Mehr als 170 Jahre lang gibt es den TSV Bietigheim bereits. In dieser Zeit hat sich so Manches angesammelt. Und das ist auch gut so, findet Hubert Funk. Der Archivar des Vereins verwaltet in der früheren Geschäftsstelle im Gebäude der Vereinsgaststätte im Fischerpfad einen ganzen Raum voller Ordner, in denen Versammlungsberichte, Fotos, Zeitungsartikel und weitere Dokumente, die die Vereinsgeschichte wiedergeben, aufbewahrt werden. Seit 2002 bemüht sich der Verein um die Erfassung dieser Dokumente. „Es war notwendig, dass die Archivalien erfasst und registriert wurden, um sie als ein Kulturgut zu schützen“, sagt Funk. Im Keller stehen nun neben jeder Menge Ordner voller Dokumente besondere Pokale und Auszeichnungen, Bilder, alte Sprintschuhe oder gar eine Schaufensterpuppe im Fechtanzug der früheren Fechtabteilung des Turn- und Sportvereins.

Ein Zeitstrahl an der Wand

Doch diese geschichtsträchtigen Stücke verschimmeln nicht etwa in den Kellerräumen. Der große Traum von Hubert Funk ist und war es, ein kleines Museum zu eröffnen. Dieser Traum wird derzeit Wirklichkeit. Durch den separaten Eingang im unteren Teil des Gebäudes geht es in den Flur des entstehenden Museums. Funk erzählt stolz, wie er und einige Helfer eine Tür versteckt haben. „Jetzt ist die Wand eben“, sagt der Archivar.

Denn das ist wichtig für den Zeitstrahl, der den Museumsrundgang eröffnet. Ums Eck führt dieser Zeitstrahl in den Hauptraum, der ursprünglich zwei getrennte Türen hatte. Damit hier ein großer Durchgang entsteht, wurde die Zwischenwand durchbrochen. „Das ist eine schöne Fläche. Dort werden wir unsere Archivalien präsentieren“, sagt Funk über den noch leeren Raum. Dann präsentiert er den Höhepunkt der Ausstellung: die Vereinsfahne. Auf dem Foto sieht man die Fahne noch provisorisch von der Decke hängen, wenn das Museum fertiggestellt ist, soll sie durch eine Vitrine geschützt werden. „Wenn man in den Raum hereinkommt, sieht man direkt die Fahne und kann sie von hinten und vorne betrachten.“ Eine eigens dafür gebaute Vitrine sorgt dafür, dass Besucher die Fahne mit Fahnenstab umlaufen können. „Die Fahne wurde 1848 von den Bietigheimer Jungfrauen gestiftet und am 26. August 1849 geweiht.“ Fast 40 Fahnenbänder gehören dazu. Die ältesten Fahnenbänder sind von 1898 und die jüngsten von 2016.

Vereinsgeschichte präsentieren

Andere Arbeiten wurden indes schon umgesetzt: Heizkörper wurden entfernt, ein Elektriker war da, ein Maurer sorgte für den Durchbruch, ein Gipser und Maler sorgt für den Feinschliff. Das Ganze passiere nicht einfach so. Hubert Funk und der TSV Bietigheim haben sich Hilfe bei der Deutschen Museumsgesellschaft geholt. Heraus kamen viele Ideen, die Funk teils in Eigenleistung, teils mit Helfern sowie mit Handwerkern umsetzt. Finanziert wird das kleine TSV-Museum einzig durch Spenden sowie einem Budget, das der Verein zur Verfügung stellt. „Ich möchte unsere Vereinsgeschichte präsentieren“, sagt der Archivar über sein Engagement, das sind „Schätze der Vergangenheit“. Deswegen startet er auch immer wieder Aufrufe nach alten TSV-Gegenständen, die Vereinsmitglieder und Privatpersonen spenden.

„Mein größtes Problem ist die Gestaltung“, sagt Funk selbstkritisch. Ideen hat er viele und handwerklich ist er begabt, doch ist ihm wichtig, das Museum schön und sinnvoll zu gestalten. Schließlich soll es an besonderen Tagen des Vereins geöffnet und Führungen angeboten werden. Wann genau das passiert, sei noch nicht festgelegt. Denn das hänge auch von der Finanzierung ab. Da das Projekt Museum hauptsächlich durch Spenden finanziert wird, freut sich Hubert Funk über Spenden. Mit dem Betreff „Spende TSV-Museum“ werde dabei sichergestellt, dass die Gelder auch genau dafür verwendet werden.

www.tsvbietigheim.de