Sie waren hier, an vielen Stellen. Das lässt sich über die Kelten in Bietigheim-Bissingen sagen. Doch viele keltische Siedlungsreste sind längst überbaut. Zuletzt haben Archäologen im Vorfeld der Erschließungsarbeiten für das Baugebiet Haslacher Weg in Metterzimmern zur (Bagger-)Schaufel gegriffen. Bei Sondierungsarbeiten des Landesamts für Denkmalpflege im Jahr 2016 wurden laut einer Mitteilung der Stadt Spuren einer früheisenzeitlichen Siedlung gefunden, die belegen, dass hier um 500 vor Christus schon Menschen gelebt haben. Damit befindet man sich in der späten Hallstattzeit, der Zeit der keltischen Fürstensitze und -gräber. Die Archäologen dokumentierten ihre Funde und nahmen die ausgegrabenen Stücke mit ins Denkmalamt.

Wie Ingo Stork im Buch „Bietigheim-Bissingen 789 bis 1989“ darstellt, sind aus der Hallstattzeit, die vom 8. bis Mitte des 5. Jahrhunderts vor Christus reicht, auf der hiesigen Gemarkung immer wieder Hinweise auf die Kelten entdeckt worden. So hinterließen diese Grabhügel im damaligen Laiernwald (der Name „Lai“ kommt von Hügel). Drei davon befanden sich südlich der Laiernstraße, Ecke Industriestraße und im Bereich der Schuhfabrik Fritz, schreibt Stork. Der größte hatte einen Durchmesser von 30 Metern und eine Höhe von 75 Zentimetern. Drumherum wurden noch kleinere vermutet. Datiert werden konnten die Hügel durch den Forscher Oscar Paret (1889 bis 1972) anhand von Tongefäßscherben, die heute verschollen sind.

In der Nähe des Wobach werde eine Siedlung der Hallstattzeit vermutet, so Stork weiter. Weitere Grabhügel wurden bei der Krautschüssel im Forst registriert. Eine nachgewiesene Siedlung gab es im Schotterwerk Fink, Siedlungsreste im Gebiet Weilerlen. In der Latènezeit (spätes 5. bis 1. Jahrhundert vor Christus), deren Träger die Kelten sind, wurden zwei Grubenhäuser im Schotterwerk Fink nachgewiesen (1916). Dabei handelte es sich um Nebengebäude ohne Feuerstelle, für die eine handwerkliche Tätigkeit, etwa das Weben, vermutet wird. Damals habe der Fund zu den ersten Nachweisen dieser Bauweise in Württemberg gezählt, so Stork.

Auch eine Grabstätte mit Schwert und Resten einer Eisenfibel wurde 1938 entdeckt. Siedlung und Gräberfeld seien heute jedoch durch den Kiesabbau zerstört. Nicht anders sei es Funden in der Großingersheimer Straße (1931) sowie der Kusatsu und Posener Straße ergangen. Ein spätkeltischer Siedlungsplatz konnte im Gebiet Söllert anhand einer Scherbe importierter Keramik und etwas Grobkeramik nachgewiesen werden. Wer mehr über die Kelten erfahren will, muss daher nach Hochdorf ins Keltenmuseum fahren.