Schwerpunkt Genossenschaften Werterhalt steht im Fokus

Die Häuser der Kreisbau Neckar-Enz im Holderweg in Bissingen wurden vor Kurzem modernisiert.
Die Häuser der Kreisbau Neckar-Enz im Holderweg in Bissingen wurden vor Kurzem modernisiert. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 20.01.2018

Genossenschaften entstehen aus ganz unterschiedlichen Gründen. Bei der Kreisbau Enz-Neckar war es die Bekämpfung der Wohnungsnot nach dem Zweiten Weltkrieg, als viele Heimatvertriebene ins Land strömten. Damals fasste der Verwaltungsrat der ehemaligen Kreissparkasse Vaihingen/Enz den Beschluss, eine Baugenossenschaft zu gründen. Bis 1947 schlossen sich 16 Gemeinden an, darunter auch die Gemeinde Bissingen.

Das Ergebnis: Seit ihrem Bestehen hat die Genossenschaft mehr als 2850 Wohnungen erstellt. Inzwischen haben sich die Ziele der Baugenossenschaft mit Sitz in Mühlacker allerdings verändert. Mittlerweile stehen der Werterhalt der Wohnungen, Vermietung und Verwaltung von Eigentümergemeinschaften im Mittelpunkt. Aus der Tätigkeit als Bauträger hat sich das Unternehmen verabschiedet. Trotz des Wegfalls der Gemeinnützigkeit habe man die genossenschaftliche Zielsetzung, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, aber nie aus dem Blickfeld verloren, so das Unternehmen zu seinen Zielen.

Nach der jüngsten Bilanz besitzt die Kreisbau 665 Mietwohnungen, zehn Reihenhäuser und zwei Gewerbeeinheiten. In der Wohnungsverwaltung werden 467 Eigentumswohnungen und sieben Gewerbeeinheiten betreut. Der Genossenschaft gehören rund 850 Mitglieder an.

 Es ist ein Geschäftsmodell, das sich rechnet. 2017, im 71. Geschäftsjahr, schloss die Kreisbau Enz-Neckar mit einem Bilanzvolumen von rund 24 Millionen Euro ab. Der Jahresüberschuss betrug rund 711 000 Euro, was eine Steigerung gegenüber dem Vorjahr um rund 90 000 Euro bedeute. Den Ergebnisrücklagen konnten rund 670 000 Euro zugeführt werden. Einschließlich eines Gewinnvortrags aus dem Vorjahr ergab sich ein Bilanzgewinn von rund 245 000 Euro. Die rund 850 Mitglieder durften sich über eine vierprozentige Dividende freuen.

Vorstandssprecher Holger Schünhof hob das seit vielen Jahren praktizierte Werterhaltungskonzept hervor: Eine modernisierte Wohnung trage zur erfolgreichen und langfristigen Vermietung bei und sichere damit nachhaltig die Erträge. So habe die Genossenschaft auch im zurückliegenden Geschäftsjahr in die Instandsetzung und energetische Modernisierung diverser Objekte rund zwei Millionen Euro investiert, damit deutlich mehr als im Vorjahr. Einen Schwerpunkt bildeten dabei Wohnanlagen am Holderweg in Bissingen mit 14 Einheiten. Die Schwierigkeit sei, das Gleichgewicht zwischen den Anforderungen von energetischer Sanierung und der Bezahlbarkeit des Wohnraums zu gewährleisten.

Anhaltend erfolgreich verläuft aus Sicht des Vorstands auch der Geschäftsbereich Verwaltung von fremdem Wohnungseigentum mit einem Bestand von 32 Gemeinschaften mit insgesamt knapp 500 fremden Wohn- und Gewerbeeinheiten. Zum neuen Jahr kam eine weitere Gemeinschaft mit 50 Einheiten dazu.

Bundesweit mehr als 2000 Baugenossenschaften

Laut dem Bundesverband der Wohnungsbaugenossenschaften gibt es in ganz Deutschland rund 2000 Wohnungsbaugenossenschaften, die 2,2 Millionen Wohnungen verwalten. Als Vorteile werden unter anderem ein lebenslanges Wohnrecht, wirtschaftliche Sicherheit und Schutz vor Ausverkauf und Eigenbedarfskündigung genannt. Eine weitere Baugenossenschaft, die in Bietigheim-Bissingen tätig ist, ist die Landesbaugenossenschaft LBG, die in der Bahnhofstraße und der Mörikestraße Mietwohnungen erstellt. um

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