Bietigheim-Bissingen Sphärisches, Irdisches und jede Menge Jazz: "Jazzeel" gastiert auf dem Marktplatz

Bietigheim-Bissingen / MIRIAM STAUDACHER 20.07.2013
So langsam scheinen sie sich herumgesprochen zu haben, die Obolus-freien Konzerte im Rahmen des städtischen Sommerprogramms, die bis zum Beginn der Sommerferien in der kommenden Woche das kulturelle Leben in der Stadt beleben sollen.

Zum Konzert mit der Stuttgarter Lounge-Jazzband "Jazzeel" kamen am Donnerstag so viele Besucher, dass ein weiteres Mal die aufgestellten Stühle nicht ausreichten. Ein wahrlich buntes Programm hat Kulturamtsleiter Stefan Bennig für den Sommer 2013 auf die Beine gestellt: Cover-Rockmusik war schon dabei, vergangene Woche gab es Gospelsound im Bürgergarten und Saxofonmusik auf dem Marktplatz, französische Ethio-Jazzer gaben ein Gastspiel und nun die Stuttgarter Band "Jazzeel" um dem Producer und Songwriter Wolfram Göz.

Jazz und Elektronik stecken schon im Namen der außergewöhnlichen Formation, deren Musik sich irgendwo zwischen modernem Jazz und elektronisch verstärkter Dancemusic bewegt. Unterfüttert werden die oft sehr eingängigen, manchmal gewollt sperrigen, aber immer sehr jazzigen Melodien mit dicken, ja fetten Beats, mit groovenden Bässen und sphärischem Sounddesign.

Die Nummer "Taxi", die auch auf der jüngsten CD von Jazzeel zu hören ist, ist ein grandioses Beispiel für diese Melange. "Der Song wurde bei der Vorstellung einer Nachtfahrt durch Stuttgart geschrieben", sagte der Frontmann, Komponist, Produzent und Multi-Musiker von Jazzeel, Wolfram Göz und ließ seine E-Gitarre sprechen. Zu wunderbar sphärischen Synthesizer-Klängen bearbeitete er so die Saiten, dass man das sehr irdische, nächtliche Stuttgart förmlich vor sich sah - jaulende Sirenen, grelles Licht, laute Menschen und dann wieder viel Ruhe und Dunkelheit. Dazu entlockten seine Begleitmusiker ihren Instrumenten - Janis Lugerth seinem Altsaxofon und Phillip Mattes seiner Trompete - die passenden Töne, die diese unterhaltsame und musikalisch höchst anspruchsvolle nächtliche Taxifahrt durch die Landeshauptstadt zu einem perfekten Hörvergnügen machten.

Der Bietigheimerin Gabi Abele gefiel die Musik ausnehmend gut. Sie war auf dem Nachhauseweg am Marktplatz vorbeigekommen und hörte sich ein paar Nummern an: "Das ist wirklich tolle Musik. Grad war Techno und HipHop rauszuhören, jetzt ist es sehr funkig, eine interessante Mischung."