Bietigheim-Bissingen Steelers holen Pokal ins Ellental

ANDREAS EBERLE 31.12.2015
Zum dritten Mal nach 2009 und 2013 sichern sich die Bietigheim Steelers die Meisterschaft in der Zweiten Eishockey-Liga, die mittlerweile DEL 2 heißt. Dominic Auger schießt den SCB im vierten Spiel der Playoff-Finalserie gegen die Fischtown Pinguins zum Titel.

Es gibt Momente, in denen Sportler mit einem Schlag zu einer Legende werden. Dominic Auger erlebt am 28. April 2015 in Bremerhaven so einen Moment. Der 38-jährige Verteidiger der Bietigheim Steelers nimmt im sechsten Playoff-Finalspiel gegen die Fischtown Pinguins in der sechsten Minute der Verlängerung Maß und jagt den Puck zum 4:3 ins Netz. Damit gewinnt der SCB die Serie gegen die Norddeutschen mit 4:2 - und zum dritten Mal den Titel im deutschen Zweitliga-Eishockey. Wie schon bei den Meisterschaften 2009 in München und 2013 in Schwenningen gelingt der entscheidende Sieg erneut in der Fremde. Nach der Rückkehr der Mannschaft steigt in Bietigheim-Bissingen eine große Meistersause.

Bereits die Hauptrunde dominieren die Steelers nach Belieben. Mit 114 Zählern und 15 Punkten Vorsprung auf Bremerhaven steht das Team nach 52 Spieltagen unangefochten an der Tabellenspitze. Auch alle vier Saisonderbys gegen die Heilbronner Falken entscheidet Bietigheim für sich. Die Unterländer steigen später sportlich ab, bleiben dann aber doch in der Liga, da der EV Landshut keine Lizenz für die Saison 2015/2016 erhält. Im Viertel- und Halbfinale räumen die Steelers die Dresdner Eislöwen und Landshut jeweils mit einem 4:0-Sweep aus dem Weg, ehe es zum Showdown mit den Fischtown Pinguins kommt.

Die Steelers stellen mit dem Meisterschützen Auger sowohl den punktbesten Verteidiger als auch mit David Wrigley (45 Tore, 57 Assists) den Topscorer der Liga. Vater des Erfolgs ist aber einmal mehr Trainer Kevin Gaudet. Der Kanadier hat seit seinem Einstieg beim SCB nun bereits zwei Meistertitel, eine Vizemeisterschaft und zwei Pokalsiege vorzuweisen. Damit ist der Klub aus dem Ellental der mit Abstand erfolgreichste Verein im Eishockey-Unterhaus. Der seit Jahren herbeigesehnte Aufstieg in die DEL bleibt allerdings wieder einmal mehr aus. Erst 2018 soll der Meister in die deutsche Eliteklasse direkt aufsteigen. Am 8. September wurde in Krefeld eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet.

Zur aktuellen Spielzeit 2015/2016 vertraut der Verein dem bisherigen Personal und nimmt nur wenige Veränderungen im Kader vor. Sebastian Alt, Shawn Weller und Dennis Palka sind die einzigen Neuzugänge. Wie gehabt nistet sich der SCB sofort wieder in der Spitzengruppe ein und ist auf Meisterkurs. Mit zehn Siegen in Serie stellt der SCB vom 9. Oktober bis zum 15. November eine Bestmarke auf. Bitter sind die Niederlagen beim Aufsteiger EHC Freiburg (3:7) und den Heilbronner Falken (0:5). Ein Höhepunkt ist das Gastspiel bei den Löwen Frankfurt (6:2) am 23. Dezember: 800 Fans begleiten die Bietigheimer Mannschaft mit einem Sonderzug nach Hessen, 200 weitere kommen mit Autos.