Gerald Sebert tüftelt gern. Als gelernter Werkzeugmacher ist er vom Fach und mit der Firma "Asch & Sebert" seit 1993 im Bereich Metallbearbeitung und Werkzeugbau in der Region ein Begriff. "Die Vorliebe, etwas selbst zu entwickeln, war schon immer da", meint Gerald Sebert. Eine Idee beschäftigte ihn bereits seit 2009 und betrifft den Einsatz von Kühlschmiermitteln in der Fertigungstechnik, speziell bei der Kühlung von Fräsern. Bisher wird dabei ein Kühlmittelring eingesetzt mit so genannten Schwanenhälsen, deren Düsen nur im Stillstand der Fräsmaschine per Hand verstellt werden können. Dabei besteht auch eine hohe Verletzungsgefahr. "Ich habe mir gedacht, da müsste man was erfinden, was besser funktioniert", so Sebert.

Nach mehreren Jahren und gut 1500 Arbeitsstunden, in denen er nach Feierabend und auch am Wochenende verschiedene Möglichkeiten durchprobiert hatte, ist er auf die Lösung gekommen: Sie nennt sich "milling cool", ein Kühlmittelring mit acht stufenlos verstellbaren Düsen, die ohne Unterbrechung des Fräsvorgangs automatisch von außen einstellbar sind. "Dadurch gibt es keine Verletzungsmöglichkeit mehr", erklärt Sebert das Prinzip. Zudem sei der Kühlmittelring nachrüstbar für fast alle Fräsmaschinen.

Die Erfindung hat er sich im vergangenen Jahr patentieren lassen und für die Produktion und den Vertrieb eigens die Firma Gerald Sebert GmbH gegründet. "Wir haben das Glück, dass in der Konstellation von Entwicklung, Werkstatt und Fertigung alles in einer Hand liegt", so der Erfinder.

Als Abnehmer für "milling cool" kämen alle mechanischen Werkstätten mit Fräsmaschinen sowie alle Werkzeughersteller in Frage. In einem ersten Schritt soll das neue Produkt erst einmal über die bestehenden Kontakte vor Ort angeboten werden. Dazu gehören beispielsweise Atlanta Antriebssysteme, ZF Lenksysteme, Dürr Lackieranlagen und Geiger Antriebstechnik. Letztere haben den neuen Kühlmittelring auch bereits in Betrieb. Neben dem Vertrieb im regionalen Bereich, für den Ehefrau Nicole Sebert zuständig ist, möchte man auch das Interesse internationaler Unternehmen wie des amerikanischen Werkzeugmaschinenherstellers Haas Automation Inc. wecken.

Die Prototypen werden in der Firma "Asch & Sebert" gefertigt. Dort können im Monat zirka 40 Stück der Kühlmittelringe hergestellt werden. "Ohne das Know-how aus der bestehenden Firma ,Asch & Sebert' hätte es diese Erfindung nicht gegeben", meint Sebert. Für ihn war es selbst überraschend, dass anscheinend noch niemand bisher etwas Vergleichbares zum Patent angemeldet hat. "Da waren wir die Ersten."

Nun hofft er, dass man sich bald auch auf den großen Fachmessen in Hannover, Leipzig und Köln präsentieren kann. "Das ist die Plattform schlechthin", weiß Sebert. Bei der jetzt patentierten Weltneuheit soll es aber nicht bleiben. Im Bereich der spanabhebenden Fertigung und Handhabungstechnik will man noch weitere Produkte entwickeln. Einiges sei auch schon am Entstehen. "Man muss viel ausprobieren", sagt Sebert. Die Erfahrung aus der täglichen Arbeit im Betrieb könne gleich mit in die Entwicklung einfließen. Für ihn hat sich mit der neu gegründeten Firma ein lang gehegter Wunsch erfüllt: "Ich wollte schon immer neue Produkte entwickeln und selbst vertreiben. Jetzt nach 20 Jahren ist der Wunsch endlich in Erfüllung gegangen."