Bietigheim-Bissingen Open-Air: Kritik am Veranstalter

Was die Besucherzahlen anbelangt, zeigt sich der Sommer-Open-Air-Veranstalter Eventiko zufrieden. Genaue Zahlen gebe es aber noch nicht. Dafür gibt es aber Kritik an der Organisation.
Was die Besucherzahlen anbelangt, zeigt sich der Sommer-Open-Air-Veranstalter Eventiko zufrieden. Genaue Zahlen gebe es aber noch nicht. Dafür gibt es aber Kritik an der Organisation. © Foto: Werner Kuhnle
Bietigheim-Bissingen / Rena Weiss 14.08.2018

Die Erwartungen an das erste Sommer-Open-Air am Bietigheimer Viadukt waren hoch. Vielleicht zu hoch, denn einige Kommentare in den sozialen Netzwerken sprechen von einem Reinfall für den Veranstalter Eventiko. „Bitte, bitte, bitte nächstes Jahr auf keinen Fall eine Wiederholung dieses unterirdisch schlechten Festivals“, schreibt Jeannine Maurer auf der BZ-Facebookseite. Mit ihrer Meinung steht sie nicht alleine da.

Auch Sabine Dörenkämper hat sich an die BZ gewandt: „Die Veranstalter des Sommer-Open-Air löschen umgehend sämtliche auch nur geringfügige Kritik auf den Seiten hierzu in Facebook. So etwas nenne ich Zensur.“ Mitgeschickt sind Screenshots der negativen Kommentare, die so nicht mehr auf der Veranstaltungsseite zu finden sind. „Eigentlich schade, die Idee und die Location sind super“, ergänzt Sabine Dörenkämper. Die BZ hat mit dem Unternehmen gesprochen und es auch zur Löschung der Kommentare und Bewertungen befragt. „Wir kommentieren das nicht, weil wir keine Diskussion auf einer so unglaubwürdigen Plattform wie Facebook anfangen wollen“, sagt Max Steinhauser, einer der drei Allgäuer Veranstalter. Allerdings räumt er ein, dass Eventiko darauf achte, dass durch die negativen Kommentare die Stimmung nicht kippe, wenn das Sommer-Open-Air noch im Gang ist. „Ich finde es nicht in Ordnung, das Festival in den Dreck zu ziehen, wenn es noch läuft.“ Ähnlich sieht es Jonathan Köhler. Er kommentiert auf der BZ-Facebookseite: „So berechtigt einzelne Kritikpunkte sind, krankt es meiner Wahrnehmung nach aber auch etwas am verwöhnten Bietigheimer Publikum.“

Doch was genau wurde nun kritisiert? Da wäre zum einen der angekündigte Designmarkt, der am Freitag nur aus zwei Ständen bestand. Doch hier zeigt sich das Unternehmen einsichtig: „Wir haben versucht, über Krämermärkte Leute zu akquirieren“, sagt Steinhauser, „das war schwierig, weil uns viele sagten, dass das nicht ihr Klientel ist.“ Auch eine Zusammenarbeit mit dem Einzelhandelsverband scheiterte. Das Konzept sehe jedoch vor, regionale Anbieter zu fördern. „Am Samstag waren es dann fünf Stände“, sagt Steinhauser.

Damit nicht genug: Auch die angepriesenen Streetfood-Stände bekommen im Netz ihr Fett weg. Dörenkämper spricht von langen Wartezeiten und horrenden Essenspreisen. Ein User mit dem Namen „Jür Gen“ schreibt, dass der Bierstand unbesetzt war. Eventiko erklärt, dass es die Anzahl der Essensstände bewusst kleiner gehalten habe, weil die einzelnen Anbieter auch auf ihren Umsatz kommen sollten. „Das Angebot war dennoch vielfältig“, ergänzt Max Steinhauser, räumt aber ein, dass sie als Veranstalter nicht beeinflussen können, wie die einzelnen Stände arbeiten. So kam es auch zu langen Wartezeiten. Überteuert finde er die Märkte nicht, sondern beschreibt sie als normale Streetfood-Preise.

Keine Scheuklappen

Trotz deutlich negativen Meinungen ist Eventiko zufrieden. Zwar gebe es noch keine genauen Besucherzahlen, doch sei die Resonanz gut gewesen. Auch mit der geäußerten Kritik könne das junge Unternehmen umgehen: „Es ist nicht so, dass wir Scheuklappen aufziehen. Wir lesen die Kommentare und verbessern, was wir verbessern können“, sagt Steinhauser über das bislang erste Sommer-Open-Air in Bietigheim-Bissingen.

Diesen Eindruck erlangte auch Christian Schultheiss, der auf Facebook kommentierte, dass er einen der Veranstalter traf und dieser keineswegs kritikscheu sei. „Ich habe mit ihm im Gespräch auch Verbesserungen besprochen und ich denke auch, dass die umgesetzt werden“, schreibt Schultheiss.

Zukunfts Ausblick

Ob es ein weiteres Festival geben werde, könne Steinhauser noch nicht sagen. Doch hätte er sich von den Besuchern mehr Verständnis erhofft und spricht von einem hohen Maß, das angelegt wurde. „Es ist keine überteuerte Veranstaltung“, sagt er. Sechs Euro hat ein Ticket für alle drei Tage gekostet. Wer bereits zwischen 14 bis 16 Uhr auf dem Gelände war, konnte den kompletten Abend auf dem Gelände bleiben. Steinhauser sagt jedoch auch, dass 14 Uhr als Startzeit zu früh sei – auch an dieser Stelle werde die Firma aus ihren Fehlern lernen.

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