Bietigheim Stadt mit Festival-Potenzial

Bietigheim-Bissingen / Günther Jungnickl 14.08.2018

Wir werden nach der Veranstaltung ein Resümee ziehen“, sagt Pressechef Axel Fetzer, „generell muss man erst einmal Veranstaltungen etablieren, aber Bietigheim hat für ein Sommer-Open-Air großes Potenzial“. Auch   Geschäftsführer Niclas Wagner räumt das ein, denn es müsse sich „erst einmal herumsprechen“, dass es im Sommer unterm Enzviadukt etwas zu erleben gibt: Viel Musik von DJ‘s und Livebands, verbunden mit Streetfood, coolen Getränken sowie  Kunst und Design.

Jugendtraum wird zum Konzept

Fetzer und Wagner sind aus Immenstadt im Allgäu und schon seit der Schulzeit befreundet. Vor knapp drei Jahren haben sie aus ihrem Schülerhobby einen Beruf gemacht und die Veranstaltungsagentur „Eventiko“  gegründet. Der dritte im Bund ist Max Steinhauser und mit ihrer Idee von einem bunt gemischten Sommerfestival haben die jugendlich Unbekümmerten erstmals im Vorjahr in Sonthofen einen Probelauf gestartet, der damals mit insgesamt 12 000 (und in diesem Jahr 10 000) Besuchern so erfolgreich war, dass sie sich jetzt auch in die Region Stuttgart wagten. Zunächst im Juni auf dem ehemaligen Fluggelände in Böblingen/Sindelfingen, das allerdings unter strömendem Regen (2000 bis 3000 Besucher) litt, und jetzt am Wochenende auf dem Festplatz unterm Enzviadukt.

Die Hitze tat der guten Stimmung keinen Abbruch, die bereits am Freitagabend einen ersten Höhepunkt fand, als zuerst die „Farmhouse Jazz & Bluesband“ aus den Niederlanden und zum Abschluss die „Bockstark“-Blaskapelle mit ihren Liveshows auftraten.

Am Samstag standen vier namhafte DJ´s auf dem Programm. Dabei hatte es die Augsburger „Klangkirsche“ am schwersten, weil in der nachmittäglichen Hitze die wenigen hundert Gäste eher Schatten unterm Enzviadukt suchten, als abzurocken. Aber als dann im zweistündigen Rhythmus „Beattube“ aus Kempten, „Mozro“ aus Nürnberg und zum Schluss „Aeve“ aus Ulm antraten, kannte die Begeisterung unter den rund 3000 Besuchern keine Grenzen mehr. Am Sonntag gastierte dann noch die Oggi-Music aus Nürnberg mit modernem Soul-Pop.

Nicht nur musikalische Highlights waren geboten

Breit gefächert war das kulinarische Angebot an den drei Tagen auf dem Festgelände. Neben Köstlichkeiten aus Asien gab es  ein breites Burger-Angebot von Anbietern aus der Region Stuttgart und dem Landkreis Neu-Ulm. „The Chilled Chef“ servierte bofrost-Menüs und „Les Crepes des Amis“ (Crepes von Freunden) von David Simon aus Memmingen sowie die „Nagolder Langos“ ihre ungarische Spezialität – wechselweise salzig oder süß.  Dazu gab es kühles Bier, Fritz-Cola oder auch köstlich-kühle südostasiatische Fruitshakes  aus ausschließlich frischem Obst und ohne künstliche Geschmacksverstärker.

Alle „Streetfooder“, betont Eventiko-Pressechef Fetzer, würden stets neu angeheuert. Ähnliches gelte auch für Designer aus der Region, an denen es diesmal noch mangelte. Denn das war augenfällig: Abgesehen von der Traum-Nähwerkstatt und dem Unternehmen „Nefertem Naturprodukte“, das  ätherische Öle, Duftmischungen oder Schmuck aus Holz und Halbedelsteinen verkauft, taten sich doch große Lücken auf. Fetzer räumte ein: „Dafür war mehr Platz vorgesehen, doch hatten wir Schwierigkeiten, hier jemanden zu finden.“

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