Verkehr Weitere Trasse im Spiel

Ein Stau auf der Stuttgarter Straße. Die Überlegungen, wie Abhilfe geschaffen werden kann, werden intensiviert.
Ein Stau auf der Stuttgarter Straße. Die Überlegungen, wie Abhilfe geschaffen werden kann, werden intensiviert. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 15.11.2017

Thomas Wiesbauer, dem Fraktionschef der CDU, fiel ein Stein vom Herzen. Endlich komme der Beschluss zur Fortführung der Verkehrsplanungen, und hoffentlich führten diese zu Ergebnissen, die eine Erleichterung in der Verkehrssituation brächten, sagte er am Dienstagabend im Gemeinderat. Die übrigen Fraktionen begrüßten die Entscheidung ebenso, legten in ihren Erwartungen aber durchaus unterschiedliche Schwerpunkte.

Wie berichtet, soll eine Ingenieurgemeinschaft, bestehend aus den Büros BS Ingenieure und Praxl + Partner, mit der Weiterführung des Verkehrsentwicklungsplans der Stadt beauftragt werden. Die Analyse durch das bisherige Büro BrennerPlan sei abgeschlossen, nun soll es an die konkreten Planungen gehen, erläuterte Bürgermeister Joachim Kölz. Und zwar in allen Bereichen: Autoverkehr, öffentlicher Personennahverkehr sowie Radverkehr, Fußverkehr und Mobilitätsmanagement. Diesem Vorgehen stimmten die Mitglieder des Gremiums in der Sitzung einstimmig zu.

Unter den Umfahrungsvarianten, die dabei geprüft werden sollen, ist jetzt noch eine weitere. Auf Vorschlag von Ute Epple, Sprecherin der Freien Wähler, votierte eine Mehrheit bei 5 Gegenstimmen und 2 Enthaltungen dafür, eine Trasse Richtung Sachsenheim zu untersuchen. Geschaffen werden soll eine Abzweigung der B27 an der Bahnunterführung, um dann mittels einer Brücke am Viadukt über die Enz zu führen. Die Freien Wähler hätten sich nach einer eingehenden Beratung für diese zusätzliche Variante entschieden, berichtete Ute Epple im Gremium.

Götz Noller (FDP) erklärte kurz und knapp, die Zeit der experimentellen Analyse in der Verkehrsplanung sei nun zu Ende.

Für Thomas Wiesbauer ist es entscheidend, dass es gelingt, den Durchfahrtsverkehr aus der Stadt zu bringen. In Schwäbisch Gmünd sei man sehr froh über den dortigen Tunnel, der die Innenstadt entlaste, sagte er. „Mehr wollen wir auch nicht.“ Die CDU unterstütze die Vorschläge der Stadtverwaltung und hoffe auf klare Aussagen der beauftragten Büros sowie eine Unterstützung durch die übergeordneten Behörden.

Infoabend für die Bürger

Statt neuer Straßen bevorzugt Albrecht Kurz (GAL) hingegen eine Stärkung des sogenannten Umweltverbunds, also der Kombination aus öffentlichem Verkehr, Rad- und Fußverkehr sowie anderen umweltfreundlichen Maßnahmen, zur Lösung der Verkehrs­probleme. Der GAL sei es deshalb wichtig, dass in der Untersuchung auch intensiv unter die Lupe genommen werde, inwieweit es möglich sei, durch Verlagerung von Verkehrsströmen auf diese Verkehrsarten ohne neue Trassen und eine Versiegelung auszukommen. „Mit dem Umweltverbund kommt man besser und wahrscheinlich auch schneller zum Ziel“, sagte Kurz.

Auch Werner Kiemle (SPD) warnte vor einer Fixierung auf Umfahrungslösungen. Die Verbesserungen, die diese brächten, müssten den Kosten gegenübergestellt und mit den Möglichkeiten einer Verbesserung des ÖPNV verglichen werden. Er hoffe auf eine vernünftige Zahlenbasis, um eine gute Entscheidungsgrundlage zu erhalten.

Wichtig ist der Verwaltung, dass auch die Bürger eingebunden werden. Bereits in zwei Wochen, am Dienstag, 28. November, 18 Uhr, ist eine Informationsveranstaltung in der Aurain-Veranstaltungshalle geplant, in der die Verwaltung die Planungen und Überlegungen vorstellen will. „Das Ganze wird flankiert von einer umfangreichen Bürgerbeteiligung“, versprach Kölz.