Wie hoch der Schaden tatsächlich ist, ist noch nicht bekannt. Doch klar ist: „Es wird einiger Aufwand für die Stadt“, sagt Claus Stöckle. Der Rektor der Realschule im Aurain hatte einen wohl eher ungewöhnlichen Schulstart. Am Samstagmittag erhielt er einen Anruf eines Kollegen: Die Schule steht unter Wasser. So verbrachte er, die Stadtverwaltung, Handwerker sowie die Bietigheimer Abteilung der Freiwilligen Feuerwehr den Samstag in der Schule.

„Eine Stelle der Wasserzuleitung ist undicht gewesen“, erklärt Stöckle. Ein de­fek­tes Eck­ven­til war die Ur­sa­che für den um­fang­rei­chen Ein­satz der Ab­tei­lung Bie­tig­heim, schreibt die Freiwillige Feuerwehr. Das Ventil befindet sich im oberen Stockwerk neben dem Chemieraum. „Am Freitag um 12 Uhr war die letzte Kontrolle“, sagt Claus Stöckle. Bis dahin sei alles in Ordnung gewesen. Der Schulleiter weiß nicht, wann der Rohrbruch entstand. Doch theoretisch konnte das Wasser rund 24 Stunden lang auslaufen, denn erst am Samstag gegen 14 Uhr entdeckte ein Kollege den Schaden.

25 Kubikmeter Wasser

Die Entdeckung war eher Glück geschuldet. Ein Lehrer wollte den Montagsunterricht vorbereiten und ging dafür in die Schule, und zwar nicht durch den Vordereingang, sondern durch den Hintereingang. Dadurch musste er an den naturwissenschaftlichen Räumen vorbei und entdeckte den Wasserschaden. „Unser Hausmeister hatte zufälligerweise am Freitag noch den Wasserzähler abgelesen. Daher wissen wir, dass 25 Kubikmeter ausgelaufen sind.“ Etwa zehn Zentimeter hoch stand das Wasser im oberen Stockwerk und rund zwei bis fünf im unteren, sagt Frank Wallesch, Kommandant der Wehr. „Das Wasser ist in hohem Bogen aus der Leitung rausgespritzt“, beschreibt der Rektor das Geschehen.

Doch dabei blieb es nicht. Da sich die defekte Leitung im oberen Stockwerk befindet, drückte das Wasser durch die Decke in die zwei darunterliegenden Räume. Auch ein Fahrstuhlschaft und das Treppenhaus sind betroffen. Die Feuerwehr sowie eine Fachfirma rückten an, um das Wasser abzupumpen und weitere Schäden zu vermeiden. Mit vier Was­ser­sau­gern nah­men zehn Ein­satz­kräf­te das Was­ser auf. Fast drei Stunden war die Feuerwehr im Einsatz. „Um 16.12 Uhr kam die Einsatzmeldung und um 18.52 Uhr rückten die Männer ab“, sagt Wallesch. Dabei sei es durch den PVC-Boden einfach gewesen, das Wasser abzusaugen, so der Kommandant weiter.

Wer sich als Schüler nun aber auf Fehlstunden freut, der wird enttäuscht. Zwar sind drei Räume für Physik, Biologie und Chemie betroffen und können in den nächsten Wochen nicht genutzt werden, doch Unterrichtsausfälle soll es nicht geben, so Stöckle. Zwar gibt es keinen weiteren Physik- und Chemieraum, doch dann müsse der Unterricht eben im Klassenzimmer stattfinden. Der zweite Biologieraum werde dementsprechend hoch frequentiert sein, so der Schulleiter.

Auf die Frage, wie lange die Zimmer unbenutzbar sein werden, konnte Claus Stöckle noch nicht antworten und blieb mit einer Angabe von mehreren Wochen wage. Zunächst müssen alle Räume getrocknet werden. Teilweise müsse man auch den Boden aufreißen, so Stöckle. „Wir haben einen Gutachter beauftragt, der den Schadensumfang ermitteln wird.“

Auch zur Ursache könne er noch nichts sagen. Das Alter halte er jedoch nicht für möglich. Denn die Räumlichkeiten wurden erst in den letzten sechs Jahren grundsaniert.