Bietigheim-Bissingen Urteil: Geld aus Spielautomaten bringt kein Glück

Bietigheim-Bissingen / BERND WINCKLER 29.07.2013
Nach nur zwei Hauptverhandlungstagen hat das Stuttgarter Landgericht jetzt eine Bande von Automatenknackern zu Haftstrafen verurteilt.

Drei Jahre und sechs Monate und zwei Jahre und elf Monate - so lauten die Urteile gegen einen 26 Jahre alten Reinigungs-Unternehmer aus Bietigheim-Bissingen und seinen 23 Jahre alten Helfer. Die beiden Männer haben nach Überzeugung der Jugendstrafkammer am Stuttgarter Landgericht zusammen mit drei weiteren Komplizen in Bietigheim, Tamm, Sachsenheim und anderen Kommunen im Landkreis Spielgeräte in Spielhallen gewaltsam aufgebrochen und daraus mehr als 150.000 Euro erbeutet. Die Komplizen erhielten Strafen von eineinviertel bis dreieinviertel Jahren Haft.

In einer einzigen Nacht soll die Bande manchmal mit Brecheisen bis zu zwölf Spielautomaten geknackt gehabt. So zum Beispiel beim Einbruch in der Nacht zum 20. Juli letzten Jahres in einem Spielsalon in Tamm. Hier fielen ihnen 100.000 Euro in die Hände. In einer Spielhalle in Ditzingen hatten sie Monate zuvor 13 Automaten aufgehebelt und 12.000 Euro Münzgeld erbeutet, zwei Nächte zuvor fielen ihnen ganze 36.000 Euro beim Knacken von Spielgeräten in Kornwestheim in die Hände.

Vor den Richtern der 5. Strafkammer legten die Angeklagten ein umfassendes Geständnis ab, sodass ihr Prozess nur zwei Tage dauerte. Die beiden Hauptangeklagten, die aus Bietigheim-Bissingen und Sachsenheim stammen, gaben an, selbst spielsüchtig zu sein. Der 26-jährige Angeklagte betrieb in Bietigheim eine Gebäudereinigungs-Firma, in der sein Helfer angestellt war.

Aufgrund der Geständnisse bekamen alle Fünf Strafrabatt: Der Bietigheimer Unternehmer muss allerdings als Bandenboss wegen vierfachen Diebstahls dreieinhalb Jahre hinter Gitter. Man hätte nach dem Gesetz ohne die Geständnisse sogar Freiheitsstrafen von mehr als zehn Jahre verhängen können. Die Einbruchswerkzeuge, Brecheisen, Handschuhe und Sturmmasken, wurden sichergestellt und sollen im Museum der Stuttgarter Staatsanwaltschaft zur Abschreckung einen ständigen Platz bekommen.