Es waren viele Kreuze und Stimmen, die man bei der Kommunal- und Europawahl die man am Sonntag zu vergeben hatte. Das hielt die Bietigheim-Bissinger allerdings nicht davon ab, zur Wahl zu gehen. Auch wenn die schiere Masse an Wahlen bei so manchem für Schwierigkeiten sorgte. Ursula Hahn etwa erzählte, dass es manchen, gerade älteren Wählern schwerfalle, den Überblick zu behalten welcher Stimmzettel in welchen Umschlag gehöre und wie viele Stimmen man bei den unterschiedlichen Wahlen habe. Für die Rentnerin spielte am  Sonntag besonders die Gemeinderatswahl und die Wahl des EU-Parlaments eine wichtige Rolle. „Gerade auf lokaler Ebene wählt man einfach die Leute, die man kennt“, meinte sie.

Auch für den Bietigheimer Dieter Krebs war die Gemeinderatswahl besonders wichtig: „Das geht es um das regionale Interesse.“ Allerdings sei die Europawahl nicht minder relevant. Er habe dabei ein spezielles Interesse am Umweltschutz und dem Thema Glyphosatverbot, daher fiel ihm die Entscheidung nicht schwer.

Zur Gemeinderatswahl ergänzte er: „Es ist gut, dass man die Wahlzettel nach Hause bekommen hat, sonst würde im Wahllokal alles viel länger dauern. Ich hatte Glück mit meinem Wahlzeitpunkt und musste nicht lange warten.“ Andreas Unkel, der mit seiner ganzen Familie wählen gegangen war, interessierte sich ebenfalls besonders für die Gemeinderatswahl, da man dabei am meisten Einfluss habe. Daher habe sich die Familie auch lange mit dem Thema befasst.

Während im Bietigheimer Rathaus Hochbetrieb herrschte lief die Wahl in der Grundschule Metterzimmern eher entspannt ab. Hier musste man nicht lange warten, was sich natürlich positiv auf die  Wählerinnen und Wähler auswirkte.

Die Wahlhelferinnen,  berichteten von einer guten Stimmung unter den Wählern und dass man auch bereits mehrfach Lob für ihr Engagement erhalten habe. „Obwohl es doch recht aufwändig ist, mit dem einsortieren, sind alle super entspannt“, konstatierten die Walhlhelferinnen.

Auch für die Bürger Metterzimmerns hatten die Gemeinderatswahl sowie die Europawahl die größte Bedeutung. Nils Steinbrück begründete diese Haltung damit, dass der Gemeinderat dafür sorge trage, dass lokal alles passt und das EU-Parlament die  generell gute Situation erhalten solle. Christian Rupprecht war dabei ähnlicher Ansicht: „Europa ist gerade politisch sehr interessant. Der Gemeinderat ist mir wegen des lokalen Bezugs und meinen persönlichen Anliegen wichtig.“

In Bissingen lief hingegen nicht alles so entspannt: Im Rathaus standen lediglich drei Wahlkabinen zur Verfügung. Dies sorgte für Unmut bei den Wählern, die dadurch lange Wartezeiten in Kauf nehmen mussten. Das Interesse an den Wahlen war allerdings sehr ähnlich zu den anderen Ortsteilen: Sowohl die Gemeinderatswahl als auch die Wahl des EU-Parlaments war für die Menschen wichtig. Beides betreffe einen, gerade bei der Wahl des Gemeinderats müsse man aber schon überlegen, berichtet die Familie Mayer.

Während für Ulrike und Kassandra Edler die Europawahl die relevanteste war, in Bietigheim sei es ja sowieso recht klar, war für Siegfried Zweig die Gemeinderatswahl wichtiger – auch wenn die Kandidatenfindung sich als schwierig erwiesen habe.

Auch in Untermberg war man vor Warteschlangen nicht gefeit, wenn auch nicht in dem Ausmaß wie im Bissinger Rathaus. Auch hier war man sich weitgehend einig. Zum einen wolle man eine Interessensvertretung am Ort haben, zum anderen aber auch ein entsprechend aufgestelltes EU-Parlament, das die eigenen Interessen vertrete. „Die Gemeinderatswahl ist eher eine Personenwahl, auf EU-Ebene ist dann eher die eigene politische Richtung ausschlaggebend“, sagte etwa Patrick Klarner.

Für Sonja und Andreas Küchler war die Entscheidung nicht so einfach. „Die lange Liste an Parteien ist schon etwas kompliziert. Auf den Wahlplakaten werben auch viele Parteien für dieselben Ziele, zum Beispiel bezahlbaren Wohnraum“, stellen die Beiden fest.

Die Europawahl habe die größere Bedeutung, die Kommunalwahl sei aber auch interessant, meinte ein weiterer Mann, der anonym bleiben wollte.