Zusammen mit dem Vorsitzenden des Verbands Region Stuttgart, Thomas Bopp, hat Regionalrat und Oberbürgermeister Jürgen Kessing gestern den neuen Verweilplatz in Untermberg eingeweiht. An der idyllischen Raststelle unterhalb der Burgruine Altsachsenheim, wo der Radweg aus Sachsenheim auf den Enztalradweg trifft, können Radfahrer, Wanderer und Spaziergänger auf einer Ruhebank und auf Sitzstufen den freien Zugang zum Fluss genießen. Allerdings hätten Anwohner bereits Bedenken geäußert, der neue Verweilplatz könnte im Sommer die Aufmerksamkeit der Jugend erregen.

In Ruhe vom Alltag erholen

Auf dem Platz am Hochwasserdeich zwischen der Enz und der Ortsmitte Untermberg sollen sich Rastende in Ruhe vom Alltag erholen können. Neben der Ruhebank wurden Anlehnbügel für Fahrräder sowie ein Mülleimer angebracht und im Uferbereich die Sitzstufen aus Stein. Sitzend oder liegend können Besucher die Natur am Wasser genießen. Die Maßnahme läuft innerhalb des Projekts „Qualifizierung des Enztalradwegs“ und wird innerhalb des Vorhabens „Landschaftspark Region Stuttgart“ mit bis zu 50 Prozent vom Verband Region Stuttgart gefördert.

Der neue Verweilplatz in Untermberg ist Teil eines umfassenden Maßnahmenbündels mit 20 Projekten in sechs Kommunen entlang des Enztalradwegs. Rund 28 000 Euro hat das idyllische Plätzchen direkt am Fluss in Untermberg nach Informationen von OB Jürgen Kessing insgesamt gekostet. Die Hälfte davon hat der Verband Region Stuttgart bezahlt. Der Regionalpräsident Thomas Bopp erklärte bei der Einweihung am Mittwoch, dass der Verband seit 2006 jedes Jahr 1,5 Millionen Euro für den Landschaftspark Stuttgart bereitstellt. Bisher seien insgesamt rund 19 Millionen Euro ausgeschüttet worden und im nächsten Jahr werde die 20-Millionen-Grenze geknackt. 50 Prozent Zuschüsse, so Bopp, gebe es nicht für jede Maßnahme. Manchmal geben auch die Wasserwirtschaft und andere Projektförderer noch etwas dazu, wenn es gelte, für 2,8 Millionen Bürger in der Region Stuttgart die „tolle, unterschiedliche“ Landschaft erlebbar zu machen. Alle Maßnahmen trügen zum Klimaschutz bei, denn die Leute würden erkennen, dass sie ihre Freizeit auch hier verbringen können, anstatt jedes Wochenende an den Bodensee zu fahren. „Vielleicht kommt ja auch einmal die Gartenschau“, zog Bopp Parallelen zum Remstal.

Ehrenamtliches Engagement

Kessing blickte vom Enztalradweg weiter auf den Neckartalradweg, und erinnerte sich daran, wie Radler und Spaziergänger früher nur dreieinhalb Meter vom Wasser weg waren und das gar nicht gemerkt haben, weil alles zugewuchert war. Auch zur Flößerstraße hin, eröffnete der OB, wolle die Stadt die Enz renaturieren. „Das weckt auch bürgerschaftliches Engagement“, pflichtete ihm Bopp bei. Viele Bürger sorgten ehrenamtlich gerne für den Unterhalt solcher Verweilplätze, zumal das nicht ins Aufgabengebiet des Verbands Region Stuttgart falle. Die Region sehe sich ausschließlich als Initiatorin.

Wenn Kommunen so idyllische, naturnahe Plätze haben wollen, dann müssen sie Bopps Informationen nach auch bereit sein, etwas dafür zu tun. Um diese Bereitschaft zu wecken, lobe der Verband unter den Kommunen der Region eine Art Wettbewerb aus.

Das Enztal sei mit seinem rund 100 Kilometer langen Radweg von Walheim bis zum Ursprung der Enz in Enzklösterle im Schwarzwald eine wichtige Naherholungslandschaft für Bietigheim-Bissingen und alle Anrainerkommunen. Deshalb haben es sich die sechs Anrainerkommunen entlang des 36 Kilometer langen Teilstücks der Enz, die in der Region Stuttgart liegen, zum Ziel gesetzt, den Erlebniswert und die Qualität dieser Freizeitroute in Richtung Naherholung, Freizeit und Tourismus zu steigern. 20 Maßnahmen haben die Kommunen vorgeschlagen. Darunter weitere Rastplätze, neue Brücken und Infopunkte.