Die Umstrukturierung, die Zuständigkeitsverschiebungen von Oberbürgermeister Jürgen Kessing hin zu Bürgermeister Joachim Kölz zur Folge hatte, beschäftigt einige Fraktionen. Volker Müller (SPD) hatte die Ämterneuverteilung anlässlich Kölz’ Wiederwahl in der BZ-Gemeinderatskolumne verteidigt, was nun der CDU aufstößt. Aus Müllers Begründung, Kessing habe Funktionen wie ein Bundeskanzler und -präsident, schließe man, dass der OB zwar alle Macht habe, aber für nichts verantwortlich sei, so die CDU.

Das Aussitzen durch Verwaltung und OB sei zwar nicht neu. „Was die Sache auf die Spitze treibt, ist, dass die SPD, die das Vorhaben, Bürgermeister Kölz abzuwählen, mit Vehemenz unterstützte, nun Forderungen gegenüber ihm stellt.“ Und diese „erachten wir als Zumutung“. Denn die SPD fordere von Bürgermeister Kölz, Versäumnisse des OB – wie die Entwicklung des Valeo-Areals, die dieser „massiv beeinträchtigt“ habe – nun unmittelbar zu erledigen. Die CDU wirft Kessing ferner vor, Anfragen des Gemeinderats nach dem Entwicklungsstand rüde abgeblockt zu haben. „Vielleicht hat der OB durch die Übergabe des Bauamtes und Stadtplanungsamtes an Kölz resigniert. Dies dann aber in einer Kolumne öffentlich transparent zu machen und ins Gegenteil zu verkehren, ist ein starkes Stück.“ Müllers Darstellungen in der Kolumne seien nicht akzeptabel. Man hoffe aber, dass eine vernünftige Zusammenarbeit mit der SPD möglich wird, so die CDU. „Unseren Willen dazu wollen wir deutlich zum Ausdruck bringen.“