Die Schule geht mit dieser Bildungspartnerschaft den richtigen Weg – sich zu öffnen und die Schüler auf das Leben vorzubereiten. Schließlich geht es nach dem Abitur sozusagen vom geschützten Biotop, in die freie Wildnis“, erklärt Oberbürgermeister Jürgen Kessing bei der Vertragsunterzeichnung der Bildungspartnerschaft zwischen den Ellentalgymnasien und der BW-Bank. Am Dienstag unterzeichneten Miriam Rieck, Filialleiterin der BW-Bank Bietigheim-Bissingen und Matthias Helmle, kommissarischer Schulleiter des Ellentalgymnasiums 1, den Vertrag, mit dem sie eine Zusammenarbeit zwischen Bank und Gymnasien festlegten.

„Euer Abitur ist nicht erst, sondern schon in einem Jahr“, erinnert Lutz Kretschmer, Rektor des Ellentalgymnasiums 2, die Schüler der Oberstufe, die an diesem Vormittag der Vertragsunterzeichnung in der Aula beiwohnen. „Es ist ein Vorteil für euch: Fachleute werden die Schule besuchen und es liegt an euch, diesen Vorteil zu nutzen. Lasst euch einfach darauf ein“, ergänzt Helmle.

Auch Oberbürgermeister Kessing sieht in der Partnerschaft viele Möglichkeiten für die Schüler. So sei selbst die Erkenntnis, dass das berufliche Angebot nicht zu einem passe, ein wichtiger Schritt in die Berufswelt. „Heutzutage muss man zwei, manchmal auch vier Berufe erlernen, um dort zu landen, wo man ausreichend verdient und sich wohlfühlt“, erklärt Kessing.

Vorträge, Trainings und Praktika

„Wir bieten euch mit dieser Partnerschaft an was ihr wollt und braucht“, sagt Filialleiterin Rieck. Nachdem sie als Filialleiterin nach Bietigheim kam, wollte sie einen engeren Kontakt zu den Schulen aufbauen. Zukünftig werden Vorträge, Bewerbungstrainings und Praktika von der BW-Bank in den Gymnasien angeboten. Doch auch praktische Informationen rund um das Thema Finanzen sollen den Schülern durch die Partnerschaft zugänglich gemacht werden.

Partnerschaften dieser Art sind für die beiden Gymnasien nichts Neues. Mehrere Partnerschaften unter anderem mit Porsche Engineering, der Hochschule Pforzheim und der Kreissparkasse Ludwigsburg bestehen schon seit einiger Zeit. „Dadurch erhalten die Schüler einen Einblick in die Arbeitswelt. In der Schüleringenieursakademie lernten die Schüler beispielsweise, dass Bauteile aus der Theorie nicht unbedingt von einem 3D-Drucker so umgesetzt werden können und man seine Entwicklung an die Arbeitsrealität anpassen muss“, erzählt Schulleiter Helmle.

Zustande kam die Partnerschaft durch den bereits bestehenden Kontakt zwischen Maja Abrahams, der Beauftragten für Studien- und Berufsorientierung der Gymnasien und der BW-Bank. Die Partnerschaft ist nicht zeitlich begrenzt, sondern soll dauerhaft den Schülern die Möglichkeit offerieren, sich zu informieren. „Eine Partnerschaft muss man natürlich am Leben erhalten und gemeinsam daran arbeiten“, so Schulleiter Kretschmer.

Dass die Partnerschaft nicht nur auf dem Papier besteht und die Schüler aktiv unterstützen soll, zeigte sich im Anschluss an die Unterzeichnung. Einen Vortrag zu dem Thema „Wie bewerbe ich mich richtig“ hielt eine Angestellte der BW-Bank vor den Oberstufenschülern. „Passt gut auf, denn wie heißt es so schön: Man hat nie eine zweite Chance auf einen guten ersten Eindruck“, erinnert OB Kessing die Schüler zum Abschluss.