Es geht um ein schwaches Lichtwesen, dessen Leben binnen gut zwei Minuten zu Ende zu gehen scheint. Doch die, die das Wesen erschaffen haben, stehen noch ganz am Anfang. Und ihre Karriere könnte vielleicht schon mit einem Preis gekrönt werden. Denn das Team aus fünf Studenten um Sophie Rekasowski aus Bietigheim-Bissingen wurde für seinen Animationsfilm "Requiem" für den Deutschen Jugendvideopreis nominiert. Nur 25 Projekte haben das aus hunderten Einsendungen geschafft.

Wie die anderen vier - Mareike Gödert, Alyssa Cooper, Tobias Sautter und Kimberly Nyaaba - studiert Rekasowski den Bachelor-Studiengang "Audiovisuelle Medien" an der Hochschule der Medien in Stuttgart. "Requiem" - der Animationsfilm über das Lichtwesen, das sich vom Steinbock zur Lichtkugel wandelt, die auf der Suche nach ihrer letzten Ruhestätte durch mystische Höhlen wandert - war ursprünglich die Semesterarbeit im vergangenen Sommersemester.

Obwohl der eigenproduzierte Film eine Länge von nur 146 Sekunden hat, war er mit einem enormen Arbeitsaufwand verbunden. Sophie Rekasowski erzählt: "Ein einzelnes Bild zu berechnen, hat zum Teil bis zu fünf Stunden gedauert. Pro Sekunde werden 25 dieser Bilder, Frames genannt, benötigt. Das hätten also insgesamt bis zu zwei Jahre Arbeit werden können." Tatsächlich hat das Berechnen der Bilder (fachsprachlich "Rendern") dann aber nur drei Wochen gebraucht. Denn nicht für alle der Frames war ein so großer Aufwand nötig, und das Team hatte ein Equipment, das es ihnen erlaubte, mehrere der Bilder gleichzeitig zu berechnen.

Dieser Prozess macht aber nur einen Bruchteil des Werdegangs eines Animationsfilms aus, insgesamt hat die Produktion knappe vier Monate in Anspruch genommen. Grundsätzlich steht zu Beginn einer Filmproduktion die Konzeptionsphase, in der Themen gesammelt und weiterentwickelt werden. Eine ruhige und mystische Stimmung sollte vermittelt werden, da war das Team sich gleich einig. "Kreislauf, letzte Ruhestätte und Spiegelkabinett haben ganz besonders unser Interesse geweckt", erklären die Studenten.

"Besonders wichtig war uns aber auch die technische Umsetzung und die Herausforderung, unterschiedliche Umgebungen, wie etwa eine Eishöhle, zu gestalten", erläutert Sophie Rekasowski. "Dabei hatten wir nicht nur die Möglichkeit, mit den unterschiedlichsten Texturen und Materialien zu arbeiten; durch die Gestaltung unseres Protagonisten konnten wir auch mit dem Spiel aus Licht, Schatten und Reflexionen experimentieren."

Da das Team schon ein Jahr vor der Entstehung von "Requiem" gemeinsam an einem Kurzfilm gearbeitet hatte, kannten sich die fünf und wussten ihre unterschiedlichen Stärken so einzusetzen, dass am Ende ein visuell ansprechender und zugleich poetischer Animationsfilm entstanden ist, der auch noch Raum für Interpretation lässt.

Am Samstag, 18. Juni, werden die Studenten zum "Bundes.Festival.Film" nach Mainz fahren, wo am Abend die Preise "Deutscher Jugendvideopreis" und "Video der Generationen" verliehen werden.

"Wir hoffen natürlich, dass wir einen Preis mit nach Hause nehmen können", sagt Sophie Rekasowski. "Aber es hat uns auch schon sehr gefreut, dass wir überhaupt nominiert wurden und dabei sein dürfen."