Tochterunternehmen Stabil dank Rundum-Versorgung

Rolf Oppenländer überprüft einen Stromerzeuger im Blockheizkraftwerk Berliner Straße im Stadtteil Buch. Dieser produziert, wie zwei weitere Maschinen, jeweils 1565 Kilowatt Strom und 1200 Kilowatt Wärme pro Stunde.
Rolf Oppenländer überprüft einen Stromerzeuger im Blockheizkraftwerk Berliner Straße im Stadtteil Buch. Dieser produziert, wie zwei weitere Maschinen, jeweils 1565 Kilowatt Strom und 1200 Kilowatt Wärme pro Stunde. © Foto: Martin Kalb
Bietigheim-Bissingen / Uwe Mollenkopf 21.08.2018

Deutlich über der Planung haben die Stadtwerke Bietigheim-Bissingen (SWBB) im vergangenen Jahr abgeschlossen, wie Oberbürgermeister Jürgen Kessing bei der Beratung des Geschäftsberichts vor der Sommerpause im Gemeinderat feststellte: Ein Gewinn von rund 2,3 Millionen Euro konnte der Städtischen Holding zugeführt werden. Allerdings: Die Höhe des Überschusses von 2016 (knapp 3,8 Millionen Euro) wurde nicht erreicht.

Die Geschäftsführer Rainer Kübler und Bürgermeister Joachim Kölz wiesen in ihrem Lagebericht  auf schwierige Rahmenbedingungen hin. Gesetzesänderungen führten zu „schmerzhaften Erlösminderungen“. Vor diesem Hintergrund sei es immer noch „ein sehr gutes Ergebnis“. Der Umsatz des städtischen Tochterunternehmens ist im vergangenen Jahr um 1,6 Prozent auf 105,6 Millionen Euro gestiegen, die Zahl der Mitarbeiter wuchs von 190 auf 197, darunter acht Auszubildende.

Fernwärme ausgebaut

Aus Sicht von Kübler und Kölz haben die letzten Jahre gezeigt, „dass das integrierte Geschäftsmodell der Stadtwerke, das Netze, erneuerbare und effiziente dezentrale Energieerzeugung und Versorgung der Kunden mit Energie und Wasser einschließt, sehr robust und stabil ist“. Nicht die Spezialisierung auf Erzeugung oder Vertrieb bringe diese Stabilität, sondern die „von den Kunden geschätzte Rundumversorgung“.

Beim Stromverkauf sieht es folgendermaßen aus: Dieser hat sich im Geschäftsjahr 2017 um 8,2 Prozent erhöht, vor allem außerhalb des eigenen Netzgebiets der SWBB und bei Geschäftskunden. Im  Privatkundenvertrieb  hat  sich laut dem Geschäftsbericht  der Wettbewerbsdruck  stark  erhöht, auch unseriöse Geschäftspraktiken   von Wettbewerbern würden weiter zunehmen. Der gesamte Gasverkauf wuchs um 7,6 Prozent.

Ein Teil des Stromes erzeugen die Stadtwerke selbst. 39 Prozent davon werden in Blockheizkraftwerken mit Kraft-Wärme-Kopplung (BHKW) fossil aus Erdgas produziert, 42 Prozent in BHKW’s aus regenerativen Energiequellen (Klärgas, Biogas und Biomethan). Die Wasserkraft hat einen Anteil von 3, die Photovoltaik von 2 Prozent. Hinzu kommt Windenergie aus Beteiligungen. Aus klimatischen Gründen haben die Photovoltaikanlagen (minus 12 Prozent) und das Enzkraftwerk (minus 24 Prozent) im vergangenen Jahr allerdings weniger Strom als 2016 geliefert.

Bei der Wärmeerzeugung stellt das Erdgas mit knapp 60 Prozent den höchsten Anteil. Die restlichen 40 Prozent kommen aus erneuerbaren Quellen. Die Stadtwerke betreiben im Buch und im Gebiet Kreuzäcker/Innenstadt zwei getrennte Fernwärmenetze. Die gesamte Wärmemenge sei mit 63 688 Megawattstunden geringfügig größer gewesen als im Vorjahr (1,5 Prozent), wird im Geschäftsbericht festgestellt. Besonders die Fernwärme Kreuzäcker soll sukzessive weiter ausgebaut werden.

Einfach nur Strom oder Gas zu verkaufen, reiche aufgrund sinkender Margen aber längst nicht mehr aus, so die Geschäftsführer. Deshalb sei es wichtig, sich neue Geschäftsfelder zu erschließen und weiter ausbauen. Im neu geschaffenen Geschäftsfeld Energiedienstleistungen würden alle neuen Dienstleistungsthemen gebündelt. Dazu gehören neben der Energieberatung, der Thermografie und dem Sanierungsfahrplan auch die Themen Fotovoltaik und Elektromobilität.

„Im ersten Jahr des Geschäftsfeldes Energiedienstleistungen konnte ein Umsatz von 237 000 Euro erzielt werden. Durch dieses Ergebnis konnten die Kosten des neu eingestellten Energieberaters bereits im ersten Jahr erwirtschaftet werden“, heißt es im Geschäftsbericht der Bietigheim-Bissinger Stadtwerke.

E-Mobilität im Fokus

Wie berichtet haben die Stadtwerke damit begonnen, durch die Installation von Ladesäulen die Elektromobilität fördern. Man habe es sich zur Aufgabe gemacht, Besitzern von Elektrofahrzeugen den Zugang zu einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur zu ermöglichen. Im letzten Jahr wurde eine Schnellladesäule bei Weller Automobile in Betrieb genommen, es folgten Ladesäulen in Parkhäusern.

Ein ebenfalls neues Geschäftsfeld ist die Breitband-Versorgung. In den Gewerbegebieten der Stadt seien die Vorbereitungen für das schnelle Netz bereits abgeschlossen, heißt es im Bericht. Wie OB Jürgen Kessing im Gemeinderat sagte, sollen als Nächstes die Schulen folgen.

Besucherzuwachs in der EgeTrans-Arena

Mit einer Besucherzahl von 109 600 hat die EgeTrans-Arena der Stadtwerke im vergangenen Jahr ein Plus von 8,9 Prozent verzeichnet. Entscheidend dazu beigetragen hat die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen, die 27 000 Zuschauer an fünf Spieltagen anlockte.

Ein Minus gab es dagegen in den Bädern: Im Jahr 2017 waren laut der Bilanz 438 700 Besucher zu Gast in den Bädern, das entspricht einem Rückgang um 4,3 Prozent. Dabei wurde vor allem aufgrund des durchwachsenen Sommers ein Gästerückgang im Badepark Ellental  verzeichnet (minus 10 Prozent). um

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