Bietigheim-Bissingen Szenario wird Wirklichkeit: Feuerwehrübung in der EgeTrans-Arena

Bietigheim-Bissingen / UWE DEECKE 27.04.2015
Bei der Hauptübung der Freiwilligen Feuerwehr Bietigheim-Bissingen in der EgeTrans-Arena wurde aus einen Szenario teilweise Wirklichkeit. Tatsächlich trat aus einem Manometer Ammoniak aus.

Das Übungs-Szenario der Feuerwehr hatte für die anrückende Wehr gleich mehrere Aufgaben parat: Durch einen Handwerker wird die Ammoniakanlage der EgeTrans-Arena beschädigt, während noch Publikum in der Eissporthalle ist. Es kommt zum Austritt der Chemikalie, von der acht Tonnen in der Halle lagern. Zwei Handwerker liegen bewusstlos im Raum und müssen gerettet werden. Gleichzeitig kommt es in der Werkstatt des Eismeisters zu einem Brand, bei dem der Eismeister und zwei Kollegen vermisst werden. Diese Szenarien wurden am Samstag, zumindest teilweise real. Am Ende der Übung trat an einem Manometer - ein Druckmessgerät - Ammoniak aus und die Wehr musste den Ernstfall bewältigen.

Schauplatz der Übung war der kleine Platz vor den Kassen, wo es auch zu den Technikräumen geht. "Die Arena ist ein ganz neuralgischer Punkt, wo so etwas passieren kann", erklärt Stadtbrandmeister Frank Wallesch. Die Angriffswege laufen im Normalfall gegen den Strom der evakuierten Menschen - keine leichte Aufgabe für die insgesamt 62 Feuerwehrleute, die an diesem Samstag zur Übung ausgerückt sind. Sie wussten im Vorfeld nichts von den Szenarien, die detailliert vorbereitet worden waren.

Ziel sei es unter anderem, die Örtlichkeiten kennen zu lernen, so Wallesch. Im Fokus stehe dabei die "Unterstützungseinheit Gefahrgut" und die Arbeit mit Chemischen Schutzanzügen, die hier nötig sind. Die beiden "Verletzten", Angehörige der Jugendfeuerwehr, wurden aus dem Gebäude geholt, dekontaminiert, die defekte Leitung wieder notdürftig verschlossen bis später auch die Einsatzkräfte im aufblasbaren Zelt dekontaminiert wurden.

Eine "Mayday-Situation" eines Einsatztrupps mit Anzügen, die gegen Chemikalien wie Ammoniak schützen.

Der Brand im Toilettenbereich war ebenfalls nicht normal zu löschen, da das Publikum ins Freie strömt, so die Annahme. Hier kommt erschwerend hinzu, dass der Zugang über den Technikräumen blockiert ist und dort ebenfalls "Verletzte" liegen. Die "Wasserförderung lange Wegstrecken" wurde daher geübt, ohne dabei die Flucht- und Rettungswege zu blockieren.

Dass in der Eis-Arena beide Szenarien, noch dazu mit Publikum, zusammen kommen, ist relativ unwahrscheinlich. Dennoch wurde es geübt und die Floriansjünger erledigten ihre Aufgaben nach Plan. Im Bereich von 50 Metern wurde der Platz abgesperrt, um die Menschen vor dem ausgetretenen Ammoniak zu schützen, denn es bestand bei Austritt Erstickungs- und Vergiftungsgefahr. Gefahr für das Grundwasser gab es nicht, da unter dem Gebäude eine Wanne ist, die die Chemikalie aufhält.

Rund ein Dutzend Schaulustiger hatte sich versammelt, um die Hauptübung zu verfolgen, aus der am Ende ein echter Einsatz wurde. An einem Druckmesser trat rund zehn Minuten lang Ammoniak aus, sieben Einsatzkräfte in Schutzanzügen schafften es, die Leckage abzudichten und die Lage zu sichern.

"Diese Übung wird in die Annalen eingehen", sagt Brandmeister Wallesch, als alles unter Kontrolle war. Dass der Ernstfall zeitgleich mit einer Übung passiert, habe auch er noch nicht erlebt.

Zurück zur Startseite Zum nächsten Artikel