Die Volksbank Ludwigsburg ordnet ihrer Filialstruktur neu und schließt zwölf Kleinstfilialen in ihrem Geschäftsgebiet. In Bietigheim-Bissingen trifft es die Filiale in der Mozartstraße in Metterzimmern, sagte Thomas Palus, Vorstandschef der Volksbank, gestern im Gespräch mit der BZ. Die Kunden dort finden künftig ihre Ansprechpartner in den Filialen im Buch, in Bissingen oder im neu sanierten Beratungszentrum am Kronenplatz in der Bietigheimer Altstadt.

Die Schließungen sind Teil eines Konzeptes der Regionalisierung, mit denen die Volksbank ihr Beratungsgeschäft stärken will, machte Palus deutlich. Länger als jede andere Bank, explizit nannte Palus die Kreissparkasse, sei die Volksbank mit ihren kleinen Filialen in der Fläche präsent gewesen. Die Hoffnung, auf diese Weise Kunden der Kreissparkasse an sich binden zu können, habe sich in den vergangenen drei Jahren jedoch nicht erfüllt. „Wir haben es länger als alle anderen versucht“, hob Palus hervor. Die Filiale in Metterzimmern war zuletzt nur noch an zwei Tagen die Woche für jeweils drei Stunden geöffnet. Das sei in Zeiten von Minizinsen und einer verschlechterten Ertragssituation nicht mehr tragbar.

Deutliches Zeichen der Digitalisierung im Bankgeschäft: Seit 2017 sei die Zahl der Transaktionen (z.B. Überweisungen und Einzahlungen) um rund 30 Prozent zurückgegangen. Die Volksbank habe das Filialnetz mit Beginn des Jahres noch einmal überdacht mit dem Ergebnis: „Wir haben Kandidaten, die sich nicht wirklich lohnen.“ Palus zeigte sich zuversichtlich, dass deswegen keine Kunden verloren gehen. „Das Bankgeschäft ist ein Personengeschäft“, sagte er. Die Menschen seien zu längeren Wegen bereit, wenn sie qualifizierte Beratung bekommen.

In den vier Beratungszentren, die zum 1. September geschaffen wurden – neben Bietigheim sind dies Ludwigsburg, Marbach und Vaihingen – werde es künftig „mehr Menschen und mehr Kompetenz“ geben, erläuterte Palus das Konzept der Regionalisierung. Mit diesen dezentralen Strukturen „rücken wir wieder näher an unsere Kunden heran.“ In Bietigheim arbeiten jetzt auch die Mitarbeiter, die bis Mitte August noch in der Filiale in der Stuttgarter Straße beschäftigt waren. Dort wurde der Betrieb eingestellt. Der Standort an der Stuttgarter Straße sei nicht mehr zeitgemäß gewesen, sagte Palus.

Wie berichtet hatte die Volksbank das Gebäude am Kronenplatz gekauft und für knapp eine Million Euro saniert. Die Kunden können von der Volksbank erwarten, dass sie an jedem Wochentag zwischen 8 und 20 Uhr einen Beratungstermin bekommen, versicherte Palus. In derselben Zeit werden künftig auch Mitarbeiter für den Service telefonisch erreichbar sein. Palus sprach von einem Großprojekt des Ausbaus der digitalen Leistungen, von einem „Omnikanal-Angebot aus digitalen Services, schlanken Online-Produkten und einem leistungsfähigen Kunden-Dialogcenter.“ Von Personalabbau können keine Rede sein. „Wir werden alle Mitarbeiter brauchen“, sagte der Vorstandschef.

Die Neuordnung des Filialnetzes bedeutet möglicherweise nur einen vorläufigen Endpunkt. Sind die Schließungspläne realisiert, wird die Volksbank Ludwigsburg noch mit 21 Filialen in der Fläche vertreten sein. „Wir werden regelmäßig einen Blick darauf haben“, sagte er, und „den Kundenströmen folgen“, schon wegen der erschwerten Ertragssituation.