Bietigheim-Bissingen Ursula und Erich Gülland aus Bietigheim-Bissingen feiern ihre Gnadenhochzeit

Ursula und Erich Gülland in ihrer Wohnung in der Pro-Seniore-Residenz im Ellental.
Ursula und Erich Gülland in ihrer Wohnung in der Pro-Seniore-Residenz im Ellental. © Foto: Corina Betti
Bietigheim-Bissingen / CORINA BETTI 20.04.2016
Am 20. April 1946 haben sich Ursula und Erich Gülland in Veedel bei Göttingen das Ja-Wort gegeben. 70 Jahre ist das nun her - die so genannte Gnadenhochzeit steht in Bietigheim-Bissingen ins Haus.

Ursula Gülland genießt den Ausblick ins Grüne aus ihrer Wohnung in der Pro-Seniore-Residenz im Ellental in Bietigheim-Bissingen. Dort wohnt sie seit April 2009 mit ihrem Mann Erich. Schön sei es hier zwar, an die Heimat denkt die bald 92-Jährige dennoch bis heute. "Schlesien war Schlesien", sagt sie - Heimatgefühl kann eben nicht verpflanzt werden.

Dabei hat die Mutter einer Tochter an diesem Mittwoch jeden Grund zum Feiern: Sie und ihr Mann Erich haben vor 70 Jahren geheiratet und feiern Gnadenhochzeit. Dass sie sich in- und auswendig kennen, bleibt nicht verborgen. Kennen gelernt haben sich die beiden in einer Wäscherei, erzählt der Ehemann, der in diesem Jahr 95 Jahre alt wird. Seine Familie ist kurz nach dem Krieg in den zweiten Stock des Gebäudes gezogen, in dem im Erdgeschoss die Wäscherei war. Dort arbeitete seine zukünftige Gattin. Doch ganz so einfach sei die Kennenlernphase nicht gewesen, erzählt der ehemalige Soldat, der im Zweiten Weltkrieg bis nach Stalingrad in der Panzerabwehr war. Diese Zeit wird er auch nicht los, wie er immer wieder betont. Die Eltern seiner Frau seien streng katholisch gewesen und seine Familie evangelisch; zur damaligen Zeit ein schwieriges Unterfangen. Dennoch heirateten die beiden ein Jahr später - "katholisch", wie der ehemalige Monteur ergänzt und betont, dass es nicht leicht gewesen sei, seine Schwiegermutter zu überzeugen. Das Paar zog in ein kleines Zimmer in die Wohnung der Eltern von Erich Gülland und hatte nur "ein Bett, das ein Meter breit war". Im selben Jahr noch kam Tochter Kristel zur Welt. Von da an arbeitete die junge Mutter nicht mehr. "Ich habe mich wohl gefühlt als Mutter", erzählt sie.

Die Tochter und ihr Mann - "ein guter Schwiegersohn", wie der Jubilar unterstreicht - wohnen auch in Bietigheim-Bissingen, dies sei der Grund des Umzuges von Göttingen hierher ins Schwabenland gewesen. "Damit wir näher bei den Kindern wohnen." Die Tochter wasche die Wäsche, und der Schwiegersohn kümmere sich um sonstige Tätigkeiten, die in der Wohnung des Ehepaares anfallen.

Ihr großes Ehe-Jubiläum begehen die Güllands an diesem Mittwoch im kleinen Rahmen. "Alle sind sehr beschäftigt", sagt der Jubilar und meint damit seine vier Urenkel, die geschäftlich viel unterwegs seien.