Bietigheim-Bissingen Sponsor-Suche via Facebook

Bietigheim-Bissingen / MICHAEL KRAUTH 04.03.2014
Ein Bietigheimer IT-Unternehmer unterstützt seit Kurzem einen aufstrebenden Leichtathleten aus Wolfsburg. Dieser hatte via Facebook öffentlich gemacht, wie schwer es ist, große Sportartikelhersteller von sich zu überzeugen - trotz Spitzenleistungen.

Bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im vergangenen Jahr in Moskau belegte er mit der 4-mal-100-Meter-Staffel in 38,04 Sekunden den vierten Rang und bewältigte 2013 in Weinheim die 100-Meter Strecke in 10,20 Sekunden: Sven Knipphals, Jahrgang 1985, ist ein aufstrebender Spitzenathlet, dessen Ergebnisse eigentlich für sich sprechen dürften. Man könnte nun davon ausgehen, dass jemand, der solche Zeiten läuft und bei großen Turnieren präsent ist, bei der Suche nach einem großen Sponsor kaum Probleme haben dürfte - doch weit gefehlt.

Ende vergangenen Jahres machte Knipphals via Facebook auf die Problematik aufmerksam, dass er dauerhaft keinen festen Sponsor an sich binden konnte. Der ungewöhnliche Hilferuf in dem sozialen Netzwerk sprach sich herum wie ein Lauffeuer - und einer von Hunderten, die auf das Thema aufmerksam wurden, war Sven Gabel. Der selbstständige IT-Unternehmer aus Bietigheim-Bissingen entschied sich spontan dazu, Sven Knipphals unter die Arme zu greifen und tritt künftig als Sponsor für den jungen Sportler in Erscheinung.

Ingo Bartels von der Wolfsburger Sportmarketing-Agentur "TalentEntdecker" unterstützt Knipphals seit einigen Monaten intensiv bei der Suche nach weiteren Sponsoren und nimmt mit Blick auf das Agieren großer Sportartikelhersteller und die damit verbundenen Enttäuschungen auf der Seite des jungen Sportlers kein Blatt vor den Mund.

Als sich vor einigen Jahren abzuzeichnen begann, dass Knipphals sportliche Karriere an Fahrt gewinnen würde, sei der Sportausrüster "Nike" an ihn herangetreten. Von dem global agierenden Unternehmen habe Knipphals beispielsweise die Möglichkeit erhalten, Trainingsutensilien zum Preis von 1.000 Euro bestellen zu dürfen. Knipphals habe dieses Geld nicht in Gänze abgerufen, 2012 wurde ihm schließlich mitgeteilt, dass es keine weitere finanzielle Unterstützung mehr gebe. Er solle sich jedoch melden, wenn er "signifikant schneller" laufe, so Ingo Bartels. Da Knipphals in seinem Bereich bereits zu den Top-Athleten zählt, dürfte eine solche Steigerung nur schwer zu erreichen sein. Auch der Sportartikelhersteller "Adidas" wollte die Stelle von "Nike" bisher nicht einnehmen.

Umso mehr habe sich Knipphals gefreut, als der Bietigheimer Unternehmer Sven Gabel auf seinen Facebook-Eintrag reagiert habe. Gabel ist nicht nur IT-Dienstleister für zahlreiche Firmen, sondern betreibt zudem auch die Internetplattform www.eventkeeper.de. Auf dieser Plattform, mit der er als "Spielerei" einst angefangen habe, können Nutzer eine Veranstaltung wie beispielsweise eine Hochzeitsfeier platzieren und um das Thema herum Gruppen und Foren anlegen. So können etwa Trauzeugen und Gäste in einem geschützten Rahmen Absprachen treffen, während das Brautpaar auf einer anderen Ebene mit einem Gastronomen verhandelt. Zur bisherigen Zahl der Nutzer kann Gabel noch nichts Genaues sagen, er erhofft sich jedoch von dem Sponsoring des jungen Leichtathleten einen zusätzlichen Effekt, um die Seite bekannter zu machen.

Mit Spannung fiebern somit sowohl Sven Knipphals als auch Sven Gabel der Deutschen Leichtathletik-Meisterschaft im Mai entgegen. Dort wird Knipphals an den Start gehen - und auf seiner Ausrüstung soll ebenso wie auf seinem Trikot das "Eventkeeper"-Logo prangen.

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