipps fürs Busfahren

Axel Feuchtner von der Kreisverkehrswacht wird ein Reaktionstestgerät und ein Sehtestgerät mitbringen, über gefährliche Situationen im Straßenverkehr informieren und Erfahrungswerte vorstellen. „Bei dem Verkehrssicherheitstag geht es um die Beratung zur sicheren Handhabung von Rollatoren in verschiedenen Verkehrssituationen, angefangen bei der Nutzung der Bremse bis hin zum Überwinden von Hindernissen“, so der Experte. Aber auch Themen wie gute Sichtbarkeit, regelmäßige Wartung sowie sinnvolle Ausstattungselemente sollen zur Sprache kommen. „Gerade bei schlechten Sichtverhältnissen sollten Rollatoren-Nutzer helle und reflektierende Kleidung tragen, damit andere Verkehrsteilnehmer sie rechtzeitig erkennen und entsprechend reagieren können“, warnt Feuchtner. Auch der Rollator selbst sollte mit reflektierendem Material oder zusätzlicher Beleuchtung ausgestattet werden.

Mit im Boot ist die Firma Spillmann. Ein Bus des Unternehmens werde vor Ort am Enzpavillon sein, berichtet Tobias Hähnle, bei Spillmann zuständig für ÖPNV-­Planung und Qualitätsmanagement. Die Teilnehmer erhalten Tipps für das Verhalten während der Fahrt und eine Anleitung für das Ein- und Aussteigen.

Christoph Nebel vom Sanitätshaus Keller wird verschiedene Rollatoren zum Innen- und Außentest zur Verfügung stellen sowie Infos zu deren Gebrauch geben. Für die Teilnehmer gibt’s die Möglichkeit zum Rollatoren-Check. Bei der Anschaffung sei eine Beratung wichtig, so der Fachmann, denn die Preisspanne bewege sich je nach Funktionen, Ausstattung und Gewicht zwischen 120 und 600 Euro.

Gewissermaßen der Porsche unter den Rollatoren ist ein neuartiger elektrischer Rollator, den das schwäbische Startup Unternehmen „eMovements“ entwickelt hat und der seit Ende 2017 auf dem Markt ist. Er kann am 24. März ebenfalls in Augenschein genommen werden. Wer elektrische Unterstützung und weitere Funktionen wünscht, muss allerdings tief in die Tasche greifen: 2890 Euro kostet das neuartige Gerät.

Tagescafé geöffnet

Für Bewirtung ist beim Verkehrssicherheitstag am Samstag, 24. März, von 10 bis 16 Uhr beim Enzpavillon gesorgt. Das Tagescafé ist während der Veranstaltungsdauer geöffnet. Musik zur Unterhaltung ist ebenfalls geplant. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Die Aktiven Senioren in Bietigheim-Bissingen, die dieses Jahr ihr 50-jähriges Bestehen feiern und inzwischen fast 400 Mitglieder zählen, unterstützen das Vorhaben bei Aufbau, Logistik und Durchführung. um 

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