Sportstätten Stadt will sich mit sechs Millionen an Halle beteiligen

Die Ege-Trans-Arena (Mitte) aus der Vogelperspektive. Links befindet sich die alte Eishalle, rechts gibt es eine Erweiterungsfläche, auf der die Ballsport- und Veranstaltungshalle gebaut werden könnte.
Die Ege-Trans-Arena (Mitte) aus der Vogelperspektive. Links befindet sich die alte Eishalle, rechts gibt es eine Erweiterungsfläche, auf der die Ballsport- und Veranstaltungshalle gebaut werden könnte. © Foto: Kalb Martin
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 15.01.2019

In einer Mitteilung hat die Stadt am Montagmorgen einen Fortschritt in Sachen Sportstätten vermeldet. Nach „engagierten Beratungen“ in einer Klausurtagung des Gemeinderats wurde demnach zwischen Verwaltung und Räten Einvernehmen über das weitere Verfahren zur Entwicklung der Sportanlagen in Bietigheim-Bissingen erzielt. „Es geht weiter“, fasst die Pressesprecherin der Stadt, Anette Hochmuth, das Ergebnis zusammen.

Bei der Tagung wurde eine Reihe von Eckpunkten erarbeitet, auf deren Grundlage die Verwaltung dem Gemeinderat nun einen Vorschlag zur Beschlussfassung unterbreiten will. Einen festen Termin dafür gebe es noch nicht, sagte Hochmuth, es solle aber so schnell wie möglich geschehen.

Für das Hallenbad Bissingen wird laut der Mitteilung ein Neubau im Ellental angestrebt, der ein Hallenbad mit 8 Bahnen à 25 Meter Länge, eine Saunalandschaft und ein Lehrschwimmbecken umfassen soll. Alternativ werde geprüft, welcher Raum- und Kostenbedarf bei 50-Meter-Bahnen entstehen würde. Die Gesamtkosten bei einem Bad mit 25-Meter-Bahnen haben laut Hochmuth eine Größenordnung von 15 Millionen Euro, bei 50-Meter-Bahnen wäre man bei 25 Millionen.

Die Stadt will das Hallenbad nicht selber bauen, sondern die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen damit beauftragen. Diese sollen dafür eine Eigenkapitalaufstockung im notwendigen Umfang erhalten. Wie viel das sein wird, richte sich nach den Kosten für das Bad, die in Abhängigkeit von der Länge der Bahnen erst noch genau kalkuliert werde müssen, so die Sprecherin. Die Kapitalaufstockung werde nur einen Teil der Kosten umfassen, den Rest müssen die Stadtwerke finanzieren. Diese haben aber die Möglichkeit, Kredite dafür aufzunehmen.

Wie berichtet gilt das bestehende Hallenbad in Bissingen zu marode für einen Erhalt. Sowohl eine Sanierung im laufenden Betrieb wie auch eine Schließung und Grundsanierung werden ausgeschlossen, zumal der Standort keine Entwicklungsmöglichkeiten zulässt. Der Neubau soll in der Nähe des Badeparks Ellental entstehen.

Was den Bau einer Ballsport- und Veranstaltungshalle betrifft, die auch den Anforderungen der Handballbundesliga entspricht, stellt die Stadt den ballsporttreibenden Vereinen oder Spielgemeinschaften eine Kostenbeteiligung in Höhe von 6 Millionen Euro zuzüglich eines geeigneten Grundstücks neben der EgeTrans Arena in Aussicht. Die ergänzende Finanzierung müssten die Vereine selber sicherstellen. Ebenso müssten sie die Folgekosten tragen, so Anette Hochmuth. Das Grundstück hatte man bereits bei den früheren Überlegungen zu einer Ballsporthalle ins Auge gefasst. Es befindet sich nördlich der EgeTrans-Arena.

Die Kosten einer Halle mit bis zu 2000 Plätzen wurden von der Stadtverwaltung bei der Vorstellung des Berichts zur Sportentwicklung im Oktober letzten Jahres mit 15 bis 20 Millionen Euro beziffert.

Zum dritten großen Wunsch des Sports in Bietigheim-Bissingen, dem Ausbau des Stadions im Ellental plus Neuanlage von Tribünen, Sanitär- und Funktionsräumen, gibt es hingegen noch wenig Konkretes. Dazu soll eine Machbarkeitsstudie erstellt werden, so das Ergebnis der Gemeinderatsklausur.

Weiterer Eckpunkt der Einigung: Den Vereinen, die den Bau von Kalthallen oder Ähnliches anstreben, soll bei Vorliegen einer abgestimmten Planung eine angemessene Kostenbeteiligung der Stadt in Aussicht gestellt werden. Zur Frage, was angemessen heißen könnte, verweist Sprecherin Anette Hochmuth auf ähnliche Projekte wie das Dojo des Judo-Clubs. Dabei habe der Zuschuss bei rund einem Drittel der Kosten gelegen. Details müssten aber erst noch festgelegt werden.

Günther Krähling, SPD-Gemeinderat und Vorsitzender des Stadtverbands für Sport in Bietigheim-Bissingen, wertete das Ergebnis der Klausursitzung auf BZ-Anfrage in einer Stellungnahme als einen „Schritt in die richtige Richtung“. Dass dem Bad hohe Priorität eingeräumt wurde, sehe auch der Stadtverband so. Was die Halle betrifft, so müsse sich nun vor allem die SG BBM Gedanken darüber machen, ob sie das finanziell stemmen könne. Ob das Modell endgültig so funktioniere, müsse noch intensiv diskutiert werden, so Krähling. Wichtig sei aber, dass jetzt Bewegung in die Sache komme.

Hallenfinanzierung: Beispiel Balingen

Wie dem Bericht der Stadt zur Sportstättenentwicklung zu entnehmen ist, gibt es für das jetzt ins Auge gefasste Modell der Hallenfinanzierung ein Beispiel aus Balingen.

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