Beim Bürgergespräch am Samstag im Vereinsheim der Eisenbahnfreunde in der Kammgarnspinnerei, den Bietigheimern auch als Spinne bekannt, gab es viele Fragen an Oberbürgermeister, Jürgen Kessing. Was den Einwohnern am sauersten aufstößt, ist der Straßenverkehr und die Parksituation, zumal es Autofahrer, so war aus den Einwohnerkreisen zu hören, kaum erwarten können, biss die Rennstrecke Richtung Besigheim und Heilbronn beginnt.

Kessing gab zunächst einmal einen Bericht darüber ab, wie es in der Spinne aktuell aussieht und was geplant ist. Der Bauamtsleiter, Claus-Dieter Jaisle, der Ordnungsamtsleiter Thomas Höfel und die Leiterin des Grünflächenamtes und des Bauhofs, Roswitha Ott, waren dabei, um spezielle Fragen zu beantworten.

OB Kessing begann mit der Kinderbetreuung. Die von 7 bis 17 Uhr geöffnete städtische Kindertageseinrichtung ist mit 22 Kindern voll belegt. Es gibt kein warmes Mittagessen, aber es wird musikalische Früherziehung in den Räumen der Jugendmusikschule angeboten. Auch im von 7.30 bis 13.30 Uhr geöffneten Waldorfkindergarten Lilienkinder gibt es derzeit keine freien Plätze. Dafür aber ein warmes Mittagessen und ebenfalls die Möglichkeit, nachmittags an der musikalischen Früherziehung in den Räumen der Jugendmusikschule teilzunehmen. An diesem Kindergarten, informierte Kessing, sei jetzt die Fassade für 15.000 Euro renoviert worden. Dass es Wartezeiten gebe, liege daran, dass auch in der Kammgarnspinnerei mit rund 500 Einwohnern mehr Kinder leben, als noch vor Jahren prognostiziert.

Den sicheren Schulweg hat der OB selber mit dem Fahrrad abgefahren. Vier Monate lange Rückstaus für den sichern Schulweg und 200.000 Euro Baukosten hätten sich gelohnt, so der OB. Die Verbreiterung des Geh- und Radwegs entlang der Heilbronner Straße ermögliche jetzt ein gefahrloses Befahren und Abbiegen. Schutzleitplanken und die aufwendige Stützwand täten ein Übriges. 125 Kinder aus der Spinne besuchen die Ganztagsschule im Sand, 35 Kinder gehen dort in die Kernzeitbetreuung bis 14 Uhr und 39 Kinder sind im Ganztag-Plus bis 17 Uhr. Elf Kinder besuchen die Gemeinschaftsschule im Sand und neun die Realschule im Aurain.

Schotter schlecht für Radler

Zum wieder her gerichteten Schotterplatz an der Hermann-Vischer-Straße, meinte eine Bürgerin, sie halte Schotter nicht gerade günstig für Radfahrer. Besser für die Radler: Der Feldweg Richtung Pfaffensteig/Naturfreundehaus wird noch in diesem Jahr mit einer neuen Asphaltdecke versehen.

Was den öffentlichen Personennahverkehr betrifft, so bindet das Busunternehmen Spillmann die Kammgarnspinnerei ab 2020 besser an Bietigheim an. Es sollen weitere Verbindungen, vermutlich im Stundentakt bis 20 Uhr und samstags von 9 bis 16 Uhr, zum Kronenzentrum geschaffen werden. Die Finanzierung muss aber noch mit dem Gemeinderat und dem Landkreis geklärt werden.

Der Gemeindevollzugsdienst ist nach Informationen von Bauamtsleiter, Thomas Höfel, ganz schön aktiv, um die Falschparker zu überwachen. 50 bis 60 Strafzettel wurden in den letzten zwei Monaten verteilt. Erstens interessiere das manche Falschparker nicht und zweitens würden die Bediensteten auch noch beleidigt. „Wenn Sie wissen wollen, wie unsere Gesellschaft funktioniert, schauen Sie in den Straßenverkehr“, sagte Höfel dazu.

Klagen über Sprinter

Einige Anwohner beklagten sich über die vielen parkenden Sprinter. Sprinter, wusste der OB, gelten als normale PKW und stünden oft länger als 14 Tage an derselben Stelle. Das Ordnungsamt habe die Sprinter im Auge und kann bei täglich, ausgestellten Knöllchen Bußgelder verhängen,

Beschwerden gab es zudem aus der Hermann-Vischer-Straße. Hier wurde der Wunsch nach einer verkehrsberuhigten Zone laut. Durch die Straße rasen Autos mit bis zu 60 Stundenkilometer an Kindern vorbei, so einige Anlieger. Selbst eine Reduzierung auf 30 Stundenkilometer sei noch zu wenig, denn es gibt keine Gehwege. Ein anderer Anwohner indes sah ein Problem in der Hägenau zur Heilbronner Straße. Dort sei immer alles voll geparkt und es müsse jedes Mal die Polizei kommen. Zudem seien neun Häuser unbenannt, so eine Bürgerin, und sie wüsste nicht, wie sie einem Notarzt sagen solle, wo er hin muss.

Am Bergweg oberhalb der Spinne gehen zudem Trockenmauern kaputt, sagte ein Bürger. Dieses Thema werde in die nicht öffentliche Sitzung des Gemeinderats besprochen, versprach Oberbürgermeister Jürgen Kessing.

Doch es gab auch positive Nachrichten: Der Feldweg zum Waldparkplatz und zum Naturfreundehaus wird am Freitag bearbeitet. Hier laufe zu viel Wasser ab