Bauschutt Vorwurf: Renkonen verharmlost

Landkreis Ludwigsburg / Martin Tröster 16.02.2017

Gut ausgeteilt hat der Landtagsabgeordnete Daniel Renkonen vor zwei Wochen im BZ-Interview. So warf er zwei Bürgerinitiativen aus Horrheim und Schwieberdingen Panikmache vor. Diese wehren sich gegen die Lagerung des freigemessenen Bauschutts aus dem Akw Neckarwestheim in den Deponien vor Ort. Der Grünen-Politiker Renkonen verteidigte den vollständigen Rückbau des Kraftwerkes und stellte sich entschieden gegen eine nicht völlig abgebaute „Atom-Ruine“, wie er einen Vorschlag der beiden Bürgerinitiativen kritisierte.

Renkonens deutliche Worte stoßen auf Kritik. So sagt Dierk-Christian Vogt, promovierter Mediziner und einer der Anführer der Schwieberdinger Initiative: „Wenn Renkonen unser Engagement als Panikmache bezeichnet, muss man seine Worte in Ihrem Interview als Verharmlosung bezeichnen.“ Vielmehr versuche die Bürgerinitiative, die Debatte sachlich zu führen.

Absage ans Landratsamt

Freigemessener Akw-Bauschutt darf wie normaler Müll auf Deponien landen, wird allerdings verpackt und eingegraben. „Die Lagerung des Bauschutts in den Deponien ist ein niedriges Risiko, aber die Strahlenschutzverordnung besagt, jedes Risiko bedürfe einer Rechtfertigung“, sagt Vogt. Und die sehe er nach wie vor nicht gegeben. Auch kritisiert er, dass Umweltministerium und Landratsamt sich zu sehr auf diese Lösung versteift hätten. „Was mich stört ist, dass keine Alternativen geprüft werden.“ So sei er zwar kein Anhänger davon, den Schutt in einem Salzstock zu lagern, doch solle man das prüfen.

Das hat der Landkreis: Bereits im Dezember stellte das Landratsamt eine Anfrage an die Südwestdeutschen Salzwerke mit Sitz in Heilbronn. Die Salzwerke bestätigen die Anfrage des Landratsamtes – und die Ablehnung dieser Anfrage: Derartige Rückstände nehme man in den firmeneigenen Salzstöcken nicht an, so eine Sprecherin.

Dierk-Christian Vogt von der Schwieberdinger Bürgerinitiative kritisiert die Lagerung des Bauschutts auf den Deponien im Landkreis, die von der kreiseigenen Müll-Tochter AVL betrieben werden, mit einem Versagen der AVL in der Vergangenheit: Gegen Ende des Jahres 2015 wurde dort Asbest unsachgemäß gelagert, weshalb nun laut Vogt zu befürchten ist, dass die Lagerung des Bauschuttes ebenfalls nicht streng genug erfolge.

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