Tatkräftig steckte Andreas Fröhlich gemeinsam mit seinen drei Kameraden von der Jugendfeuerwehr Bietigheim-Bissingen die Leiter zusammen. Der 13-Jährige transportierte das Hilfsgerät anschließend zu einem Fenster der Zentrale des Feuerwehrgerätehauses in Bietigheim, um dort den Höhenunterschied zwischen der Fensterbank und dem Boden zu überbrücken. Im Inneren hatten bereits zwei weitere Kameraden des Nachwuchsfeuerwehrmanns eine scheinbar verletzte Person auf einer sogenannten „Schleiftrage“ geborgen, welche sie auf der Steckleiter ins Freie rutschen ließen.

„Mit diesem System könnten wir verletzte Personen auch aus einem ersten Obergeschoss retten. Wir in der Jugendfeuerwehr üben diese Rettungsaktion regelmäßig mit unseren Kindern und Jugendlichen. In der aktiven Wehr kommt in einem solchen Fall meist die Drehleiter zum Einsatz“, betonte Manuel Haas, der bei der Schauübung der Jugendwehr am Samstagnachmittag als Gruppenführer fungierte.

Trotz sommerlich heißen Temperaturen waren zahlreiche Besucher zum Tag der offenen Tür im Feuerwehrgerätehaus in der Mühlwiesenstraße gekommen. Vor allem für die kleinen Gäste hatten die beiden Abteilungen aus Bissingen und Bietigheim sowie die derzeit 27 Mitglieder der Jugendfeuerwehr zwischen 12 und 17 Jahren ein kurzweiliges Programm auf die Beine gestellt.

Mit Hilfe eines Laufzettels konnten sich die Kinder und ihre Eltern über das Gelände der Feuerwache bewegen und dabei viele spannende Aufgaben bewältigen und interessante Fragen beantworten. So galt es seine Zielsicherheit beim Löschspritzen unter Beweis zu stellen, die Kleinen durften in einem Kinderfeuerwehrauto ihr Fahrgeschick zeigen und in einem großen Löschfahrzeug mitfahren.  „Bei den Aktivitäten für Erwachsene und Kinder kommt es uns darauf an, dass die Bevölkerung Einblick erhält, wie vielfältig und umfangreich die Aufgaben einer Freiwilligen Feuerwehr sind, deren Mitglieder ihren Dienst alle ehrenamtlich verrichten. So mancher Bürger ist nämlich der Meinung, in Bietigheim-Bissingen gäbe es eine Berufsfeuerwehr“, schilderte Jochen Mühlstrasser, der Bietigheimer Abteilungskommandant. Rund 50 Helfer hatte er am Festwochenende im Einsatz, das bereits am Freitagabend mit der zehnten Auflage des Löschfahrzeug-Wettziehens begann.

Wettziehen am Freitag

Beim Wettziehen gingen acht Feuerwehrmannschaften mit jeweils neun Teilnehmern aus der gesamten Region an den Start, um ein 14 Tonnen schweres Löschfahrzeug möglichst schnell über eine 35 Meter lange Strecke zu ziehen. Als Sieger setzte sich erneut das Team der Feuerwehr Ingersheim durch, das bereits zum dritten Mal in Folge gewann und damit den begehrten Wanderpokal endgültig behalten durfte. Beim in diesem Jahr erstmals durchgeführten Wettziehen von Firmenmannschaften war die Beteiligung für die Veranstalter etwas enttäuschend, denn nur zwei Teams hatten sich zum Start angemeldet. Es siegten die Teilnehmer vom Autohaus Weller vor der Mannschaft der Dürr Systems AG.

„Natürlich sollen die Besucher bei unserem Tag der offenen Tür auch die Räumlichkeiten der Feuerwache bei Führungen genau besichtigen können. Zudem können sich Interessierte unseren Fuhrpark und die unterschiedliche Ausrüstung genau erklären lassen“, betonte Abteilungskommandant Mühlstrasser. Auch Aufklärungsarbeit über wichtige Brandschutzmaßnahmen, über explosive Gefahren in der Küche und vor allem über den richtigen Umgang mit Rauchmeldern leisteten die Angehörigen der Feuerwehr Bietigheim-Bissigen an ihrem Festwochenende.

„Neue Mitglieder für die aktive Wehr lassen sich durch so eine Veranstaltung allerdings nicht gewinnen. Hin und wieder gibt es eine Resonanz bei der Jugendwehr, aber hauptsächlich geht es uns darum, dass die Bürger hinter die Kulissen der Feuerwehr Bietigheim-Bissingen schauen können“, machte Mühlstrasser deutlich. Auf diese Weise hat auch Nachwuchs-Floriansjünger Andreas Fröhlich die ersten Kontakte mit der ortsansässigen Wehr geknüpft. „Schon als kleiner Junge habe ich davon geträumt, Feuerwehrmann zu werden. Die wöchentlichen Übungsstunden machen mir enorm viel Spaß“, schwärmte der 13-Jährige den kleinen Festbesuchern vor. Selbstverständlich kam auch das leibliche Wohl der Gäste nicht zu kurz, denn die knusprigen Schweinehalsbrote vom Holzkohlegrill sind inzwischen schon über die Stadtgrenzen von Bietigheim-Bissingen hinaus bekannt und beliebt.